Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Nicolas Chauvat hat uns zum Erscheinen seines Ratgebers "Genki: Die 10 goldene Regeln aus Japan" Rede und Antwort gestanden. Erfahrt in unserem Interview, warum er sich entschieden hat, dieses Buch zu schreiben und woher seine Leidenschaft für das Land der aufgehenden Sonne rührt!

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Manga Girl Seeks Herbivore Boy. Studying Japanese Gender at Cambridge
 

„Geschlecht ist von Bedeutung“. Wie sehr, zeigt das vorliegende Buch, das vier Arbeiten der „Japanese Studies“ zum Thema Geschlecht vereint und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und analysiert.
Inhalt In der Einleitung wird zunächst ein kleiner, aber sehr interessanter und tiefgründiger Einblick zu Geschlecht und Geschlechterforschung in Japan gegeben. Verständlich umrissen, werden die wichtigsten Theorien und Forschungsrichtungen wiedergegeben, die auch in den folgenden Arbeiten aufgegriffen werden.

Die erste Arbeit „Manga Girls: Sex, Love, Comedy and Crime in Recent Boys’ Anime and Manga“ von Hattie Jones beschäftigt sich mit der Darstellung von weiblichen Charakteren in mehr oder minder populären Shonen-Animes und Mangas. Insgesamt wird an den zwei Beispielen „To Love-ru“ und „Die Melancholie der Haruhi Suzumiya“ aufgezeigt, welche klassischen Rollenklischees Mädchenrollen erfüllen, damit der männliche Held sie attraktiv findet, wobei starke Parallelen zur Pornographie gezogen werden. Als Gegenbeispiele dienen „Demon Detective Neuro Nogami“ und insbesondere „Gintama“, das traditionelle Frauen- und Männerrollen fast ins Gegenteil verkehrt, im Kern aber eigentlich versucht, diese aufzuheben. 

In „Absent Fathers: Fatherhood in Moral Education Textbooks in Post-war Japan“ von Zoya Street wird versucht aufzuzeigen, wie das Bild des „Vaters“ konstituiert und den Kindern an Schulen gelehrt wird, wobei es sich über Jahrzehnte nicht geändert hat. Während gut die Geschichte der „Moral Education“ und die Diskurse darüber aufgezeigt werden, fehlte doch ein Ausblick auf die Auswirkungen, die dieses vermittelte Vaterbild hat.

„All the World’s a Stage: Herbivore Boys and the Performance of Masculinity in Contemporary Japan“ von Chris Deacon zeigt, dass das Bild des „Salaryman“ von der jüngeren Generationen in immer stärkerem Maße abgelehnt wird. Dabei wird auch darauf eingegangen, welche Auswirkungen das auf das Selbstbild der jungen Männer hat, welche Ziele sie (nicht) im Leben zu erreichen versuchen und wie sich dadurch das gesellschaftliche Bild wandelt. 

Die letzte Arbeit „Resistance and Assimilation: Medical and Legal Transgender Identities in Japan“ von Nicola McDermott beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Transgendern in Medien und Politik, vor allem aber mit dem Selbstbild von Transgendern, welche Möglichkeiten ihnen von der Politik offen stehen, bzw. ihnen verwehrt bleiben und die Entwicklung, die diese gemacht hat. Dabei wird der Begriff der Transsexualität allerdings sehr engmaschig verwendet, einige der als Transsexuell geschilderten Fälle dürften mehr in die „Kategorie“ Intersexuell fallen.
Manga Girl Seeks Herbivore Boy: Studying Japanese Gender at Cambridge (Japanese Studies / Japanologie)
 
Autor:Brigitte Steger & Angelika Koch (Herausgeber)
Seiten:240
Verlag:Lit Verlag
Erschienen:21.02.2013
ISBN:9783643903198
Preis:29,90 €
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Genre:Japan

Fazit An der Einleitung sowie an allen Arbeiten ist ein ausführliches Literaturverzeichnis angehängt, sodass jeder bei Interesse selbstständige Recherche führen kann, einige Quellen sind dabei auch auf Englisch. Am Ende gibt es noch eine Kurzbiographie zu jedem einzelnen Autor und ihrem jeweiligen Supervisor. 
Die Arbeiten sind durchweg sehr interessant und gelungen, an einigen Stellen hätte sich allerdings auch etwas tiefgründigere Recherche angeboten. Als Einstieg für die Gender-Problematik in Japan allerdings ist das Buch sehr empfehlenswert.
Autor: /  TonaradossTharayn
Lektor: Johanna Hohner
Datum d. Artikels: 23.05.2013
Bildcopyright: Lit-Verlag


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