Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Ama no Hashidate

 
Dem shintoistischen Schöpfungsmythos zufolge stand einst das Urgötterpaar Izanami und Izanagi auf einer „Himmelsbrücke“ und rührte mit einer juwelenbestückten Lanze in den salzigen Meeresfluten. An dieser Lanze rannen Tropfen herab und so wurden die ersten japanischen Inseln geformt.
 
Diese „Himmelsbrücke“ existiert tatsächlich und ist eine 3,6 km lange natürliche Sandbank, die gerade mal 100 bis 200 Meter breit ist. Sie trennt die kleine Lagune Aso-kai (阿蘇海) von der offenen Bucht Miyazu-wan (宮津湾) östlich der Tango-Halbinseln.
Die Nehrung ist nur durch einen schmalen Kanal in die „Große und Kleine Brücke“ getrennt.
Ihre Oberfläche ist mit ca. 8000 Kiefern, sowie einem kleinen Teil der Stadt Miyazu der Präfektur Kyoto bestückt.




Die Ama no Hashidate zählt, neben der 249-Kieferninsel Matsushima (Stadt Sendai) und der heiligen Insel Miyajima (Präfektur Hiroshima), zu den „Nihon Sankei“ (日本三景), den drei schönsten Landschaften Japans.

Den berühmtesten Blick auf die Himmelsbrücke hat man vom Kasamatsu-Park, der auf halbem Weg auf dem Berg Nariai liegt. Dabei sollte man sich mit dem Rücken zur Bucht auf eine der drei Bänke stellen und den „mata nozoki“ (股覗きwörtlich: "Schenkelblick") anwenden: Den Oberkörper so weit herunter beugen, bis man durch die eigenen Beine sehen kann. Dieser Blick wird auch „Hiruyukan“, „Blick des fliegenden Drachens“, genannt. Durch diese Perspektive soll der Eindruck entstehen, als würden die Kiefern der „Brücke“
in den Himmel klettern und so zwischen Himmel und Erde schweben.


Auch von der gegenüberliegenden Seite hat man einen schönen Blick auf die Sandbank und auf beiden Seiten kann man die Aussichtspunkte mit einer Seilbahn oder einer Einschienenbahn erreichen.
Am südlichen Ende, welches gerade mal ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt ist, gibt es den buddhistischen Tempel „Chion“, der ebenfalls einen Besuch wert ist.
Die Orakelschildchen, die dort an den Kiefern hängen, sind Miniaturfächer.




Nahe dem Tempel ist auch der „Chie-no-wa“ („Ring der Weisheit“) aufgestellt. Es heißt, wenn man den Ring drei Mal durchquert, werde man weise. Der Grund, weshalb dieser Ring allerdings wirklich existiert, ist ein viel profanerer: An ihm ist lediglich eine Kette für das Anlegen von Booten und Schiffen befestigt.
Die Ama no Hashidate ist auch für ihr „Iso-Shimizu“-Wasser bekannt: Die Quelle ist, obwohl von allen Seiten vom Meer umgeben, nicht salzig! Man sagt, das Wasser solle unsterblich machen.

Um zur Himmelsbrücke zu kommen, gibt es mit der Bahn zwei Möglichkeiten, wobei beide von Kyoto ausgehen. Eine führt über Fukuchiyama, die andere über Nishi-Maizuru. Diese Fahrten daueren ca. zwei Stunden und die Bahn direkt nach Ama no Hashidate ist in privater Hand (Linie: Kitakinkitango), was für Railway-Pass Besitzer leider bedeutet: extra bezahlen.

Man kann die Himmelsbrücke entweder zu Fuß überqueren oder sich ein Fahrrad mieten. Wem das zu anstrengend ist, der kann sich auch mit einem Motorboot daran entlang fahren lassen.

Im Sommer sollte man auf der Ama no Hashidate unbedingt getrockneten Tintenfisch genießen und schwimmen gehen. Auch das Meloneneis des kleinen Snack-Shops am nördlichen Aussichtspunkt ist eine Kostprobe wert!
Im Herbst sollte man über Nacht in einem der schönen Ryokan oder der Jugendherberge bleiben, um früh am nächsten Morgen, um ca. 6 Uhr, die Kormorane beobachten zu können und zu sehen, wie sich der Nebel über der Sandbank lichtet.
Auch ein Besuch der heißen Quellen (Onsen) lohnt sich hier.

Cosplayer und Interessierte sollten sich auch nicht das große Cosplay-Event entgehen lassen, welches jedes Jahr im August auf der Ama no Hashidate stattfindet. Dieses Jahr wurden ausländische Cosplayer sogar herzlich dazu eingeladen, nachdem 2010 an die 300 japanische Cosplayer vor Ort waren.



 
Zusammengefasst kann man sagen, dass sich eine Reise zu einem der drei schönsten Landschaften Japans auf jeden Fall lohnt. Auch wenn es eine etwas längere Fahrt bedeutet.
Die Himmelsbrücke ist nicht nur wegen ihres schönen Namens, sondern auch wegen ihrer tatsächlichen, natürlichen Schönheit ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.     
Autor: Bettina Spallek /  Subaru
Lektor: Christine Schäffer
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 30.12.2011
Bildcopyright: Wikipedia / Wikimedia Commons


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