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Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Reiki

 

In westlichen Publikationen wird Reiki oft als „universelle“ oder „universale Lebensenergie“ übersetzt – aber was ist Reiki eigentlich genau? Alles nur Esoterik oder tatsächlich belegbare Heilkunst? Für diejenigen, die noch mehr wissen wollen, ist hier der Link zum führenden Online-Magazin zum Thema Reiki: http://www.reiki-land.de

Reiki (レイキ) ist eine alte japanische Naturheilkunst oder auch esoterische Praxis, die sich aus den Wörtern „Rei“, was „Geist“ oder „Seele“ bedeutet und „Ki“, das für die „Lebensenergie“ steht, zusammensetzt.
Im Ganzen bedeutet es so viel wie „Spirituelles, geistiges Qui“. Qui ist ein chinesisches Wort (in Japan „Ki“, in Korea „Gi“), das für „Energie“, „Atem“ oder auch „Luft“ steht. Qui ist ein Begriff des Daoismus und bildet die ideelle Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin.
Als Begründer des Reiki wird häufig Mikao Usui genannt. Doch es ist nicht ganz klar, ob er die Kunst tatsächlich entdeckt oder nur wiederentwickelt hat.
Usui, ein buddhistischer Mönch - kein Christ, wie in der frühen Legende behauptet -, begab sich 1922 zum Fasten auf den Berg Kurama, welcher nördlich von Kyoto liegt. Dort soll er innerhalb von einundzwanzig Tagen das Reiki entwickelt haben. Eine Geschichte besagt, dass er sich an einem Stein den Fuß blutig gestoßen habe, woraufhin er die Hände auf die Wunde gelegt und die Blutung gestoppt habe. Außerdem soll er am gleichen Tag die Zahnschmerzen einer Frau erfolgreich behandelt haben. Daraufhin begann Usui, das Phänomen zu beobachten und zu unterrichten.





Reiki basiert auf der Erkenntnis, dass die der Entstehung und Entwicklung des gesamten Universums zugrundeliegende, schöpferische Energie (Qui) auch den Menschen zur Verfügung steht und nutzbar gemacht werden kann. Diese Energie kommt in ähnlicher Form auch in anderen Kulturen und Religionen vor: Die Christen bezeichnen es als das ‚Licht’, die Hindus als ‚Prana’ und selbst die moderne Wissenschaft hat die Ausdrücke ‚Bioplasma’ und ‚Bioenergie’ dafür gefunden.
Reiki, das nicht nur die Behandlungsform, sondern auch die Technik und die hypothetische Energie bezeichnet, nutzt eben dieses Qui. Dabei hat es zum Ziel, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern, die Gesundheit zu erhalten und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Tatsächlich klingt das Wort ‚Selbstheilungskräfte’ abgehobener, als es ist – selbst die Schulmedizin spricht in manchen Fällen davon.




Auf welche religiösen oder philosophischen Einflüsse Usuis Lehre zurückgeführt werden kann, ist ungeklärt. Aber es gibt einige wenige oberflächliche Ähnlichkeiten zum chinesischen Daoismus und zu den buddhistischen Philosophien.
Die Hawaiianerin Hawayo Takata war die erste Reiki-Meisterin außerhalb Japans. Sie vereinfachte die ursprüngliche Lehre „Usui Reiki Ryoho“ und verbreitete diese im Westen. Jene Version wird in Japan seiyō reiki („westliches Reiki“) genannt.

Zur Behandlung liegt der Patient auf einer bequemen Unterlage, sodass er sich ungestört und entspannt fühlt. Unter Umständen kann dazu Meditationsmusik zur Unterstützung eingesetzt werden. Der Reiki-Therapeut tastet nun mit seinen Händen die zentralen Energiepunkte (Chakren & Meridiane) und die einzelnen Organe in einer bestimmten Reihenfolge ab. Das führt meist zu einer tiefen Entspannung und hilft unter anderem bei Herz-Kreislauf-Störungen, Magen-Darmbeschwerden, Hautkrankheiten und Allergien, aber auch bei psychischen Problemen wie Suchten oder Depressionen. Reiki ersetzt allerdings nicht den notwendigen Arztbesuch!
Die Wirksamkeit bei Krankheiten ist noch nicht wissenschaftlich belegt worden, da sich im Rahmen der Untersuchungen entweder kein positiver Effekt eingestellt hat oder methodische Schwächen in der Beweisführung entdeckt wurden.


Es gibt jedoch die Behauptung, dass die Wirkung von Reiki mit der so genannten „Kirlian-Fotografie“ bewiesen wurde. Die Kirlian-Fotografie ist eine Hochfrequenz-Fototechnik, mit der man die feinstoffliche, bioenergetische Ausstrahlung (=Aura) des menschlichen Körpers in Bildern sichtbar gemacht hat.
Die Theorie besagt, dass energetische Störfelder wie Krankheiten, Depressionen oder starke Ermüdung bereits vor dem Ausbrechen eine Veränderung der Aura ausmachen. Mit der Kirlian-Fotografie wurde es nun möglich, die Bilder vor und nach der Behandlung zu vergleichen.
Doch nur, weil die Wirksamkeit von Reiki nicht wissenschaftlich nachgewiesen wurde, bedeutet das nicht, dass es sich hier um Unfug oder gar Sektentum handelt. Der Reiki-Therapeut fungiert als Kanal für die Energie und leitet sie durch bestimmte Techniken an den Patienten weiter, um die innere Ordnung wiederherzustellen und den Körper zu entgiften. Ob man Reiki nun als Entspannung sieht oder tatsächlich an die tiefgreifende Wirkung glaubt, ist dabei jedem selbst überlassen.




Autor: Teresa Schießl /  toastbrot95
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Nathalie Schöps /  unbekannt
Datum d. Artikels: 29.02.2012
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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