Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Aktuell in Japan:
15.09.: Tag der Verehrung der Ahnen (keiro no hi) (gesetzlich) | 14.09. - 15.09.: ôsaka – Danjiri Matsuri (regional) | 14.09. - 17.09.: Kamakura - Hachiman Matsuri (regional) | 22.09. - 23.09.: Tagundnachtgleiche (o-higan) (landesweit) | 07.10. - 09.10.: Nagasaki – Okunchi Matsuri (regional)

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Maid Cafés

 
Man kennt sie aus der Manga- und Anime-Szene – die „Maids“. Erkennbar an ihren langen Zöpfen, geschmückt mit Schleifchen und Haarreifen, zauberhaften Kleidern mit Rüschen und Schürzen und an einem geradezu puppenhaften Aussehen. In den Maid Cafés, die ursprünglich besonders für männliche Otaku eröffnet wurden, wird für ein paar Stunden ein Rollenspiel gespielt, bei dem der Kunde der „Hausherr“ ist und sich so wohl wie möglich fühlen soll.







Die ersten Maid Cafés eröffneten um das Jahr 2000 in Akihabara, dem Otakutreffpunkt in Tokyo. Seit einiger Zeit gibt es diese speziellen Cafés auch in Shinjuku, andren japanischen Städten, wie zum Beispiel Osaka, und ein paar sogar im Rest der Welt.

„Maid“ heißt auf Deutsch „Dienstmädchen“ und das trifft es eigentlich auch ganz gut. Die Maids würden nie auf die Idee kommen, Kunden unhöflich zu behandeln – im Gegenteil, gerade ihre Demut und das extrem freundliche Auftreten sind ihre Markenzeichen. Sie servieren Tee und Kuchen mit ausgesprochener Grazie und bedienen die Kunden, als wären sie der jeweilige Dienstherr. So ist es auch üblich, dass man bei Betreten des Cafés erst einmal mit „Okaeri nasai mase, Goshujin-sama!" begrüßt wird, was auf Deutsch „Willkommen Zuhause, Meister!“ heißt.

Aber das ist noch nicht alles. Die Kellnerinnen geben sich möglichst niedlich und „moe“, was ein Slang-Ausdruck ist, um besondere Zuneigung auszudrücken. Sie vermittelt dem Gast ein möglichst positives Gefühl, indem sie sich nur bewundernd und begeistert äußern. Außerdem geht der Service so weit, dass die Kellnerinnen Gerichte und Getränke auf den Knien servieren, den Kaffee umrühren und sogar den Kuchen in Stückchen teilen. Das Servieren auf den Knien jedoch ist keine reine Spezialität der Maids - früher war es in Japan üblich, dass die Angestellten den Hausherrn auf Knien bedienten.





Zusatz-Services wie ein Foto mit den Maids, das oft auch mit Widmungen und Zeichnungen geschmückt wird, oder sogar ganze Fotoshootings in Studios mit verschiedenen Maid-Outfits sind auch nichts Ungewöhnliches, müssen aber extra dazu gebucht werden. Manche Maid Cafés bieten inzwischen auch Massagen an.

Aber obwohl die Maids sehr unterwürfig und „gefügig“ sind, wird hier niemand die Gelegenheit finden, seine sexuellen Vorlieben auszuleben. Die Maids sind nur dazu da, den Kunden zu bedienen und dafür zu sorgen, dass er sich auch wohlfühlt. Sie werden meist wie Prinzessinnen behandelt und in jedem Maid Café wird man ein Regelwerk finden, das Stalking verbietet und vorschreibt, dass die Maids nicht angefasst werden dürfen. Wer sich nicht daran hält, bekommt Hausverbot – und lernt im schlechtesten Fall auch noch das Sicherheitskommando des Cafés kennen.

Neben den Maid Cafés gibt es auch Cosplay Cafés, in denen sich die Angestellten, wie der Name bereits sagt, als Anime- und Mangafiguren verkleiden; Butler Cafés, die männliche, aber eher seltene Abwandlung der Maid Cafés, und seit Neuestem auch „Mimikaki Salons“ (dt. „Ohrstäbchen-Schönheitssalon“). Ebenfalls verkleidete, weibliche Angestellte reinigen hier die Ohren der Kunden – was für uns zunächst einmal skurril klingen mag, gilt in Japan als traditionelle Geste, um Nähe und Intimität zu signalisieren.

Was jedoch ein ganz neuer Trend ist, fing im Kaffeehaus Hibari-tei an: Der Besitzer stellte einen jungen Mann ein, der eine Kellnerin ersetzen sollte und aus der Not wurde ein Trend. Die hauptsächlich männliche Kundschaft fühlte sich wohler mit männlicher Gesellschaft und konnte gleichzeitig den Anblick einer hübschen Maid genießen. Daraufhin stellte das Hibari-tei-Café komplett auf männliche Bedienungen um und das hat sich offensichtlich bewährt.





Autor: Teresa Schießl /  toastbrot95
Lektor: Jennifer Brox
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 12.04.2012
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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