Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die Vorfreude der Amuro-Fans ist groß: Endlich gibt es den gutaussehenden jungen Mann, der nicht nur ein Geheimnis verbirgt, in Großaufnahme auf den deutschen Kinoleinwänden zu sehen. Ob sich der Besuch im Kino lohnt, verraten wir euch hier, denn wir durften bereits im Vorfeld in die deutsche Version eintauchen.

Weiterlesen

Aktuell in Japan:
19.07.: Tag der Marine (landesweit) | 24.07. - 25.07.: Tôkyô – Tenjin Matsuri (regional) | 06.08.: Hiroshima – Friedensfest (heiwa matsuri) (regional) | 01.08. - 07.08.: Aomori – Attrappenfest (nebuta matsuri) (regional) | 04.08. - 07.08.: Akita – Balancierfest (kanto matsuri) (regional)

Twittern Auf Facebook teilen
Osaka - Zwischen Tradition und Moderne

 
Sie fungierte kurze Zeit als Landeshauptstadt, lange Zeit als Handelszentrum und ist heute eine der bekanntesten Touristenmagnete Japans: die Metropole Osaka.

Osaka ist mit über zweieinhalb Millionen Einwohnern nach Yokohama und Tokyo die drittgrößte Stadt Japans. Sie befindet sich im Westen der Hauptinsel Honshū an der Bucht von Osaka und gehört zur Kansai-Region. Die Stadt besteht aus insgesamt 24 Stadtbezirken und stellt, früher wie auch heute, das Handelszentrum des Landes dar.

Osaka hieß jedoch nicht immer Osaka: Zuvor wurde der Name Naniwa verwendet. Dies lässt sich bis auf das Jahr 645 zurückdatieren, von welchem an Kaiser Kotoku bis 655 das Land regierte, während das damalige Naniwa als Hauptstadt fungierte. Danach galt zunächst Asuka, heute in der Nara-Präfektur gelegen, als künftige Hauptstadt, bevor Naniwa den Titel 744 bis 745 unter der Herrschaft von Kaiser Shomu noch einmal erlangte. Doch obwohl sich das alte Osaka seither nicht mehr Landeshauptstadt nennen durfte, so war es dennoch weiterhin ein wichtiger Handelspartner, besonders für Korea und China.



1496 errichtete die buddhistische Religionsgemeinschaft Jōdo-Shinshū ihr Hauptquartier im Tempel Ishiyama Hongan-ji in Ishiyama (inzwischen ein Teil des heutigen Osakas). Der mächtige Feld- und Kriegsherr Oda Nobunaga begann 1576 mit der Belagerung des Tempels, welche bis 1580 andauerte und letztendlich zur Kapitulation der Mönche führte. Anschließend wurde der Tempel niedergebrannt. 1583 errichtete der Feldherr und Politiker Toyotomi Hideyoshi an der gleichen Stelle die Burg Osaka.

Es ist nicht ganz klar, zu welchem Zeitpunkt die Stadt Naniwa in Osaka umbenannt wurde. Die bisher am weitesten zurückreichende Belegung der Namensänderung bezieht sich auf das Jahr 1496. Allerdings lässt sich der Name Naniwa heute noch für die Bezeichnung eines Stadtbezirks in Osaka wiederfinden.

Während der Industrialisierung im frühen zwanzigsten Jahrhundert entwickelte sich Osaka landesweit am schnellsten. Dies nahmen viele koreanische Immigranten als Chance und siedelten nach Osaka um.
Umso verheerender waren die massiven Schäden, die der Zweite Weltkrieg anrichtete. Dieser Niederlage zum Trotz wurde Osakas Infrastruktur nach Kriegsende jedoch rasch wiederhergestellt und die Stadt erlangte ihre Position als Industriehauptstadt zurück. Heute ist ein Großteil der koreanischen Bürger im Tsuruhashi-Areal des Bezirks Inkuno-ku anzutreffen.




In den frühen Neunzigern erlebte Japan nach seiner „Bubble Economy“ eine massive Wirtschaftsflaute, welche in Osaka ebenfalls seine Spuren hinterließ: Viele Großunternehmen zogen weg und ließen sich stattdessen in Tokyo nieder. Heute sind die meisten der verbliebenen Firmen im nördlichen Stadtbereich Osakas zu finden, weshalb dieser Bereich auch einen stärkeren „Business-Charakter“ vermittelt. Allerdings gibt es hier, genau wie im südlichen Teil der Stadt, viele beliebte und teils sehr umfangreich ausgestattete Einkaufsstraßen und -zentren. Dazu gehört unter anderem „Amerikamura“, ein Einzelhandels- und Entertainment-Viertel, welches die japanische Vorstellung von amerikanischer Mode thematisiert.
Ebenfalls sehr beliebt bei Einheimischen und Touristen ist Dotonbori im Stadtteil Namba, eine einzelne Straße, die an einem Teil des Dotonbori-Kanals verläuft. Seit des frühen siebzehnten Jahrhunderts schon gilt diese Gegend als Vergnügungsviertel: Damals wegen seiner Kabuki- und Bunraku-Theater, von denen inzwischen jedoch keines mehr übrig ist. Heute reizt es hauptsächlich durch seine vielen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.

Generell ist Osaka sowohl in Japan als auch im Ausland berühmt für sein Essen. Die wohl bekanntesten regionalen Spezialitäten sind „okonomiyaki“ (individuell belegte Teigfladen), „takoyaki“ (Teigbällchen mit Oktopus-Stücken), „udon“ (eine dicke Nudelsorte) und „oshizushi“ (gepresstes Sushi).

Nicht zum Essen aber zum Bestaunen ist das Innenleben des „Kaiyukan“, eines der weltweit größten, öffentlich zugänglichen Aquarien, das im westlich gelegenem Bezirk Minato zu finden ist. In genau entgegengesetzter Himmelsrichtung und somit im östlichen Tsurumi liegt der Sakuya Konohana Kan, ein botanischer Garten in einem der größten Gewächshäuser der Welt. Zu finden ist dieser im Tsurumi Ryokuchi Park. Ebenfalls über einen, wenn auch deutlich kleineren, botanischen Garten verfügt der Nagai-Park.
Einer der größten Fischmärkte befand sich bis 1931 an dem Ort, an welchem sich heute der Utsubo-Park erstreckt. Gelegentlich finden im Bereich des Rosengartens Hochzeitszeremonien unter freiem Himmel statt.
Um die Osaka-Burg herum dehnt sich auf einer Fläche von rund 106 Hektar der Burg-Park aus. Als besonderer Augenschmaus gelten hier die diversen Kirsch-, Pflaumen- und Aprikosenbäume während der Blütezeit.







Der erste buddhistische und älteste offiziell verwaltete Tempel Japans ist der Shitenno-ji im nach ihm benannten Bezirk Tennoji-ku. Prinz Shotoku soll ihn im Jahre 593 erbaut haben lassen.
Noch älteren Datums ist der Sumiyoshi Taisha: Er wurde im dritten Jahrhundert erbaut und stellt somit einen von Japans ältesten Shinto-Schreinen dar. Er gilt als der sogenannte Hauptschrein von insgesamt über 2.000 Sumiyoshi-Schreinen, in denen geistige Wesenheiten verehrt werden. Auch er diente als Namensgeber seines Bezirks Sumiyoshi-ku.

Fazit: Osaka hat das Land nicht nur in der Vergangenheit geprägt. Auch gegenwärtig stellt es eine wichtige kulturelle Markierung für Japaner wie ausländische Touristen dar, sei es nun in kulinarischer, historischer oder wirtschaftlicher Hinsicht.

Autor: Kathia Krüss
Lektor: Johanna Hohner
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 05.05.2013
Bildcopyright: Wikimedia Commons


X