Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Aktuell in Japan:
15.09.: Tag der Verehrung der Ahnen (keiro no hi) (gesetzlich) | 14.09. - 15.09.: ôsaka – Danjiri Matsuri (regional) | 14.09. - 17.09.: Kamakura - Hachiman Matsuri (regional) | 22.09. - 23.09.: Tagundnachtgleiche (o-higan) (landesweit) | 07.10. - 09.10.: Nagasaki – Okunchi Matsuri (regional)

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Japanische Sommer - Der Umgang mit hohen Temperaturen

 
Japanische Sommer sind heiß, das wissen Einheimische wie auch Touristen zu berichten. Wie aber geht man in Japan mit diesen Temperaturen um? Wie in vielen Lebenslagen haben auch hier die Japaner ihre ganz eigenen Methoden.
Temperaturen von 30° Celsius und mehr sind in den heißen Sommermonaten in Japan nichts Ungewöhnliches, besonders im südlichen und westlichen Teil des Landes. Hinzu kommt in dieser Zeit auch noch ein feuchtes, subtropisches Klima. Wie geht die Bevölkerung im Alltag mit diesen Witterungsverhältnissen um?

Natürlich sind heute die meisten Büros und viele Geschäfte klimatisiert und in den Großstädten kann man sich auf den Straßen an unzähligen Automaten gekühlte Getränke beschaffen. Doch das sind alles relativ junge Entwicklungen; die erste Klimaanlage nach dem uns heute bekannten Prinzip wurde erst vor rund hundert Jahren erfunden. Aber auch im traditionellen Japan wussten sich die Menschen schon vor Hitze zu schützen.


Als Kleidung steht der Yukata ganz hoch im Kurs. Auf dem ersten Blick an einen Kimono erinnernd, besteht der Yukata aus leichter Baumwolle und weitaus weniger Stoffschichten. Zwar bedeckt er Arme und Beine fast vollständig, doch durch seinen großzügigen Schnitt lässt er die Luft an der Haut weiträumig zirkulieren.
Relativ neu hingegen sind die Kariyushi, locker geschnittene Hemden, die als japanisches Pendant der Hawaiihemden verstanden werden können.

Von Europäern oftmals als Deko verwendet, ist der Ogi oder auch Sensu genannte Faltfächer seit der Heian-Zeit (794 – 1185) in Japan ein beliebtes Hilfsmittel, um sich kühle Luft zuzufächeln. Noch älteren Datums ist der Blattfächer, der Uchiwa: Er gelangte im 6. Jahrhundert von China nach Japan.




Gleich mehrere Funktionen bringen Sudare, auch Misu genannt, mit: Hierbei handelt es sich um traditionelle japanische Jalousien, bestehend aus schmalen Holzstreifen, die mit Fäden zu einer deckenden Fläche verwoben werden. Sie schützen die Bewohner eines Raumes aber nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor Regen, Insekten und unerwünschten Blicken von außen. Aufgrund ihrer Konstruktion ist es dem Wind jedoch möglich, durch die Ritzen zwischen den einzelnen Holzstreifen zu dringen, was an heißen Sommertagen natürlich sehr willkommen ist.

Furin, japanische Glaswindspiele, sind ebenfalls beliebte Begleiter im Sommer. Nun wird sich ein westlicher Mensch zunächst wahrscheinlich fragen, wie denn ein Windspiel, welches lediglich Töne erzeugen kann, für Kühlung zuständig sein soll. An dieser Stelle ist ein wenig umdenken von Nöten: Der Klang eines Windspiels resultiert aus dem Zusammentreffen mit Wind. Dafür braucht es nicht einmal viel Wind; eine kleine Brise genügt schon. Das bloße Geräusch eines Furin regt bei vielen Japanern die Vorstellungskraft kühlerer Temperaturen an. Es ist also keine physische Abkühlung, sondern basiert auf dem Vorstellungsvermögen des Hörenden. Das gilt auch für den Klang eines Windspiels, welches sich in größerer Entfernung befindet und die Brise, die es zum Klingen gebracht hat, gar nicht bis zum Hörenden gelangt.



Autor: Kathia Krüss
Lektor: Daniela Würdig
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 22.07.2013
Bildcopyright: Frédéric Devos, Wikimedia Commons


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