Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Nicolas Chauvat hat uns zum Erscheinen seines Ratgebers "Genki: Die 10 goldene Regeln aus Japan" Rede und Antwort gestanden. Erfahrt in unserem Interview, warum er sich entschieden hat, dieses Buch zu schreiben und woher seine Leidenschaft für das Land der aufgehenden Sonne rührt!

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Ohne Fleiß kein Reis – Wie ich ein guter Deutscher wurde
 

Zwar ist er in Deutschland geboren, doch lässt sein Gesicht viele daran zweifeln. Wie ist es, als Sohn koreanischer Gastarbeiter in Deutschland aufzuwachsen? Oder allgemein als Mensch mit Migrationshintergrund? Martin Hyun erzählt mit viel Humor Geschichten, auf die man vielleicht einmal einen ernsteren Blick riskieren sollte.
Inhalt Martin Hyun wurde 1979 als Sohn koreanischer Gastarbeiter in Krefeld geboren. Er war der erste koreanische Bundesliga-Profi der Deutschen Eishockey-Liga, sowie Junior-Nationalspieler für Deutschland. 1993 wurde er deutscher Staatsbürger. Sein Studienfach war Politik und in den USA und Belgien bildete er sich in International Relations weiter. Mittlerweile ist er sogar noch berühmter als zu der Zeit seiner Sportlerkarriere. Was aber war einer seiner größten Erfolge?

Von Zuhause ausziehen! Denn koreanische Eltern können zuweilen etwas klammern. Daher machte er sich auf den Weg in ein kleines Abenteuer – seinen Umzug von Krefeld in den Berliner Osten. Friedrichshain wird zu seiner neuen Heimat und anfangs freut er sich wie ein kleiner Reiskuchen. Grüßen ihn die Menschen noch freundlich und helfen ihm, wenn er den Weg einmal nicht findet, merkt er jedoch schnell, dass hinter all dem vielleicht etwas anderes steckt. Erneut knallen ihm nicht bloß Klischees vom Allerfeinsten gegen den Kopf, sondern er wird oftmals mit Vietnamesen, Japanern oder Chinesen verwechselt und man hält ihn kurzzeitig sogar für ein Mitglied der vietnamesischen Zigarettenmafia.

Doch nicht nur damit muss er sich rumschlagen. Es fällt ihm und seinen Bekannten auch schwer, an gewisse, höhere Berufe zu kommen, selbst wenn sie dafür mehr als geeignet wären. Denn selbst wenn er fließend Deutsch spricht und hier geboren wurde, wird seine Loyalität angezweifelt.
Das, was anderen wahrscheinlich schon längst Tränen in die Augen getrieben hätte, sie vielleicht sogar dazu gebracht hätte aufzugeben, ist für Martin Hyun jedoch ein Ansporn, nicht den Mund zu halten und es leise zu ertragen. Betont lustig schreibt er über Ereignisse, die so, oder zumindest so ähnlich, passiert sind. Durch die ständigen Witzeleien bleibt das Buch, das sonst sehr trocken und gesellschaftskritisch wirken würde, spannend und bringt den Leser dazu, immer mehr aus „der Welt des Autors“ erfahren zu wollen. Dabei bekommen nicht nur die Regierung und die Deutschen, sondern auch hier und da die Migranten ihr Fett weg, denn für Martin Hyun gibt es offensichtlich keinen generellen Bösewicht. Dabei geht er natürlich ab und an besonders auf seine Landsleute ein – die Koreaner, die in Deutschland zur Minderheit gehören. Selbst wenn man beim Lesen immer wieder ein Lächeln auf den Lippen hat, kommt stets die ernste Botschaft zwischen den Zeilen beim aufmerksamen Leser an. Hin und wieder gibt es gar Situationen, die selbst ein Martin Hyun nicht lustig gestalten kann. Doch genau darum soll es ja auch gehen.
Ohne Fleiß kein Reis: Wie ich ein guter Deutscher wurde
 
Autor:Martin Hyun (Jong-Bum Hyun)
Seiten:320
Verlag:btb
Erschienen:08.06.2012
ISBN:9783442753437
Preis:14,99 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Humor, Erzähltes Leben

Fazit Mit „Ohne Fleiß kein Reis – Wie ich ein guter Deutscher wurde“ erscheint bereits das zweite Buch des Autoren mit interessanter Lebensgeschichte. Sein erstes Werk trägt den Namen „Lautlos – Ja, Sprachlos – Nein: Grenzgänger zwischen Korea und Deutschland“ und erschien beim EB-Verlag Hamburg.
Autor: /  Celest_Camui
Lektor: Johanna Hohner
Datum d. Artikels: 03.01.2014
Bildcopyright: btb, Martin Hyun


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