Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Gujo - Junge Stadt mit alten Traditionen

 
Die Stadt Gujo in ihrer heutigen Form gibt es noch nicht lange, und doch finden sich überall stumme Zeitzeugen vergangener Tage. Man könnte sie auch die „Wasserstadt“ nennen, aufgrund ihrer zahlreichen Kanäle. Und auch „Plastikessen“ spielt hier eine große Rolle.
Gujo ist eine noch recht junge Stadt in der Präfektur Gifu. Sie entstand am 01. März 2004 aus der Zusammenführung der Gemeinden Hachiman, Yamato und Shirotori sowie den vier Dörfern Takasu, Minami, Meiho und Wara. Der Name Gujo entstammt dem gleichnamigen Landkreis.




Die Stadt ist bekannt für ihre Wasserstraßen: Nicht nur weil man diese überall in der Gegend antreffen kann und sie das malerische Stadtbild abrunden, sondern auch weil das Wasser als besonders rein gilt. Noch heute wird in ihnen sowohl Kleidung als auch Nahrung gewaschen - wie es schon im 17. Jahrhundert üblich war. Dafür ist natürlich ein striktes Regelwerk unablässig, welches genau vorschreibt, in welchen Wassern man was waschen darf. Besonders gut lässt sich das am Beispiel der Sogisui-Quelle demonstrieren: Diese ist in vier Bereiche eingeteilt. In jeweils nur einem Bereich darf man ausschließlich trinken, Reis, Gemüse und Kleidung waschen. In manchen der Kanäle kann man sogar Koi gegen den Strom schwimmen sehen, so zum Beispiel im Igawa- oder auch dem Yanaka-Kanal.

Was in vielen japanischen Burggärten die Kirschbäume sind, sind im Garten der Hachiman-Burg die Ahornbäume: Die Burg selbst wurde ursprünglich 1559 erbaut, in der frühen Meiji-Zeit jedoch zerstört. Erst 1933 kam es zu einem Wiederaufbau. Im Gegensatz zu den meisten rekonstruierten Burgen wurde in diesem Fall Holz statt Beton verwendet. Auf dem Gelände der Burg befinden sich zahlreiche Ahornbäume, deren Laub während der Herbstzeit rot leuchtet. Um diesen Effekt zu unterstreichen, werden sie in den Nachtstunden zusätzlich beleuchtet.




Ein Gebäude mit ebenfalls sehr attraktiver Begleitung der Natur ist der Jionzenji-Tempel. Auch er wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Ursprünglich zählte noch ein Zen-Kloster dazu, dieses wurde jedoch während einer Flut zerstört und nicht wieder aufgebaut. Dafür verfügt der Tempel aber über einen wunderschönen Zen-Garten. Angelegt wurde er von einem Priester, um einen Teich, Wasserfälle und die Ahornbäume dekorativ zu präsentieren. Leider ist es Besuchern nur erlaubt, den Garten aus dem Inneren des Tempels heraus zu bestaunen; betreten dürfen sie die Grünanlage nicht.

Eine der Hauptattraktionen der Stadt ist das Sommerfest „Gujo Odori“. Es findet seit über 400 Jahren statt und zieht sich über eine Zeitspanne von 31 Nächten von Juli bis September. Das Fest könnte als „Mitmach-Fest“ bezeichnet werden, da die Gäste und Zuschauer den Tänzen der Vorführenden ohne Hindernis folgen können. Da unter den vorgeführten Tänzen mehrere einfache Tänze vorhanden sind, sind diese schnell erlernbar und ein zusätzlicher Grund, im großen Getümmel mitzumachen.
Ein weiteres, traditionelles Sommerfest ist das „Shirotori Odori“ im Stadtteil Shirotori. Da das Tempo der Musik auf diesem Fest etwas schneller ist, werden besonders junge Leute davon angezogen.




Viele von uns haben sicherlich schon einmal die täuschend echt aussehenden Nachbildungen japanischer Speisen gesehen. Seien es die klassischen Sushi-Röllchen, Tempura, Obst und Gemüse oder ganze Gerichte: Wüsste man nicht, dass sie aus Wachs oder Plastik bestehen, würde man am liebsten hinein beißen. In japanischen Restaurants werden die zu servierenden Gerichte auch gerne mit Hilfe dieser Repliken zur Schau gestellt. - Und Gujo ist einer der Marktführer des Landes, wenn es um täuschend echt aussehende Essensmodelle geht. Im Stadtteil Hachiman können Besucher Workshops mitmachen und hierbei sogar ihr Lieblingsessen modellieren.
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 19.05.2014
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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