Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Shintōismus – Japans Alltagsreligion I

 
Glücksamulette, an Bäumen hängende Papierstreifen mit Wünschen darauf, Hausaltare oder in die Hände klatschen bei Gebeten – Wer hat das noch nicht in einem Anime gesehen? Und meistens stellt man sich die Frage: Ja, warum machen die das eigentlich?
Die Antwort ist denkbar einfach: Das sind alles religiöse Bräuche im japanischen Alltagsleben, die die Japaner ausführen, ohne wirklich zu bemerken, dass sie verschiedenen Religionen angehören. Die Religion, der die meisten Japaner angehören, ist der Shintōismus.

Shintō allgemein
Shintō, der Weg der Götter („kami no michi“ oder „kannagara no michi“) ist eine der größten Religionen des Landes. Der Glaube richtet sich an die japanischen Gottheiten, den so genannten „kami“, wie ihr sie zum Beispiel in „Chihiros Reise ins Zauberland“ sehen konntet. Diese Gottheiten können die verschiedensten Gestalten und Formen besitzen. Es gibt Götter in Menschenform („jinkakujin“), die als menschliche „kami“ bezeichnet werden, Schutzgötter („shugojin“), die den Menschen helfen, aber auch Götter in Form von Tieren, Naturphänomene, Naturwesen oder abstrakte Götter („kannenjin“). Daran merkt man, dass der Shintôismus eine sehr polytheistische Religion ist. Dies bedeutet, dass eine Vielzahl von Göttern oder Geistern verehrt werden.
Die wichtigste Gottheit des Shitntôismus ist allerdings Amaterasu-ō-mi-kami, kurz Amaterasu, deren Name zu Deutsch „Am Himmel scheinende große erlauchte Göttin“, bedeutet. Sie steht für die Sonne und das Licht und gilt als Begründerin des japanischen Kaiserhauses. So wurde es im Kojiki, dem ältesten geschichtlichen und mythologischen Bericht über die Begebenheiten des Altertums in Japan, berichtet.
Amaterasu ist die Ahnenherrin des Tennō, des japanischen Kaisers, der somit das Oberhaupt des Shintō ist. Vor dem zweiten Weltkrieg wurde dem Staatsoberhaupt ein weiterer göttlicher Status zugeschrieben, aber heutzutage hat die Führungsrolle des Tennō nur noch eine symbolische Bedeutung.
 
Es gibt verschiedene Richtungen, zwischen denen es im Shintōismus zu unterscheiden gilt: dem Schrein-, dem Sekten- und dem Volks-Shintôismus.
Anhänger des Schrein-Shintô versuchen auf verschiedenste und vielfältigste Art und Weise mit den Göttern zu kommunizieren, sie zu verehren oder gnädig zu stimmen.
Mehr über Shintōschreine und die Besonderheiten bei einem Schreinbesuch, erfahrt ihr im nächsten Teil von Shintōismus – Japans Alltagsreligion.
Autor: Anne Ballhaus
Grafiker: Rebecca Bertram /  Reh-Baecker
Datum d. Artikels: 18.12.2010
Bildcopyright: wikipedia, piqs.de


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