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Kopfkissenbuch
 

„Bei der schrecklichen Hitze im 7. Monat lässt man gerne die ganze Nacht hindurch alle Türen und Fenster offen stehen. Welch ein bezaubernder Anblick, wenn man nachts plötzlich aufwacht und draußen den Vollmond erblickt!“
Inhalt Sei Shonagon war etwa gegen Ende des zehnten Jahrhunderts Hofdame in Kyoto. Sie diente der kaiserlichen Gattin Fujiwara no Sadako und erlangte hohes Ansehen für ihre lyrische Kunst. Eines Tages erhielt sie von der Kaiserin ein Bündel hochwertiges Papier als Geschenk, welches sie über einen unbestimmten Zeitraum mit ihren ganz persönlichen Beobachtungen schriftlich füllte.

Sie beschreibt das allgemeine Leben zu Hofe, das Treiben auf prunkvollen Festen, das vertraute Beisammensein mit ihren Gefährtinnen und die nächtlichen Besuche von Männern, die ihre Geliebten noch vor dem Morgengrauen wieder verlassen müssen. Erzählungen über einen vom Hofe verbannten Hund reihen sich ein in Beobachtungen von Jungen, die auf Bäume klettern, singenden und tanzenden Bettlerinnen und ansehnlich verzierten Wägen. Sei Shonagon berichtet von der Wette über einen Berg aus Schnee, die sie mit der Kaiserin eingegangen ist, von dem Besucher eines Tempels, der noch bis tief in die Nacht hinein Sutras rezitierte und von ihrer eigenen Unsicherheit, als sie den Dienst als Hofdame im Kaiserpalast gerade angetreten hatte.
Sie macht keinen Hehl aus ihrer Sympathie zur Kaiserin, ebenso wenig aber auch über ihre Abneigung zum sogenannten niederen Volk und schreienden Kindern.

Neben zahlreichen Erzählungen, die das Hofleben detailliert dokumentieren, hegte sie zudem eine große Vorliebe für Mode und Blumen. Wie viele ihrer höfischen Zeitgenossen war für Sei Shonagon die Ästhetik ihrer unmittelbaren Umwelt von großem Wert. So beschreibt sie oftmals detailliert die Gewänder in ihrer Farbkombination, welche sie an den verschiedensten Menschen wahrnahm, selbst wenn sie ihr wenig zusagten. Sie schenkte den Blütenblättern der Birne ebenso Beachtung wie der vielbeschriebenen Kirsche und Pflaume, verglich die verschiedenen Regenarten miteinander und schwärmte vom Mondlicht.
Sei Shonagons „Kopfkissenbuch“ gilt als eines der frühesten und bedeutendsten literarischen Prosawerke der japanischen Literatur – und das nicht zu Unrecht.
Kopfkissenbuch
 
Autor:Sei Shonagon
Seiten:384
Verlag:Manesse
Erschienen:12.10.2015
ISBN:9783717523147
Preis:59,95 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Klassiker, Erzähltes Leben, Japan
Ursprungsland:Japan
Originaltitel:Makura no Soshi

Fazit Bei der hier beschriebenen Ausgabe handelt es sich um die erste Komplettübersetzung ins Deutsche, während zuvor nur Teilübersetzungen im deutschen Sprachraum erhältlich waren. Der sehr edel erscheinende Einband ist aus bedruckten und foliengeprägten Feinleinen, zudem profitiert das Buch von einer farbigen Fadenheftung.
Neben den unterschiedlich langen Texten Shonagons gibt es zusätzlich auf fast jeder Seite Fußnoten zur Erklärung verschiedenster, im Text behandelter Begriffe. Darüber hinaus finden sich am Ende des Buches ein Nachwort, ein Glossar, ein Personenverzeichnis sowie editorische Notizen.
Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 16.02.2016
Bildcopyright: Manesse


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