Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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Aktuell in Japan:
15.12. - 18.12.: Nara – Kasuga-Fest (regional) | 23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich) | 15.12. - 18.12.: Nara – Kasuga-Fest (regional) | 23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich) | 15.12. - 18.12.: Nara – Kasuga-Fest (regional)

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Engster Freund und Helfer

 
Man stelle sich vor, man beobachte folgende Szenen: Ein Polizeibeamter wird von einem japanischen Bürger angesprochen, der ihm haarklein erzählt, was derzeit im örtlichen Viertel vor sich geht. An einer anderen Stelle klingelt ein Beamter bei einer Familie, die kürzlich eingezogen ist und stellt sich ihnen vor. Er wird hereingebeten und zu einem Tee eingeladen.
Das japanische Polizeisystem ist zweifellos ebenso, wenn nicht sogar noch hierarchischer, als bei uns. Doch gleichzeitig arbeitet es ungemein bürgernah. Die sogenannten Kobans sind kleine Polizeistationen für einen bis zehn Polizisten. Man findet sie in allen Stadtvierteln und die Beamten verbringen zumeist ihr ganzes Berufsleben in „ihrem“ Viertel, sodass sie bald die Menschen dort kennen. Sie behalten einen Überblick über die Stimmung im Viertel und kennen sich bestens in den verzweigten Nebenstraßen aus.
Sie erhalten die Sicherheit durch ihre ständige Präsenz und die Nähe zum Bürger.

Die oben beschriebenen Szenen sind keinesfalls erfunden, sie haben so oder so ähnlich stattgefunden und werden es auch immer wieder. Was bei uns im Westen als Denunziation abgestraft werden würde, ist für Japaner selbstverständlich. Die Bürger erzählen ihren Beamten viel, denn sie wissen, dass die Polizisten sich nicht über sie stellen, sondern vielmehr ein wichtiger Teil der Gemeinschaft sind.
So kommt es, dass die Polizisten auch nicht nur für das Verhindern von Verbrechen zuständig sind, sondern vielmehr Ruhe und Frieden in ihrem Viertel oder Dorf sichern. Sie schlichten Nachbarschaftskonflikte, Ehekräche, sie verhindern Vandalismus, sammeln Fundstücke ein, verwalten sie anschließend und halten stets die Augen nach Fremden auf, die nichts bei ihnen zu suchen haben.

Der Name Koban (交番), den man mittlerweile auch in romanischen Buchstaben an den Wänden der Polizeiboxen lesen kann, ist von den Begriffen kōtai (交替) für „abwechselnd" und tachiban (立番) für „Wachposten" abgeleitet und bedeutet so viel wie „abwechselnd auf Wache stehen“.
 








Wann immer man in Japan auch als Ausländer Hilfe braucht, sich verlaufen hat oder sonstige Fragen hat, sollte man nicht zögern, einen uniformierten Koban-Beamten zu fragen. Auch das fällt in seinen Aufgabenbereich und es wird ihm nie an Hilfsbereitschaft mangeln.
Autor: Lisa-Marie Janßen
Lektor: Jennifer Brox
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 28.03.2012
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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