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Miyamoto Musashi

 
Er ist eine Legende unter den Samurai – Miyamoto Musashi, ein Krieger, der schon im zarten Alter von gerade mal zwölf Jahren seinen ersten Kampf mit einem ausgebildeten Samurai ausfocht und siegreich hervorging. Auch in Filmen und Literatur, wie der dreiteiligen Kino-Reihe „Samurai", wurde er zum Hauptdarsteller. Aber wer war er wirklich?




Miyamoto Musashi (gebürtig Shinmen Musashi), geboren 1584, wuchs in dem Dorf Miyamoto auf, das in der historischen Provinz Mimasaka (heute: Präfektur Okayama auf der Insel Honshu) lag.

Schon früh kam Musashi mit der Kriegskultur in Kontakt, da sein Vater Hirata Munisai ein Landsamurai war, der Shinmen Omasa heiratete und später ebenfalls deren Familiennamen trug. Er nannte sich selbst „Shinmen Musashi no Kami Fujiwara Harunobu“, wobei „Harunobu“ sein sogenannter Imina war, sein wirklicher Name, der jedoch nach dem Tod einer Person nicht mehr benutzt wurde. „Fujiwara“ war der Name eines bedeutenden Herrscher-Klans, von dem die Familie seiner Mutter Shinmen Omasa abstammte, und „Musashi no Kami“ zeichnete ihn als Gouverneur seiner Heimatprovinz aus. Außerdem ist bekannt, dass er als Kind den Namen „Bennosuke“ trug und ein Pseudonym namens „Niten“ (dt.: „zwei Himmel“) oder „Niten Dōraku“ verwendete. Er wurde jedoch als „Musashi“ betitelt.

Schon früh war er bekannt für seine Kraft und Wildheit. Für sein Alter sehr groß und kräftig gebaut, tötete er bereits mit zwölf Jahren den Samurai Arima Kihei, der in der Dorfmitte sein Banner aufgestellt hatte und behauptete, mit Schwert und Speer jeden Gegner überwältigen zu können. Das reizte Musashi offenbar so sehr, dass er den Krieger kurzerhand zu Boden warf und ihn mit einem Stock erschlug.

Mit dreizehn Jahren musste er zum ersten Mal ein Duell führen, bei dem es um Leben und Tod ging. Trotzdem war er ein sehr religiöser Mensch und begnügte sich nicht mit dem puren Kämpfen. Er bewies sich in Duellen mit dem Bokutō (Holzschwert) und einem Katana, das er jedoch ebenfalls selbst aus Holz schnitzte.

Schon mit sechzehn Jahren verließ er die Provinz Mimasaka, um eine Reise quer durch Japan anzutreten. Seit dieser Zeit ist er unter seinem heutigen Namen als Musashi Miyamoto bekannt. Er machte sich einen Namen in etlichen Kämpfen, sechs Kriegen (auch in der Schlacht von Sekigahara) und soll angeblich 60 Duelle gewonnen haben - unter anderem gegen Shishido Baiken, der ein Meister im Kampf mit der Kettensichel war.

Bekannt wurde Musashi jedoch vor allem für seinen ungewöhnlichen Kampfstil: Er benutzte gleichzeitig beide Schwerter.
Zwar trugen Samurai meist das sogenannte „Daishō-Paar“ (dt.: groß-klein), also ein langes Katana und ein kurzes Wakizashi, aber beide Schwerter zur gleichen Zeit zu benutzen, war eher unüblich. Normalerweise kämpfte ein Samurai zu dieser Zeit mit seinem Katana und erst, wenn er dieses verlor oder er in engen Räumen kämpfen musste, setzte er das Wakizashi ein, das eigentlich zu rituellen Zwecken diente. Musashi erklärte seine Kampftechnik jedoch mit folgenden Worten:

„[…] sich der Wirksamkeit der beiden Schwerter bewusst zu werden – darum geht es in der Nito ryu […] denn wahr ist, dass man alle Waffen, die man besitzt, gebrauchen sollte, statt sein Leben wegzuwerfen. Zu sterben, mit einer unbenutzten Waffe in seinem Gürtel, das wäre bedauerlich.“
Miyamoto Musashi, Das Buch der fünf Ringe

Musashi war vielen Fürsten zum Feind geworden, deswegen schickte man mehrere Samurai los, um ihn zu töten, doch es gelang ihm, sie alle vorher zu vernichten. Er galt als Rōnin, ein herrenloser Samurai, und lernte von anderen Samurai und Rōnin, die in sein Heimatdorf kamen. So konnte er seinen Kampfstil, den er „Niten Ichiryu“ nannte, immer weiter ausfeilen und verbessern.

Allerdings legte er bereits Ende 20 seine Waffen nieder, um einen tieferen Sinn in der Kampfkunst zu suchen. Er bestritt seinen letzten Kampf mit Sasaki Kojirō, damals einer der berühmtesten Samurai, und überwand ihn mit einem selbst geschnitzten Holzschwert aus einem Bootsruder.
Als Musashi mit dem Kämpfen aufhörte, baute er mehrere Tempel und Schulen, unter anderem auch eine Schule für Stichblatthersteller (jap. Tsuba), da er nach wie vor sehr religiös war. Er arbeitete auch als Handwerker und Künstler, wobei er Wandschirme bemalte, Kunstwerke aus Metall schuf und Kalligrafie betrieb. Heute gelten diese Arbeiten als Meisterwerke. Man erkennt sie oft auch an dem sogenannten „Musashi-Tsuba“, einem Stichblatt mit zwei ineinander verschlungenen Ringen.

Im Alter zog sich Musashi in die Höhle Reigandō zurück, um sein Buch Gorin no Shō („dt. Das Buch der Fünf Ringe“) zu schreiben, für das er vor allem in der heutigen Zeit bekannt wurde. Einige Wochen, bevor er starb, übergab er das fertige Werk seinem Schüler Terao Magonojo, das mit seinen allgemein formulierten Thesen auch heute noch in der Managementlehre eingesetzt wird und viele Lebensweisheiten enthält. Musashi starb am 13. Juni 1645.
 




Nach wie vor wird er als „Kensei“ (dt. Schwertheiliger) verehrt und auch heute noch gelten seine Lehren in allen Lebensbereichen als nützlich und gültig. Man weiß, dass er mehrere Schüler unterrichtete, beginnend mit Jotaro und Sannosuke Iori.
Autor: Teresa Schießl /  toastbrot95
Lektor: Jennifer Brox
Grafiker: Nathalie Schöps /  unbekannt
Datum d. Artikels: 10.04.2012
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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