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Die verschollenen Traditionen des Okinawa-Karate
 

„Um das Neue zu verstehen, muss man erst das Alte lernen.“, lautet ein Sprichwort, das Jamal Measara im Vorwort seines Buches „Die verschollenen Traditionen des Okinawa-Karate“ zitiert. Es ist ein wichtiger Grundsatz, der auch für die Kampfkunst zählt, die er in seinem Buch beschreibt.
Inhalt Jamal Measara, ein malaysischer Meister verschiedener Kampfkünste, der lange Zeit in Okinawa lebte und erst seit 1980 in Deutschland wohnt, erzählt in seinem Buch über die ursprüngliche Seite der Karateformen seiner Heimat. Während das heute bekannte Karate teils westernisiert und für schulische und sportliche Zwecke stark verändert wurde, kennt er es in seiner Grundform: als Selbstverteidigung, aber auch als kunstvolle Form, welche die Heilung und die Charakterbildung miteinschließt.
Er geht sehr detailliert auf einzelne, verschiedene Gesichtspunkte ein. Neben einer Kurzbiographie und einem Vorwort des Autors beginnt die Lektüre, die in zwei Teile, nämlich „Der Geist des Budō“ und „Die Kunst des Kämpfens“ unterteilt ist, mit einem Kapitel über Geduld und die fünf Regeln des Dōjōkun. Er geht darauf ein, dass Budō helfen soll, nicht nur selbst ein besserer Mensch zu werden, sondern auch andere, schwächere Menschen zu unterstützen. Ebenso die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist in den traditionellen Unterrichtsformen eine ganz andere, als die, die wir in der heutigen Zeit aus dem Sportverein kennen. Die Philosophie spielt eine wichtige Rolle, denn nur die Katas zu wiederholen, ohne die tiefe Bedeutung zu verstehen, bringt keine Erfolge.
Ein aufschlussreiches Kapitel ist die Verbindung von Kampfkunst und Heilkunde, das auch Praxistipps enthält.
Es geht weiter mit praktischeren Hinweisen wie den Waffen des Karate, deren Verwendung heutzutage in den meisten Schulen verloren gegangen ist und mit Muskelaufbau sowie Abhärtung, um die Techniken effizient ausführen zu können.
Im Kapitel „Kampftechniken“ geht Measara sehr detailliert auf verschiedene Arten des Schlagens, Stoßens und Tretens ein. Ab hier werden sehr viele Bilder verwendet. Ein wichtiger Punkt des Inhalts bleibt die Darstellung der Unterschiede zwischen den traditionellen und modernen Karateformen. Ein weiteres Kapitel widmet er den Kyūsho, dem Treffen so genannter Vitalpunkte. Eines dreht sich um die Taktik im Kampf – man darf auch „schmutzig“ kämpfen, wenn man so das eigene Leben oder das von anderen retten kann.
Eine zwölfseitige Abhandlung über die Geschichte Okinawas, die Jamal Measara, wie er schreibt, ebenfalls sehr am Herzen liegt und das richtige Binden des Gürtels runden das Buch ab.
Die verschollenen Traditionen des Okinawa-Karate
 
Autor:Jamal Measara
Seiten:160
Verlag:Palisander
Erschienen:01.12.2012
ISBN:9783938305119
Preis:18,90 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Japan, Bildband
Ursprungsland:Deutschland
Originaltitel:Die verschollenen Traditionen des Okinawa-Karate
Originalverlag:Palisander
Erstveröffentlichung:2012

Fazit Für Unbedarfte dürfte das Thema etwas trocken sein, doch wer sich nur ein klein wenig für Kampfkunst und Kampfsport interessiert, für den hat Jamal Measara besonders im ersten Teil des Buches das Thema sehr interessant und leicht lesbar verpackt. Er versteift sich nicht auf trockene Theorien, sondern reichert das Geschriebene mit Anekdoten von ihm und seinen Meistern an, durch die er selbst einst gelernt hat – besonders das Kapitel „Kampfkunst und Heilkunde“ ist sehr interessant.
Ab dem zweiten Teil wird es für diejenigen, die sich noch nie mit Karate beschäftigt haben, wieder sehr theoretisch, da man sich nur aus den Bildern heraus nicht viel vorstellen kann – das war aber sicher auch nicht der Sinn des Buches. Wer sich mit Karate beschäftigt, für den ist das Buch bestimmt eine gute Begleitung zum Training.
Autor: /  toastbrot95
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Teresa Schießl /  toastbrot95
Datum d. Artikels: 12.08.2014
Bildcopyright: Jamal Measara, Palisander


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