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Buddhismus in Japan

 
Der Buddhismus ist neben dem Shintôismus die größte religiöse Strömung in Japan. Das eigentlich aus Indien stammende Konzept fand bereits recht früh seinen Weg auf die japanische Insel. Zeitweise wurde er sogar zur Staatsreligion.
Ziel des Buddhismus ist es, durch das Einhalten der Lehre Buddhas und viel Disziplin zur Erleuchtung zu gelangen. Nach der buddhistischen Lehre wird jedes Lebewesen immer wieder neu geboren und mit dem Erlangen der Erleuchtung kann man aus diesem ewigen Kreislauf ausbrechen.
Dennoch unterscheiden sich die einzelnen Strömungen und Gruppierungen von Land zu Land. Im Folgenden soll ein Überblick darüber gegeben werden, wie der Buddhismus nach Japan kam und sich dort entwickelte.

Der Buddhismus, welcher bis heute fest in der japanischen Kultur verankert ist, wurde 552 eingeführt. Dieser Vorgang wird als bukkyô denrai (jap. 仏教伝来, dt. Einführung des Buddhismus) bezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Gesandtschaft aus Baekje, einem der damaligen drei koreanischen Königreiche, in Nara empfangen. Aus diesem Grund wurde Nara auch zum ersten Zentrum des Buddhismus in Japan. Von dem 6 Jahrhundert an bis zum Jahr 784 wurde der Buddhismus zur Staatsreligion. Bis 794 herrschten die sechs Nara-Schulen des Buddhismus vor, bis schließlich zwei neue Strömungen immer mehr Anhänger fanden. Diese waren die Shingon- und die Tendai-Schule. Durch die strategisch gute Lage der Hauptklöster dieser beiden Strömungen in der Nähe der Hauptstadt Kyôto, wurde die Hauptstadt neben Nara zum zweiten Zentrum des Buddhismus.
Ab dem Jahr 1185 kam es schließlich zu Umbrüchen im Land und neue Schulen entwickelten sich aus den alten heraus, bis es schließlich 1600 durch das Tokugawa Shôgunat zu einer kompletten Kontrolle der Religion durch den Staat kam.
Schon immer wurde versucht die japanische Naturreligion des Shintôismus mit dem Buddhismus zu vereinbaren. Zwischenzeitlich kam es so auch zu einer Verschmelzung von beiden Religionen. Dies bedeutet zum Beispiel, dass die shintôistischen Gottheiten, die kami, zu Manifestationen von Buddhas oder Bodhisattvas wurden. Erst nach der Meiji-Restauration 1868 kam es wieder zu einer Trennung beider religiösen Strömungen.

Auch heute gibt es noch viele verschiedene buddhistische Strömungen in Japan, allerdings sind die wenigsten Japaner so religiös, dass sie sich als Buddhisten bezeichnen würden. Viel eher leben sie in einem Synkretismus von mehreren Religionen (meist Shintôismus und Buddhismus). So ist es beispielsweise weit verbreitet, dass japanische Hochzeiten ganz im Zeichen des Shintô stattfinden, Bestattungen dafür aber eher buddhistisch abgehalten werden.
Wie in Japan überall shintôistische Schreine zu finden sind, so findet man ebenso viele buddhistische Tempel. Diese finanzieren sich durch Spenden und die Dienste, die sie für die Gläubigen ausführen (wie beispielsweise Bestattungsriten). Neben den Tempeln gibt es aber auch fast in jedem Haushalt einen buddhistischen Altar, welcher zum Gedenken an die Vorfahren aufgestellt wird.

Die wohl weltweit bekannteste Strömung des japanischen Buddhismus, ist der Zen-Buddhismus.
Auch wenn es heute noch viele buddhistische Strömungen in Japan gibt, so bezeichnen sich dennoch die meisten Japaner als Atheisten. Dies bedeutet aber nicht, dass er mittlerweile unwichtig geworden wäre. Noch immer werden buddhistische Feste abgehalten oder bestimmte Riten durchgeführt. Es gibt auch nach wie vor buddhistische Klöster, in denen man als Mönch oder Nonne nach der Erleuchtung suchen kann.





Autor: Jennifer Kinkel /  Juka
Lektor: Hannah Hohmann
Grafiker: Denise Augustin /  Sunny-Ray
Datum d. Artikels: 04.02.2014
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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