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Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Meiji-Restauration

 
Ein politischer Umbruch und der Hauptgrund, warum das feudale Japan ein industrialisierter und moderner Staat geworden ist.
Zeitlich gesehen fand die Meiji-Restauration in den Jahren zwischen 1862 und 1869 statt, also gegen Ende der Edo- und zu Beginn der Meiji-Periode, die 1868 begonnen hatte. Innerhalb dieser relativ kurzen Zeitspanne kam es zum politischen Umbruch in Japan, aber auch zu einer völligen Neustrukturierung des bis dahin gekannten Sozialsystems. Eingeleitet wurde diese Wandlung durch die Ankunft der Schwarzen Schiffe Commodore Matthew Perrys. Nach diesem Ereignis öffnete sich Japan erstmals gegenüber anderen Ländern.





1866 wurde eine Allianz zwischen den Anführern der Domänen Satsuma, Saigō Takamori, und Chōshū, Kido Takayoshi, beschlossen. Beide Anführer unterstützten den Vater des 15-jährigen Mitsuhito, des späteren Kaisers Meiji. Ihre Unterstützung für den Vater des Kaisers sollte dazu führen, dass Yoshinobu Tokugawa nicht nur der 15. und damit letzte Tokugawa Shogun, sondern vielmehr auch der letzte Shogun in der japanischen Geschichte bleiben sollte. Nur ein Jahr nach der geschlossenen Allianz dankte Yoshinobu Tokugawa von seinem Amt ab. Daraufhin wurde die Position des Kaisers immer weiter gestärkt, bis diese schließlich nur zwei Monate nach Abtritt des Shoguns, im Januar 1868, vollkommen gefestigt war. Wenige Tage danach wurde Yoshinobu Tokugawa gänzlich seiner Macht entzogen, als im Boshin-Krieg in der Schlacht von Toba-Fushimi Truppen der Allianz Satsuma-Chōshū die Armee des ehemaligen Shoguns besiegten. Dieses Ereignis steht heute für das endgültige Ende des Tokugawa-Shogunats.





Das Ende des Shogunats zog nicht nur eine Industrialisierung Japans, sondern auch eine Änderung der bis dahin üblichen sozialen und geographischen Anordnungen mit sich. Während der Restauration beschloss der Kaiser, dass alle Feudalherren, die so genannten Daimyō, ihre Domänen an den Kaiser abzutreten hatten. Dieser strukturierte damit das Land neu, indem er aus den 300 Domänen 73 Provinzen festlegte. Damit sollte vor allem seine Herrschaft dauerhaft gesichert werden. Hierfür wollte der Kaiser ebenso das Shinōkōshō, auch besser bekannt als Vier-Stände-Gesellschaft, abschaffen. Das Shinōkōshō umfasste dabei die Stände der Samurai, der Bauern sowie der Handwerker und Kaufleute. Die Auswirkungen der Restauration waren besonders für die Samurai gravierend, von denen es zu dieser Zeit beinahe zwei Millionen gab. Dies lag zum Einen an einer Reform des Militärwesens, bei der die allgemeine Wehrpflicht 1873 eingeführt wurde. Ebenso wurden Abgesandte nach Europa geschickt, um die westlichen Militärtaktiken sowie die -organisation zu übernehmen, damit eine rasche Modernisierung und Angleichung des japanischen Militärs an die westlichen Maßstäbe stattfinden konnte. Durch die Einführung der Wehrpflicht wurde der Status der Samurai, die als Kriegerkaste bekannt waren, bedeutungslos und auch die Situation der Samurai, die bisher einen festen Lohn erhalten hatten, wurde durch die Versteuerung ihrer Einnahmen verschlechtert. Zudem wurde 1873 festgelegt, dass sie ihren Lohn in Staatsanleihen überführen sollten. So kam es, dass die Kriegerkaste allmählich verschwand und die im Vergleich zu den gemeinen Bürgern gut gebildeten Samurai anderweitig Beschäftigung fanden, beispielsweise als Lehrer, Regierungsangestellte oder Offiziere. Zu den weiteren Veränderungen im Bereich der politischen Entwicklung durch die Meiji-Restauration ist besonders auch die Verlagerung der Hauptstadt von Kyōto nach Edo, das seit 1868 offiziell Tōkyō heißt, zu nennen. Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht sowie die allmähliche Bildung von Parteien und einer demokratischen Regierung haben ihre Wurzeln ebenso in der Neuordnung Japans durch Kaiser Meiji.



Durch eine Kette von Ereignissen, angeführt durch die Ankunft von Perry, wurde die Meiji-Restauration zu einer der wichtigsten Umbrüche und Neugestaltungen Japans. Die Folgen, die die Illusion von Kaiser Meijis Restauration hatten, sind heute noch erkennbar. Tōkyō wurde zur Hauptstadt ernannt und westliche Systeme Militär, Politik und Bildung betreffend wurden größtenteils übernommen. Durch die Öffnung Japans wurde das einst feudale Land schließlich zu einer modernen und imperialen Großmacht. Auch die heutige Position Japans wäre wohl ohne diese geschichtlich so bedeutende Restauration eine andere.
Autor: Justyna Rasinska
Lektor: Laura Schubert /  lour
Grafiker: Nathalie Schöps /  unbekannt
Datum d. Artikels: 05.01.2011
Bildcopyright: Wikipedia


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