Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Wir haben uns Halloween zum Anlass genommen, euch auf ein paar dämonische Wesen, die in Japan ihr Unwesen treiben, aufmerksam zu machen. Wie ihr ein Aufeinandertreffen vermeidet und was ihr im Fall der Fälle tun könnt, erfahrt ihr in unserem Special!

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Shodoshima - Die Oliven-Insel

 
Die kleine, weiße Windmühle sowie die vielen Olivenbäume lassen mehr an Griechenland erinnern als an Japan. Tatsächlich aber ist Shodoshima der Ort, an welchem den Japanern die erste Kultivierung von Oliven in ihrem Land gelungen ist. Aus diesem Grund trägt Shodoshima auch den liebevollen Kosenamen „Oliven-Insel“.
Wer das Buch „Twenty-Four Eyes“ („Niju-shi no hitomi“) von Sakae Tsuboi oder den darauf basierenden Film kennt, dem wird auch Shodoshima ein Begriff sein, denn die Insel hielt als Schauplatz der Geschichte her. Sie ist mit einer Fläche von rund 150 Quadratkilometern die zweitgrößte Insel im japanischen Binnenmeer und liegt nördlich der Insel Shikoku. Zudem beherbergt Shodoshima „Dobuchi-kaikyo“, die weltweit schmalste Meeresstraße: An ihrer engsten Stelle ist sie gerade einmal knappe zehn Meter breit.

Früher gehörte Shodoshima zur damaligen Provinz Kibi, heute zählt sie jedoch zur Präfektur Kagawa. Damals wurde Shodoshima noch Azukishima ausgesprochen, in Anlehnung an die kleine, rote Azuki-Bohne, die noch heute für viele japanische Süßspeisen verwendet wird. Im Gegensatz zur Aussprache des Inselnamens hat sich die Schreibweise jedoch nicht geändert und wird früher wie heute noch mit den gleichen Schriftzeichen geschrieben: 小豆島.



Inzwischen ist Shodoshima jedoch für etwas anderes als die roten Bohnen bekannt: Im Jahre 1908 gelang es den Japanern erstmals, Oliven zu kultivieren. Da es sich bei diesem Ort um Shodoshima handelte, wird die Insel gerne als „Oliven-Insel“ bezeichnet. Im südlichen Küstenbereich ist der Oliven-Park zu finden, der aus einem Hain von Olivenbäumen besteht. Dort kann man die Nachbildung einer griechischen Windmühle sowie ein kleines Museum entdecken, welches die Geschichte der Oliven auf Shodoshima zu erzählen weiß. Für Touristen dürften besonders das Restaurant, das Café sowie mehrere Läden interessant sein, in welchen man die unterschiedlichsten aus Oliven gewonnenen Produkte kosten und kaufen kann.

Eine ebenfalls erwähnenswerte Naturattraktion ist die Kankakei-Schlucht. Sie befindet sich im Zentrum der Insel und gilt als eine der drei schönsten Schluchten Japans. Das macht sich besonders im Herbst bemerkbar, wenn das Laub der Bäume in den unterschiedlichsten Rot- und Orangetönen leuchtet. Durchqueren kann man dieses Areal entweder via Seilbahn oder zu Fuß auf zwei verschiedenen Wanderwegen.




Apropos Wanderwege: Wie sein Inselnachbar Shikoku hat auch Shodoshima einen 88-Tempel-Rundweg. Er beginnt am südöstlich gelegenen Sakate-Hafen und bewegt sich im Uhrzeigersinn an 88 großen und kleinen Tempeln entlang.
Einer der Tempel befindet sich innerhalb einer beeindruckenden, 50 Meter großen, weißen Statue der Göttin Kannon, welche 1993 fertig gestellt wurde. Die oberste Etage liegt innerhalb ihres Brustbereichs.

Ganz in der Nähe vom Beginn des Tempelrundwegs, zwischen dem Sakate-Hafen und dem Kusakabe-Hafen, gibt es „Marukin“, eine der führenden Firmen für Sojasoße auf der Insel. Die Produktion von Sojasoße hat eine jahrhundertealte Tradition auf Shodoshima und in Anlehnung daran beherbergt ein Teil der Fabrik von Marukin ein Sojasoßen-Museum.




An der südwestlichen Küste gelegen verläuft die sogenannte „Angel Road“, die „Engelstraße“. Hierbei handelt es sich um eine Sandbank, welche drei kleine Inseln mit Shodoshima verbindet, die man zwei Mal am Tag, wenn Ebbe herrscht, betreten kann. Es wird gesagt, dass, sollten Pärchen diesen Weg Hand in Hand beschreiten, gemeinsames Glück auf sie wartet.
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 08.10.2013
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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