Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Wir haben uns einmal den Roman "Brüste und Eier" von Mieko Kawakami genauer angeschaut und für euch rezensiert...

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Japan-Pop Revolution 1. Wie Popkultur Trends der japanischen Gesellschaft reflektiert
 

Die japanische Populärkultur boomt. Manga, Anime, Dorama, Videospiele, J-Pop und J-Rock haben in den letzten Jahren im Rekordtempo weit über Japans Grenzen hinaus große Bekanntheit und Beliebtheit erreicht. „Japan-Pop Revolution“ nimmt in neun Aufsätzen von jungen angehenden Japanologen dieses Phänomen genauer unter die Lupe und stellt es in Zusammenhang mit wichtigen, gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen.
Inhalt Was hat der beliebte Manga „Revolutionary Girl Utena“ mit den klassisch-japanischen Rollenbildern zu tun? Inwiefern kann das Dorama „Last Friends“ einen Beitrag zur Prävention häuslicher Gewalt leisten? Kann das J-Horror Spiel „Silent Hill 4“ zur Aufklärung über das in Japan weit verbreitete Hikikomori-Phänomen beitragen?

Dies sind nur drei Themen der insgesamt neun Aufsätze, die in dem Band „Japan Pop Revolution“ der jungen Japanforschung Düsseldorf zusammengetragen wurden. Sie alle analysieren anhand von Anime, Manga, Fernsehserien oder Videospielen wichtige, aktuelle Trends in der japanischen Gesellschaft und zeigen auf, wie diese in den populärkulturellen Medien reflektiert werden.
Der erste Teil von „Japan-Pop Revolution“ beschäftigt sich mit dem Thema „Populärkultur und Identität“.
Los geht es mit einem Aufsatz, in dem es, wie oben bereits erwähnt, um den Manga „Revolutionary Girl Utena“ geht. Es wird anhand der darin vorkommenden Hauptcharaktere untersucht, inwieweit dieser, wie der Titel besagt, als „revolutionär“ im Hinblick auf die klassischen Rollenbilder von Jungen und Mädchen in Japan angesehen werden kann.
Der zweite, ebenfalls schon erwähnte, Aufsatz beschäftigt sich mit dem für die PS2 und PS3 erschienen Videospiel „Silent Hill 4: The Room“. Es geht um die Frage, inwiefern hier das sogenannte „Hikikomori-Phänomen“ thematisiert wird und ob das Spiel vielleicht sogar mögliche Lösungsansätze aufzeigt.
Um sogenannte „Yôkai“ dreht sich der dritte Aufsatz von „Japan Pop Revolution“. Es wird die geschichtliche Entstehung und Entwicklung dieser Fabelwesen aufgezeigt und der Einfluss von modernen Medien, insbesondere Anime, auf den Wandel der Sichtweise dieser.
„Jungfrau in Gefahr oder mutige Kämpferin? Gender im japanischen Videospiel“ analysiert insbesondere die Rolle der Frau in japanischen Videospielen, wobei vor allem Erfolgstitel wie „Super-Mario“ oder „Zelda“ im Fokus stehen.
Japanische Männerrollenbilder untersucht Bastian Nonnenberger im nächsten Aufsatz anhand des Dorama „Celeb to binbô tarô“ und Fauve Görlach nimmt sich in „Unter der Maske der Liebe“ dem Thema der häuslichen Gewalt an, das sie anhand der TV-Serie „Last Friends“ untersucht.

Der zweite Abschnitt des Sammelbandes steht unter dem Motto: „Gender trifft Kultur: Der Umgang mit dem Anderen.“
Die unter diesem Thema stehenden Aufsätze setzen sich größtenteils mit japanischen Spielfilmen auseinander, in denen verschiedene Aspekte von Diskriminierung und Multikulturalität aufgezeigt werden.
So werden anhand von „Swallowtail Butterfly“ Probleme japanischer Einwanderungspolitik und der Integration ethnischer Minderheiten in Japan diskutiert. Der nächste Aufsatz setzt sich insbesondere mit der Diskriminierung von Afroamerikanern in der japanischen Geselllschaft auseinander und zieht dazu vergleichend den Roman „Bedtime Eyes“ und den Film „Blues Harp“ heran.
In dem letzten Beitrag wird auf übersteigerte patriarchalische Maskulinität und Gewalt in koreanischen Einwanderfamilien als Folge gesellschaftlicher Ausgrenzung und den Film „Blood and Bones“ eingegangen.
Japan-Pop Revolution 1. Wie Popkultur Trends der japanischen Gesellschaft reflektiert
 
Autor:Melissa Sohlich, Katharina Hülsmann, Timo Thelen, Marvin Udzik, Bastian Nonnenberg, Fauve Görlach, A
Seiten:196
Verlag:Düsseldorf University Press
Erschienen:01.11.2011
ISBN:9783940671455
Preis:14,80 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Japan

Fazit „Japan-Pop Revolution“ ist ein interessanter, informativer und unterhaltsamer Band für alle, die sich für aktuelle Entwicklungen in der japanischen Kultur und vor allem auch für die Populärkultur interessieren. Komplexe wissenschaftliche Themen werden hier von jungen Autoren in Verbindung mit aktueller Popkultur dargestellt. Die Aufsätze zeichnen sich durch eine große Themenvielfalt, gute Gliederungen, übersichtliche Längen und flüssige Sprache aus.
Wir freuen uns auf weitere Bände!
Autor: /  Kaychi
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Datum d. Artikels: 21.05.2012
Bildcopyright: Düsseldorf University Press, Melissa Sohlich, Katharina Hülsmann, Timo Thelen, Marvin Udzik, Bastian Nonnenberg, Fauve Görlach, Alexander Fegler, Adam Jambor, Daniel Steinhäuser


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