Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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Aktuell in Japan:
15.12. - 18.12.: Nara – Kasuga-Fest (regional) | 23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich) | 15.12. - 18.12.: Nara – Kasuga-Fest (regional) | 23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich) | 15.12. - 18.12.: Nara – Kasuga-Fest (regional)

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Feiertage in Japan

 
Es gibt unzählige japanische Feiertage und diese werden gern ausgelassen gefeiert.
Japan ist ein Land mit zahlreichen Feiertagen. Sie alle ausführlich beschreiben zu wollen wäre sicherlich nur in Form eines Buches möglich. Denn allein die Beschreibung der vierzehn gesetzlichen Feiertage fällt lang aus. Die Matsuri, so die Bezeichnung vieler Feiertage, werden oft regional unterschiedlich gefeiert. Außerdem stehen sie meist in einem religiösen Zusammenhang, so dass auch ein Besuch eines Tempels oder Schreins üblich ist, wenn es nicht gar Festumzüge von Schreinen gibt.

Feiertage im Januar
Das moderne japanische Jahr fängt mit dem Neujahr (oshougatsu) am 1. Januar an. Bevor in Japan der in Europa übliche Gregorianische Kalender eingeführt wurde, begann das neue Jahr mit dem Beginn des Frühlings. Es werden spezielle Neujahrsgerichte (osechi) gegessen, darunter sehr viele süße und saure Gerichte. Außerdem ist es Brauch - wie bei uns zu Weihnachten - zum Neujahrstag Postkarten an Freunde und Verwandte zu schicken, die oftmals schon vorgedruckt in Läden zu kaufen sind. Neujahr ist eine der Hauptferienzeiten in Japan, neben der Goldenen Woche und O-bon. Es ist ebenso an Neujahr üblich im Kimono herumzulaufen und Schreine zu besuchen, Geschäfte haben üblicherweise geschlossen.

Am zweiten Montag im Januar wird der Tag der Erwachsenen (seijin no hi) gefeiert. Japaner, die in dem jeweiligen Jahr 20 Jahre alt werden oder vor nicht langer Zeit geworden sind, machen sich im Anzug oder Kimono auf dem Weg zum Rathaus, um in einer Zeremonie ihre Volljährigkeit zu feiern. Nach dem japanischen Gesetz ist erst jemand mit 20 Jahren volljährig.






Feiertage im Februar
Der einzige gesetzliche Feiertag im Februar ist der Gedenktag der Reichsgründung (kenkoku kinen no hi), der am 11. Februar gefeiert wird. Ein nicht-gesetzlicher Feiertag ist dagegen am 3. Februar. Setsubun, der Beginn des Frühlings, ist laut Mondkalender, ein wichtiger religiöser Feiertag. Werden doch japanische Dämonen auf vielfältige Weise symbolisch vertrieben. Auch in Japan gibt es am 14. Februar einen Valentinstag, an dem Japanerinnen Ehemänner, Kollegen und Chefs mit so genannter Giri-Schokolade beschenken.


Feiertage im März
Ein wichtiger nicht-gesetzlicher Feiertag ist das Puppenfest (hina-matsuri), der den japanischen Mädchen gewidmet ist. Es werden Puppen in Kimonos in einer bestimmten Ordnung auf Plattformen ausgestellt. Die Puppen sollen die Mädchen vor bösen Geistern schützen. Außerdem nehmen kleine Papierfiguren in Booten auf dem Wasser diese Geister mit. Traditionelles Getränk dieses Tages ist süßer Sake (amazake).

Der 21. März ist offiziell Frühlingsbeginn (shunbun no hi) und fällt in etwa mit der Kirschblüte (sakura) zusammen. Diese Zeit wird auch als Hanami bezeichnet und stellt eine der wichtigsten Zeiten für Japaner dar. Japaner lieben es, wenn die Kirschbäume blühen und sie sich mit Freunden, Kollegen, Verwandten zum Picknick treffen können. In der schon etwas wärmeren Zeit ist dies auch möglich, die Blüte der japanischen Pflaume (ume) dagegen ist weniger wichtig, da sie eh in eine etwas kältere Zeit fällt. Durch die Geographie Japans bedingt ändert sich die Saison des Hanami vom Norden zum Süden hin. Hanami ist eine so beliebte Zeit, dass auch in Deutschland in zahlreichen Städten inzwischen Kirschblütenfeste gefeiert werden. Als Gegenstück zum Valentinstag gibt es am 14. März den Weißen Tag. An diesem Tag beschenken die Männer die Frauen mit weißer Schokolade.





Feiertage im April
Am 29. April beginnt die so genannte "Goldene Woche" (Golden Week) mit dem bisherigen Tag der Umwelt (midori no hi, seit 2007 Showa-Tag). Eine ganze Serie an Feiertagen setzt diese Woche fort und bildet neben O-bon die überhaupt wichtigste Zeit an Feiertagen für Japaner. Es wird üblicherweise für Touristen, die Japan besuchen wollen, nicht empfohlen, in dieser Zeit zu fliegen oder alles entsprechend rechtzeitig zu planen. Die Preise sind höher. Hotels, Flüge usw. sind oftmals ausgebucht. Die Zeit der Goldenen Woche wird auch oftmals von den Japanern für Auslandsreisen genutzt.

Feiertage im Mai
Der 3. Mai als der Tag der japanischen Verfassung (Kempou kinen-bi) ist ein weiterer Tag der Goldenen Woche, genauso wie der 4. Mai, der Volksfeiertag (Kokumin no kyuujitsu), seit 2007 offiziell Tag der Umwelt (midori no hi) genannt. Der Kindertag (kodomo no hi) bildet den Abschluss der Feierlichkeiten, die Goldene Woche geht zu Ende.

Kinder haben in Japan eine besondere Stellung, deswegen feiert man am 5. Mai die Freude der Kinder und bezeugt so Respekt vor ihnen. Oftmals wird bemängelt, dass dabei eher ein gesetzliches "Knabenfest" herauskommt (tango no sekku) - im Gegensatz zum nicht-gesetzlichen "Mädchenfest" im März, obwohl es offiziell nur noch ein Kinderfest geben soll. Es gibt am kodomo no hi traditionelle Feiertagsgerichte und die Japaner hissen eine spezielle Flagge, die Karpfen-Fahne (koi-nobori). Beides hat eine große symbolische Bedeutung.

Feiertage im Juli
Als einziger gesetzlicher Feiertag wird am dritten Montag im Juli der Meerestag (umi no hi) gefeiert. Er soll die lange feiertaglose Zeit im Jahr auflockern, da es weder im Juni noch im August gesetzliche Feiertage gibt. Tanabata ist allerdings ein Feiertag nicht-gesetzlicher Natur und wird am 7. Juli in vielen Städten gefeiert. Es werden Bambusbäume mit Zetteln behängt aufgestellt auf denen Wünsche vermerkt sind, die in Erfüllung gehen sollen.

Feiertage im August
Ein großes nicht-gesetzliches Fest, O-bon, schmückt den 13. August und ist als buddhistischer Gedenktag für die Verstorbenen ein großes landesweites Fest. Für Ausländer ist es besonders an diesem Tag empfehlenswert als Ausländer große Städte wie Tokio zu besuchen, da Japaner an diesem Tag ihre Verwandtschaft und besonders die Gräber ihrer Vorfahren auf dem Lande besuchen. Es wird sehr viel getanzt, Laternen auf Reisen geschickt und vieles mehr. Da es in Japan eine strikte Trennung zwischen Religion und Staat gibt, wurde dieser bedeutende Tag nie ein gesetzlicher Feiertag, dennoch haben die meisten Geschäfte zu.

Feiertage im September
Am dritten Montag im September wird der Tag der Ehrung der Alten (keirou no hi) gefeiert. Aus Anlass des Herbstbeginns (shuubun no hi) wird um den 23. September alljährlich ein Bär geopfert.

Feiertage im Oktober
Um den Sport besonders zu ehren, gibt es in Japan am zweiten Montag im Oktober den Tag des Sports (taiiku no hi). Ein Tag, an dem es in Japan viele Sportereignisse stattfinden.

Feiertage im November
Wo das Jahr sich langsam dem Ende zuneigt, gibt es immer noch einige Feiertage, nämlich am 3. November den Tag der Kultur (bunka no hi) und am 23. November den Tag des Dankes der Arbeit (kinro kansha no hi). Einen nicht-gesetzlichen Feiertag gibt es noch am 15. November, den Shichi-go-san (sieben-fünf-drei). Eltern gehen mit ihren drei- oder siebenjährigen Töchtern sowie fünf- oder dreijährigen Söhnen zu einem Shinto-Schrein, um sich für das Überleben der Kinder zu bedanken. Diese Kinder ziehen dazu traditionelle Kleidung an.

Feiertage im Dezember
Der letzte gesetzliche Feiertag des Jahres ist der Geburtstag des jetzigen Kaisers Akihito (tennou no tanjoubi) am 23. Dezember. Eine Rede des Kaisers gibt es an diesem Tag allerdings nicht, sondern üblicherweise am 2. Januar.




Wie schon erwähnt gibt es noch viele andere nicht-gesetzliche, meist religiöse Feierlichkeiten, die unter den Begriff "Matsuri" fallen, z.B. das Blumenfest (hana-matsuri) oder das Fruchtbarkeitsfest (hounen-matsuri). Sie werden von Region zu Region allerdings zeitlich und rituell unterschiedlich gefeiert.
Autor: Björn Bride
Lektor: Diana Erbe
Grafiker: Nathalie Schöps /  unbekannt
Datum d. Artikels: 12.01.2011
Bildcopyright: Wikipedia


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