Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Nicolas Chauvat hat uns zum Erscheinen seines Ratgebers "Genki: Die 10 goldene Regeln aus Japan" Rede und Antwort gestanden. Erfahrt in unserem Interview, warum er sich entschieden hat, dieses Buch zu schreiben und woher seine Leidenschaft für das Land der aufgehenden Sonne rührt!

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Reise in den Himalaya – Geschichten fürs Handgepäck
 

In 21 Kurzgeschichten und Berichten von fünfzehn Autoren aus den Ländern des Himalaya entführt die Anthologie „Reise in den Himalaya – Geschichten fürs Handgepäck“ den Leser auf das Dach der Welt und gewährt einen Einblick in Leben und Kultur des fernen Hochlands.
Inhalt Schon das erste Kapitel macht klar, dass dieses Buch vor allem eins nicht will: verklären. Unter der Überschrift: „Welchen Himalaya hätten Sie gern?“ wird auf die oft übertrieben mystifizierte Darstellung des Himalaya-Gebietes eingegangen und gleichzeitig dessen natürliche Schönheit gepriesen.
Im zweiten Text „Als Pilgerfrosch in Muktinath“ begleitet der Leser einen Frosch auf einem kurzen Abschnitt seiner Reise durch das tibetische Hochgebirge, indem er einer klugen, aber eigenwilligen Kuh begegnet, deren Rat er sich zu Herzen nimmt.
Die nächsten drei Geschichten „Yaks, Yakhirten und der Yeti“, „Auf den Spuren des Migoi“ und „Nicht einmal ein Leichnam zum Einäschern“ befassen sich mit dem Migoi, wie der Yeti in der Landessprache der Tibeter genannt wird. Die Geschichten berichten von Begegnungen zwischen Menschen und diesen sagenumwobenen Bergwesen, die jedoch alle auf ihre Art ziemlich brutal und grausam verlaufen. Bei all diesen Erzählungen steht der Tod im Mittelpunkt und es werden Mord, Angst und Einsamkeit thematisiert.
In der danach folgenden Geschichte „Himalaya Ballade“ erinnert sich ein Mann auf einer Reise an den grausamen Tod seines Vaters, dem die Affäre mit der Frau eines anderen zum Verhängnis wurde.
„Die ewigen Berge“, erzählt von zwei Männern, die auf dem kurzen Reiseabschnitt, auf dem sie einander Gefährten sind und gemeinsam ein paar Pilgern über einen anstrengenden Bergpass folgen, trotz vieler Zankerei Freunde werden.
Mit der Verklärung des Himalaya durch den Westen und der im Gegensatz dazu stehenden harten Realität in Nepal befasst sich die nächste Erzählung „Das Licht der untergehenden Sonne in den halb geschlossenen Augen des Buddah“.
In der anschließenden Geschichte „Die Jagd auf das Wildschaf“ geht es um einen verliebten jungen Mann, der auszieht, um die Hörner eines seltenen Schafes zu erobern, um so seine Geliebte von deren Vater zu kaufen.
Danach berichtet „Die Höhle des Eremiten“ von der Entdeckung eines Mönches, der in tiefster Meditation über viele Monate weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich genommen hat und dessen einer Statur gleichender Körper von seinen Freunden wieder den Lebenden zugeführt wird.
Die nächste Erzählung „Sturm am Kali Gandaki“ beleuchtet die Familienstruktur in manchen Gebieten im Himalaya, wo es üblich ist, dass nur der älteste Sohn heiratet und erbt und sich seinen Besitz und seine Frau dann mit seinen jüngeren Brüdern teilt, wenn diese im Haus bleiben.
„Das Schweigen“ ist die tragische Liebesgeschichte eines jungen Hirten, der zwar ein großartiger Musiker ist, sich jedoch nicht mit Worten auszudrücken vermag. Sein Schweigen ist eigentlich kein Problem für ihn, denn er ist trotzdem beliebt und auch die Frau seiner Träume scheint den stummen Musiker zu mögen, doch die Entscheidung, wen sie heiratet, liegt nicht bei ihr.
Als nächstes schildert „Der Mond des Jägers“ von den letzten Augenblicken eines Widerstandskämpfers, der vor seinen Verfolgern in einer Mondnacht durch die karge Berglandschaft flieht.
„Der Fluch des toten Rinds“, berichtet von den Ereignissen in einem tibetischen Flüchtlingslager in einem fremden Land, in dem ein Konflikt darüber ausbricht, ob die Bettler ihren Hunger an einem verendeten Rind stillen dürfen, das in dem Land jedoch als heilig gilt. „Mondschein um den Trishul“ schildert die Begegnung eines Wanderers mit einem seltsamen Mädchen, das von den Dorfbewohnern des Hochgebirges als Heilige verehrt wird.
In den letzten vier Kapiteln „Ein glücklicher Mensch“, „Ist es das wert?“, „Vielversprechende Zukunft für nepalesische Bergsteiger?“ und „Höher als der Everest“ schildern Bergsteiger Erfahrungen, Gefühle und Gedanken beim Bezwingen des Mount Everest und Grenzerfahrungen beim Bergsteigen. Sie berichten von Glücksgefühlen und Ehrfurcht, üben Kritik an der medialen Missachtung der Sherpas und stellen sich die Frage, welchen Sinn ihre lebensgefährlichen Expeditionen überhaupt machen.

Das abschließende Nachwort geht schließlich noch einmal auf die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Himalayas aus westlicher und aus der Sicht seiner Bewohner ein und der Leser erfährt noch etwas über die Literaturgeschichte der Staaten im Himalaya.

Am Ende des Werkes findet sich zudem ein Glossar mit Worterklärungen und ganz zum Schluss gibt es noch ein Verzeichnis mit Kurzporträts der Autoren und Autorinnen.
Reise in den Himalaya: Geschichten fürs Handgepäck
 
Autor:Alice Grünfelder
Seiten:256
Verlag:Unionsverlag
Erschienen:01.08.2008
ISBN:9783293204218
Preis:11,90 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Reiseführer/Reisebericht

Fazit Die Geschichten in „Reise in den Himalaya – Geschichten fürs Handgepäck“ sind vielseitig, nie langatmig, meist jedoch sehr traurig und brutal. Viele enden mit dem Tod des Protagonisten oder lassen den weiteren Verlauf offen. Trotzdem ist es ein interessantes Buch, das spannende Einblicke in die Kultur der Himalaya-Völker ermöglicht; vor allem da alle Autoren aus dieser Gegend stammen, wenn auch bezeichnenderweise keiner heute mehr dort lebt.
Autor: /  Kaychi
Lektor: Daniela Würdig
Datum d. Artikels: 20.04.2013
Bildcopyright: Alice Grünfelder, Unionsverlag


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