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Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Gifu - Kulturelle Stadt mit Erholungsfaktor

 
Gifu mag vielleicht nicht ein solch angesagter Touristen-Magnet wie Tokyo oder Osaka sein, trotzdem gibt es in dieser Stadt für Kultur- und Geschichtsinteressierte sowie für Naturfreunde eine ganze Menge zu entdecken.
Im südlichen Zentrum der Hauptinsel Honshu gelegen und vom Nagara-Fluss durchquert liegt die Stadt Gifu. Diese fungiert als Verwaltungssitz der gleichnamigen Präfektur und spielte bereits in Japans Vergangenheit eine wichtige Rolle für das Land.

Die einstige Provinz Mino wurde im Jahre 1567 vom Feld- und Kriegsherrn Nobunaga Oda in Gifu umbenannt. Im Rahmen dessen erhielt auch die im frühen dreizehnten Jahrhundert erbaute Inabayama-Burg den Namen Gifu-Burg und der Berg Inaba, auf welchem die Burg errichtet wurde, trug fortan den Namen Kinka.
Während und nach Odas Herrscherzeit wuchs Gifus Wirtschaft rapide an. Im Juli 1889 wurde der Ort mit einer Einwohnerzahl von mehr als 25.000 Bürgern offiziell als Stadt anerkannt. Doch bereits zwei Jahre später erfolgte ein herber Rückschlag in Form des Mino-Owari-Erdbebens, welches am 28. Oktober 1891 mit einer Stärke von 8.0 auf der Richterskala massive Schäden in Gifu sowie benachbarten Präfekturen anrichtete. Aus diesem Ereignis resultierend erbaute Gifu die erste Erdbeben-Gedenkhalle in ganz Japan, welche jeden Monat am 28. einen Gedenkgottesdienst für die Opfer abhält.




Die Stadt erholte sich von dieser Tragödie und entwickelte sich weiter, sodass sie während des Zweiten Weltkrieges als eine der industriellen Zentren des Landes fungierte. Dies machte sie jedoch ebenso zu einem beliebten Ziel für Kriegsfeinde und so kam es, dass die Amerikaner am 9. Juli 1945 Brandbomben gegen Gifu einsetzten, welche abermals erhebliche Schäden anrichteten.

Aber damit nicht genug: Am 12. September 1976 erreichte der Super-Typhoon Fran die Stadt und hinterließ Verwüstung, Tote und Verletzte. Aber auch hiervon erholte sich Gifu wieder und das so erfolgreich, dass die Landesregierung die Stadt im Jahre 1996 zu einer sogenannten „Kernstadt“ ernannte. Kernstädte werden beauftragt, Funktionen mit zu übernehmen, um die sich für gewöhnlich die Verwaltungsbezirke kümmern.
Am 1. Januar 2006 vergrößerte sich Gifu sogar, indem sie mit der bis dato eigenständigen Stadt Yanaizu fusionierte.

Eine der Dinge, für die Gifu mit am bekanntesten ist, ist das Kormoran-Fischen. Hierbei verwenden Fischer lebendige Kormorane, in deren Schnäbel sie die Fische aus dem Nagara-Fluss fangen. Diese Tradition ist bereits mehr als 1.300 Jahre alt und wurde ursprünglich von einfachen Bürgern angewandt, um ihre Familien zu ernähren. Im Laufe der Zeit etablierte sich diese Methode jedoch auch in Adelskreisen.

Generell ist Gifu eine gute Adresse für Geschichtsinteressierte: So verfügt die Stadt über mehrere Museen, allen voran dem Gifu City Museum of History. Dieses befindet sich im Gifu-Park am Fuße des Kinka-Berges. Ebenfalls in diesem Park zu finden ist das Eizo & Toichi Kato Memorial Art Museum in Gedenken an das Künstler-Brüderpaar Eizo und Toichi Kato. Auch das Nawa Insect Museum, das erste Insektenmuseum Japans, hat hier seinen Platz gefunden.
Neben der Gifu-Burg auf dem Kinka-Berg befindet sich das Gifu Castle Archive Museum. Dort kann man, neben der Geschichte der Burg, Musikinstrumente aus vergangenen wie gegenwärtigen Tagen Japans bewundern.
Ebenfalls erwähnenswert ist das Gifu City Science Museum, zu welchem ein Planetarium gehört, sowie das Museum of Fine Arts.




Aber auch Naturfreunde kommen in dieser Stadt auf ihre Kosten: Der bereits kurz erwähnte Gifu-Park verfügt unter anderem über diverse Teiche und Kirschbäume, einen Japan-China-Freundschaftsgarten sowie einen gesonderten Erholungsbereich für die Besucher und eine dreistöckige Pagode. Außerdem finden hier verschiedene Feste statt, zu denen auch das Gifu Park Illumination im Spätsommer und das Chrysanthemum Doll and Flower Festival im Herbst zählen.
Ursprünglich als privater Park und unter dem Namen Sasagatani-Park im fortgeschrittenen neunzehnten Jahrhundert errichtet, wurde er bereits einige Jahre später auch der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute trägt er den Namen Bairin-Park und ist bekannt für seine rund 1.300 Pflaumenbäume, deren erste Blüten bereits im Januar bewundert werden können.

Der Kinka-Berg befindet sich mit einer Höhe von rund 329 Metern im Herzen der Stadt und fungiert als eines der Wahrzeichen Gifus. Dennoch ist er nicht der höchste Berg; den Titel trägt der Dodo-Berg mit knappen 418 Metern Höhe. Der Kinka-Berg ist sehr beliebt bei Wanderern und verfügt zudem über eine Seilbahn. Auf dem Berg befinden sich, neben der Burg und dem Museum, auch ein Restaurant sowie ein Eichhörnchendorf.

Am Fuße des Kinka-Berges ist der Inaba-Schrein zu finden, welcher in enger Verbindung zum Kogane-Schrein am Kogane-Park und dem Kashimori-Schrein steht: Durch den Inaba-Schrein wird der Gott Inishiki-Irihiko-no-mikoto verehrt, Ehemann der Göttin Nunoshi-Hime-mikoto (Kogane-Schrein) und Vater des Gottes Ichihaya-no-mikoto (Kashimori-Schrein). Am 5. April wird an allen drei Schreinen das jährliche Gifu-Festival abgehalten.




Aufgrund ihres politischen Einflusses in Gifu galt der Tempel Jozai-ji drei Generationen umfassend als der Familientempel der Saito-Familie. Er wurde Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts vom Daimyo und Mönch Myochin Saito erbaut.
Ebenfalls als zeitweiliger Familientempel fungierte der Sofuku-ji im Rahmen der politischen Aktivitäten von Nobunaga Oda.
Der Jodo-ji ist der Schauspielerin Hanako (Hisa Ota) gewidmet. Sie tourte auffallend oft durch Europa und arbeitete zudem als Model des französischen Künstlers Auguste Rodin.
Der im siebzehnten Jahrhundert erbaute Tempel Shoho-ji beherbergt eine enorm große Buddha-Statue, welche über die Gesamthöhe von 13,7 Metern verfügt. Als Materialien dienten Bambusgerüste, Lehm, Lack und Blattgold. Konzipiert wurde diese Statue vom Priester Ichyuu um 1790 herum, mit dem Bestreben, sie möge großes Unglück wie Erdbeben oder Hungersnöte von den Menschen abwenden. Jedoch erlebte Ichyuu die Fertigstellung nicht mehr, da er 1815 verstarb. Erst 1832 wurden die Arbeiten an der Statue beendet.
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 14.05.2013
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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