Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Die Sonnengöttin Amaterasu

 
Sie ist nicht nur eine der wichtigsten mythologischen Figuren des Shintoismus, sondern galt vielmehr auch als Vorfahrin des heutigen Kaiserhauses.
Die mythologische Figur der Sonnengöttin Amaterasu, mit vollem Namen Amaterasu-ō-mi-kami oder Ōhiru-menomuchi-no-kami genannt, stammt von der Gottheit Izanagi ab. Dieser gebar mit seiner Frau Izanami, der Gottheit der Erschaffung und des Todes, viele der japanischen Inseln sowie Gottheiten und Japans Vorfahren. Izanami starb nach der Geburt ihres gemeinsamen Kindes, wodurch ihre Seele in die Unterwelt wanderte. Jedoch versuchte Izanagi seine Frau aus dem Reich der Toten zurück zu holen, was ihm aber nicht gelang. Nachdem er aus der Unterwelt zurückgekehrt war, unterzog er sich einem Säuberungsritual. Damit wollte er sich von der Beschmutzung, die er sich bei dem Kontakt mit den toten Seelen in der Unterwelt zugezogen hatte, rein waschen. Nach diesem Ritual gebar er aus seiner Nase die Gottheit des Sturmes und der Meere Susano'o, aus seinem rechten Auge den Mondgott Tsukuyomi und aus seinem linken Auge schließlich die Sonnengöttin Amaterasu.



Susano'o, der einen schlechten und jähzornigen Charakter besaß, wollte nicht über Meere und Sturm herrschen, sondern vielmehr seiner Mutter in die Unterwelt folgen. Damit brachte er seinen Vater Izanagi gegen sich auf, der ihn daraufhin aus dem Reich des Himmels verbannte. Jedoch wollte Susano'o zuvor noch seine Schwester Amaterasu besuchen, die ihn zunächst noch skeptisch und mit einem Bogen bewaffnet empfing. Nachdem Susano'o versucht hatte sie zu beschwichtigen, konnten sie sich beide erst einigen, als sie einen Eid zu seiner Unschuld geschworen hatten. Dieser besagte, dass er unschuldig sei, sofern von ihm geborene Kinder vornehmlich männliche Nachkommen sind. So sprachen sie diesen und tauschten Zeichen ihrer Macht aus. Während dieses Ritus wurden von Amaterasu drei weibliche und von Susano'o fünf männliche Gottheiten geboren. Da somit Susano'os Unschuld bewiesen werden konnte, wurde ihm erlaubt auch weiterhin im Himmel zu bleiben. Durch diesen Erfolg übermütig geworden, beging er viele schlechte und furchtbare Taten und verwüstete so beispielsweise die himmlischen Reisfelder und Bewässerungsgräben. Die schlimmste aller Taten war jedoch die, bei der er ein Fohlen häutete und in die Webehalle warf, in welcher Amaterasu zusammen mit ihren Dienerinnen arbeitete.




Beim Anblick des toten Tieres erschrak sich eine Dienerin so sehr, dass sie starb. Durch diesen Umstand erschüttert, verließ die Sonnengöttin Amaterasu unverzüglich die Webehalle und sperrte sich in einer himmlischen Höhle ein. Dies führte dazu, dass nun über Himmel und Erde völlige Dunkelheit herrschte. Vergeblich versuchten die anderen Götter, Amaterasu aus ihrer Höhle zu locken. Erst als die Göttin Ama no Uzume vor der Höhle einen obszönen und seltsamen Tanz auf einem beschädigten Eimer aufführte, schaute Amaterasu, von dem Gelächter der anderen Gottheiten neugierig geworden, aus ihrer Höhle hervor. Da zuvor vor der Höhle ein juwelenverzierter Spiegel aufgestellt wurde, blickte Amaterasu beim Hinausschauen auf ihr eigenes Spiegelbild. Durch ihre Schönheit wurde der Spiegel so hell erleuchtet, dass die Finsternis vertrieben werden konnte. Susano'o wurde für seine Taten bestraft und schließlich aus dem Himmel verbannt. Er kam auf die Erde nieder und verrichtete dort seither meist viel Gutes, vor allem in der Provinz Izumo, die im nordwestlichen Teil Honshus liegt. Seine Nachkommen wurden zu Gottheiten der Gewässer, des Getreides, der Bäume sowie des Donners.



Auch Amaterasu hatte einen Nachkommen, Oshibo-mimi, geboren. Von diesem stammte Amaterasus Enkel Ninigi ab. Ninigi wurde von seiner Großmutter Amaterasu hinunter zur Erde geschickt, wo er von nun an regieren und nach dem Rechten sehen sollte. Sie gab ihm Reis, den er auf der Erde anbauen und den Göttern opfern sollte, und den juwelenverzierten Spiegel mit. Außer dem Spiegel, mit dem sie damals aus der Höhle gelockt worden war, gab sie ihm zusätzlich noch Geschmeide und das Schwert Kusanagi. Jenes Schwert hatte Susano'o zuvor auf der Erde im Schwanz eines Drachen gefunden. Ninigi betrat die Erde über den Gipfel des Berges mit Namen Takachiho, wo ihm der Berggott zwei seiner Töchter anbot. Von den zwei Schwestern wählte Ninigi die wunderschöne Konohana-sakuya-hime zur Frau, mit der er zwei Nachkommen, Umisachi und Yamasachi, zeugte. Seine Entscheidung Konohana-sakuya-hime zu heiraten, erwies sich im Nachhinein jedoch als sehr schwerwiegend und folgenreich für seine Nachkommen. Statt nur Konohana-sakuya-hime zu wählen, wäre die richtige Entscheidung gewesen beide Töchter des Berggottes zu nehmen. Durch seine Entscheidung bedingt, sollten seine Nachfahren ein verhältnismäßig kurzes Leben führen. Umisachi und Yamasachi waren die ersten menschlichen Nachfahren der Sonnengöttin Amaterasu. Yamasachi gilt ebenfalls als erster Ahne des ersten japanischen Tennō, dem himmlischen Herrscher. Gemeinsam mit seiner Frau Toyotama zeugte Yamasachi den Nachkommen Amatsu, der der Vater von Jimmu sein soll. Dieser herrschte von 660 bis 585 vor Christus als erster Tennō über Japan, dem auch heute noch am Neujahrstag des japanischen Mondkalenders als Anfang seiner Herrschaftszeit gehuldigt wird.

Das japanische Kaiserhaus berief sich seither auf die Abstammung von der Sonnengöttin Amaterasu, um ihre Macht sowie ihren Machtanspruch innerhalb Japans zu festigen. Dadurch wurden die damaligen Kaiser selbst wie Götter verehrt. Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges distanzierte man sich von dieser Vorstellung und sah den Tennō nicht mehr als einen Gott an. Amaterasu wurde der Hauptschrein der Tempelanlage in Ise, einem Ort in der Nähe Kyotos, geweiht. In diesem Schrein, der alle zwanzig Jahre neu aufgebaut wird, wird ein Spiegel aufbewahrt, der als Amaterasus Emblem gilt.
Autor: Justyna Rasinska
Lektor: Laura Schubert /  lour
Grafiker: Nathalie Schöps /  unbekannt
Datum d. Artikels: 27.12.2010
Bildcopyright:


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