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Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Nagoya - Großstadt mit Charakter

 
Im Zweiten Weltkrieg galt Nagoya als beliebtes Angriffsziel der Amerikaner. Heute gilt die Stadt mit einer Vielzahl an Museen, einem der wichtigsten Schreine Japans und einem der größten Planetarien der Welt als beliebtes Ausflugsziel für Touristen.
Die Großstadt Nagoya wird vor allem Sportfans wegen des Baseballvereins Chunichi Dragons und des Fußballvereins Nagoya Grampus Eight ein Begriff sein. Dazu ist sie mit fast 2,3 Millionen Einwohnern (Stand: Januar 2014) die viertgrößte Stadt des Landes. Manchmal wird der Großraum Nagoya auch „Chukyo“ genannt, was soviel wie „zwischen den Hauptstädten“ bedeutet und auf seine Lage zwischen Tokyo und Kyoto (letztgenannte war bis 1868 Hauptstadt) hindeutet.



Nagoya gehört zu den japanischen Städten, die durch den Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Mitsubishi Flugzeugwerft, das Matsuhigecho Öllagerhaus, die Kriegsrüstungsanlage und die Kasernen der Nagoya-Burg wurden im April 1942 durch die USA attackiert. Im Dezember 1944 sowie im Januar, März, April und Mai 1945 folgten weitere, folgenschwere Angriffe, welchen letzten Endes sogar die Nagoya-Burg zum Opfer fiel. Grund für die zahlreichen Angriffe war die Tatsache, dass Nagoya damals das Zentrum der japanischen Flugzeugindustrie war: Vierzig bis fünfzig Prozent aller Produktionen des Landes an Kampfflugzeugen fanden in Nagoya statt.

Heute erinnert nichts mehr an diese Zeit. Selbst die einst zerstörte Nagoya-Burg erstrahlt wieder in vollem Glanz und das umliegende Gelände ist im Frühjahr ein beliebter Treffpunkt für Hanami.
Ebenfalls zerstört und wieder aufgebaut wurde der Atsuta-Schrein. Man nennt ihn auch „Atsuta-Sama“ („ehrwürdiger Atsuta“) oder einfach „Miya“ („der Schrein“). Er gilt als einer der wichtigsten Schreine des Landes und ist der Sonnengöttin Amaterasu gewidmet. Zudem beherbergt er das heilige Schwert Kusanagi, welches der Öffentlichkeit jedoch nicht zur Schau gestellt wird.
Ein ebenfalls erwähnenswertes, religiöses Gebäude ist der Osu Kannon-Tempel. Dieser heißt eigentlich Kitanosan Shinpuku-ji Hosho-in und stammt ursprünglich aus der Stadt Hashima in der Gifu-Präfektur. Dort war er mehrfachen Überschwemmungen ausgesetzt, weshalb er 1612 nach Nagoya umzog. Gewidmet ist der Tempel Kannon, der Göttin der Gnade.

Waren es früher Kampfflugzeuge, ist es heute die Automobil-Industrie, die das Haupteinkommen der Stadt sichert. Viele Firmen aus der Branche haben in oder um Nagoya Firmen-, teilweise sogar Hauptfirmensitze, allen voran Toyota. Wer die Firmengeschichte von Toyota einmal genauer unter die Lupe nehmen will, dem sei das Toyota Techno Museum (auch bekannt als Commemorative Museum of Industry and Technology) empfohlen. Und die neuesten Modelle sowie Technologien von Toyota werden im Toyota Kaikan Museum präsentiert – dieses liegt jedoch nicht direkt in Nagoya sondern in der Nachbarstadt Toyota.
Wenn man sich schon auf einer Museumstour befindet, sollte man das Nagoya City Science Museum keinesfalls auslassen, denn die riesige Silberkugel, die zwischen zwei Gebäuden prangt, beherbergt eines der weltweit größten Planetarien. Obwohl die Vorstellungen bislang nur in japanischer Sprache abgehalten werden, lohnt es sich dennoch, die Bilder des Alls zu bestaunen, die auf die Leinwand projiziert werden.







Südlich des Stadtzentrums gelegen, befindet sich der Hafen von Nagoya. Er gehört zu den größten Häfen des Landes und unterhält, neben Einkaufsmöglichkeiten, einem Vergnügungspark, Museen und Grünflächen, auch ein großes Aquarium. Beobachten kann man dort unter anderem Delfine, Orkas und Belugawale.
Im Gewässer verankert ruht der Fuji-Eisbrecher, ein Schiff mit welchem Japan das Antarktische Meer zwischen den 1960ern und 1980ern erforscht hat. Heute dient es Besuchern als Antarktisches Museum.

Ein Ort, an dem man ebenfalls viel Zeit verbringen und eine Menge entdecken kann, ist der große Higashiyama-Zoo sowie seine botanischen Gärten. Errichtet wurde die Anlage 1937 und gilt heute als einer der beliebtesten Zoos Japans. Auf dem Gelände befindet sich zudem der 134 Meter hohe Higashiyama Sky Tower, von dessen Aussichtsplattform man einen umfassenden Blick über den Zoo hat.

Für Freunde von Keramik hat Nagoya ebenfalls etwas zu bieten: den Noritake Garden. Noritake ist eine der führenden Firmen in der japanischen Keramik-Industrie. Der Noritake Garden ist ein Gelände, auf welchem sich das alte Fabrikgebäude, mehrere Läden und Restaurants befinden. Die Fabrik fungiert heute als Museum, welches die Firmengeschichte aufzeigt. In den Räumlichkeiten werden aber auch Workshops angeboten, bei denen die Gäste den Schöpfungsprozess von Porzellan erlernen können.


Autor: Kathia Krüss
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 04.05.2014
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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