Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Aktuell in Japan:
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Der 88-Tempel-Rundweg

 
1.200 km, die in rund 40 Tagen zu Fuß zurückgelegt werden können. Dabei handelt es sich nicht um irgendeine Route, sondern vielmehr um den bedeutendsten Pilgerweg in Japan: Der 88-Tempel-Rundweg.
Shikoku ist die kleinste der japanischen Hauptinseln und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 19.000 Quadratkilometern. Die Insel ist durch das milde und mediterrane Wetter ein beliebtes Urlaubsziel – sowohl für Japaner als auch für Ausländer. Auch kulturell hat Shikoku neben seinem schönen Landschaftsbild viel zu bieten. Allen voran die wohl bekannteste Pilgerroute ganz Japans.




Besucht man Shikoku, so sind die Pilger nicht schwer zu übersehen: Sie tragen weiße Kleidung, einen kegelförmigen Strohhut und nicht zuletzt einen Pilgerstab. Rote Stempel auf ihren Gewändern zeigen, welche Tempel bereits besucht wurden.
Die Reise ist nicht nur eine persönliche Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Zwar bieten die Wege ein einzigartiges Naturerlebnis und unvergleichliche Ausblicke, da man sowohl die Küste entlang reist, als auch viele Berge durchwandern muss, jedoch lässt es sich mittlerweile auch nicht vermeiden, an einigen Fernverkehrsstraßen entlang zu pilgern - ein eher weniger idyllisches Bild. Heutzutage ist es jedoch auch nicht unüblich für den modernen Pilger, beinahe die gesamten Distanzen zwischen den Tempeln in Bussen zurück zu legen und die Landschaft somit im schnellen Vorbeiziehen zu bestaunen.
Den Pilgern geht es dabei allerdings nicht nur um die einzigartige Erfahrung. Sie wünschen sich meistens, nach ihrem Tod zusammen mit dem Pilger-Buch und in den Reisegewändern aufgebahrt und eingeäschert zu werden! Die Wanderung kann demnach im weitesten Sinne als Reinigung und –wenn man es genau nimmt– sogar als Vorsorge betrachtet werden: Auf lange Sicht ist das Ziel, die eigene Seele Ruhe finden zu lassen.


Der 88-Tempel-Rundweg bietet viel: Natur, Spiritualität, Kulturgut und nicht zuletzt japanische Gastfreundschaft. Folgt man den Routen, wird man immer wieder kleine Snacks finden, welche die Anwohner vor ihre Tür stellen - als Wegzehrung für die fleißigen Pilger. Allein für diese Erfahrung lohnt sich die Mühe.
Autor: Lisa-Marie Janßen
Lektor: Christine Schäffer
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 21.03.2012
Bildcopyright: Wikipedia Commons


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