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Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Hina Matsuri – Das Puppenfest

 
Der Tag für alle Mädchen, das Puppenfest, soll alles Übel von einem nehmen – doch aufgepasst! Wenn man nicht aufpasst, gibt es nach der fröhlichen Feier schnell ein böses Erwachen!
Das Hina Matsuri, zu Deutsch Puppenfest, ist ein Festtag für alle Mädchen. Es ähnelt dem Kodomo no Hi, früher Feiertag der Jungen, bevor dieses zum „Tag der Kinder“ umfunktioniert wurde.
Das Hina Matsuri findet jährlich am 3. März statt. Im Mittelpunkt des Festes stehen junge Mädchen und unverheiratete Frauen, denen man in Gebeten und durch verschiedene Rituale Glück und Erfolg im Leben wünscht.
Wie das ehemalige Knabenfest gehört auch das Hina Matsuri zu den fünf großen Jahreszeitenfesten, die Japan von den Chinesen übernommen hat. Deshalb ist es auch als Momo no Sekku, was Pfirsichfest bedeutet, bekannt.
Etabliert hat sich das Fest in Japan etwa in der Edo Zeit (1603-1868). Damals wurden die meisten Puppen, wie in China, noch aus Papier gefertigt und anschließend auf einem Fluss treiben gelassen. Beim Anfertigen der Puppen, so glaubte man, würde alles eigene Unglück auf die Puppe übergehen und beim Schwimmen auf dem Wasser würde man so davon erlöst werden.

Heute sind die Puppen, die sogenannten Hina Ningyou (jap. ひな人形) nur noch selten aus Papier. Um sie zu präsentieren stellt man bereits einige Tage vor dem eigentlichen Fest mit roten Tüchern bespannte Podeste auf. Die Puppen sind in auffälligen und prächtigen Kimono der Heian Zeit (794-1192) gekleidet und sollen mit ihrer Schönheit böse Geister von den Mädchen fern halten. Zusätzlich wird der Altar häufig noch mit Pfirsichblüten geschmückt.
Die meisten Puppensätze bestehen aus 15 Figuren. Bei der Anordnung auf dem Podest ist die oberste Stufe dem Puppenpaar, das Kaiser und Kaiserin symbolisiert, vorbehalten. Darunter folgen meist drei Hofdamen und die Puppen auf der dritten Stufe sind traditionell fünf Hofmusiker mit ihren Instrumenten. Auf zusätzlichen Stufen werden weitere Puppen des Hofstaates aufgestellt, sowie Miniaturausgaben von Wagen, Möbel, Opfergaben, Speisen u.ä.
Die Zahl der Stufen ist nicht festgeschrieben. Manchmal wird nur eine Stufe mit dem Kaiserpaar aufgestellt, andere Altäre haben fünf, sieben oder noch mehr Stufen!
Podeste sind nicht nur zu Hause, sondern auch in Geschäften und an Schreinen zu finden und sind beliebte Fotomotive.
Oft handelt es sich bei den Puppen um wertvolle Erbstücke, denn es ist Tradition, dass sie innerhalb der Familie von den älteren Frauen an die Töchter weitergegeben werden.

Die Wahlspeise am Hina Matsuri ist Chirashi-zushi. Bei diesem „gestreuten Sushi“ werden verschiedene rohe Zutaten wie Sashimi, Pilze und Karotten über einer Schale mit Sushireis verteilt.
Beliebte Getränk zum Hina Matsuri sind Amazake, eine alkoholfreie Sake-Variante aus fermentierten Sojabohnen, die heiß getrunken wird und Shirozake, ein süßer, weißer Sake.
Dazu werden gerne Arare -mit Sojasoße gewürzte Reiscracker- gereicht.
Auch bunte Bonbons und Pfirsiche aus Zucker sind beliebte Süßigkeiten, ebenso wie die rautenförmigen, dreischichtigen und gesüßten Reiskuchen, genannt Hishimochi. Ihre Farben, rot bzw. rosa, weiß und grün, stehen für die Vertreibung böser Geister, sowie für Reinheit und Gesundheit.
 





Aber Vorsicht! Denn wenn man nicht aufpasst, kann es am Ende des Festes schnell ein böses Erwachen geben. Denn der Überlieferung zu Folge werden Mädchen, die vergessen ihre Puppen bis zum 4. März wieder wegzuräumen, in diesem Jahr nicht heiraten!

Auch wenn das Hina Matsuri kein offizieller Feiertag ist, ist es ein schönes und beliebtes Fest bei den Japanern und zudem einer der wenigen Anlässe, zu dem sich einmal die Mädchen feiern lassen dürfen.
Autor: Kay Kraus /  Kaychi
Lektor: Christine Schäffer
Grafiker: Nathalie Schöps /  unbekannt
Datum d. Artikels: 16.04.2011
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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