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Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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Benzaiten - sanft und kriegerisch

 
Sie ist die Göttin der Beredsamkeit und wird oft eine Biwa spielend angetroffen, in Kriegszeiten kann sie jedoch auch zu den Waffen greifen: Benzaiten.
Benzaiten ist eine der Sieben Glücksgötter („Shichi Fukujin“) und gehört sowohl dem Buddhismus als auch dem Shintoismus an. Ihr Name bedeutet wörtlich übersetzt „oberste Gottheit der Beredsamkeit“, ebenso steht sie in Verbindung mit allem was „fließt“: nicht nur Sprache und Redegewandtheit, sondern auch Wasser, Musik und Wissen.



Benzaiten ist an die indische Hindu-Göttin Sarasvati angelehnt. Sie kam mit dem Goldglanz-Sutra („Konkomyo-kyo“) im fünften Jahrhundert nach China, von dort aus gelangte sie zwischen dem sechsten und achten Jahrhundert nach Japan.
Benzaiten wird grundsätzlich sehr weiblich dargestellt und trägt meist dekorative Gewänder; oftmals wird sie auf einem Felsen oder einer Lotosblüte sitzend mit einer Biwa repräsentiert. In Einzelfällen gibt es sogar Statuen einer nackten Benzaiten.

Während des japanischen Mittelalters (1185 bis ca. 1600), einer unruhigen und kriegreichen Zeit, erhielt Benzaiten vermehrt kämpferische Züge: Sie bekam acht Arme, in denen sie magische Instrumente sowie Waffen einsatzbereit hält. Zudem kam es zu einer Vereinigung Benzaitens mit der Schlangengottheit Ugajin, welche auf ihrem Kopf tront. Als Kopfschutz dient ein „torii“, ein Schreintor. Diese Verschmelzung ist auch unter dem Namen Uga Benten bekannt.




Benzaiten wird in vielen Schreinen verehrt, besonders hervorzuheben sind jedoch die sogenannten „Drei großen Benten Japans“. Diese befinden sich auf Enoshima in der Sagami-Bucht, auf Chikubushima im Biwa-See und auf Itsukushima im Seto-Inlandsee. Auf Enoshima wird sie verehrt weil es heißt, sie habe die Insel vom Meeresboden auferstehen lassen. Das Hauptheiligtum auf Chikubushima, eine Benzaiten-Statue, gilt als „geheimer Buddha“ und wird daher keinem Publikum präsentiert. Stattdessen werden hier zwei Uga Benten-Statuen gezeigt. Auf Itsukushima findet jährlich am 17. Juni das Itsukushima-Benzaiten-Festival statt, welches zu Ehren der Göttin im Daigan-Tempel abgehalten wird.

Bei einem Schreinbesuch sei für Liebespaare jedoch „Vorsicht“ geboten, denn der Göttin der Beredsamkeit wird auch Eifersucht nachgesagt. Pärchen sollten daher besser einzeln vor eine Benzaiten-Statue treten.
Aufmacher: Julia Kefenhörster
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Angelika Schulte
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 20.06.2013
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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