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Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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Der Mukden-Zwischenfall

 
Die japanische Bezeichnung für den Mukden-Zwischenfall ist „Manshū-jihen“ (満州事変), also zu Deutsch „Mandschurei-Zwischenfall“.
Die Chinesen nennen ihn „Jiǔyībā Shìbiàn“( 九一八事變 / 九一八事変), übersetzt „18.-September-Zwischenfall“.
Der Zwischenfall ereignete sich am 18. September 1931 in der Mandschurei.
Er galt als Auftakt für die Mandschurei-Krise zwischen Japan und China.

Doch was war der Auslöser? Was geschah zuvor?
Japan hatte im ersten Japanisch-Chinesischen Krieg (1894/95) Korea als Einfluss gewonnen und interessierte sich für die Rohstoffe der reichen Mandschurei. Diese gehörte jedoch bis 1900 zum Russischen Reich.
Die Spannung um die Mandschurei zwischen Japan und Russland wuchs und endete im Russisch-Japanischen Krieg (1904), welchen Japan 1905 für sich entschied. So mussten die Russen die Mandschurei verlassen und diese an China zurückgeben.

Japans Einfluss dort war jedoch nicht zu unterschätzen. Sie bauten die Südmandschurische Eisenbahn und brachten Rohstoffe aus der Mandschurei nach Korea, um sie von dort aus nach Japan zu verschiffen.
Die Bahnlinie selbst wurde von Japan durch die Kwantung-Armee beziehungsweise Kantō-gun (関東軍), die Hauptarmee der Kaiserlich Japanischen Armee, geschützt.

Durch offene Konkurrenz versuchten die Chinesen. den wirtschaftlichen und politischen Einfluss Japans auf die Mandschurei zu bekämpfen. Sie bauten zum Beispiel Eisenbahnlinien, die parallel zu denen japanischer verliefen.
So verschärfte sich die Situation zwischen China und Japan immer mehr, bis schließlich im Herbst 1931 ein japanischer Spion ermordet wurde und die Koreaner, welche durch die erzwungene Anbindung an Japan zu deren Staatsbürgern wurden, ebenfalls auf die Chinesen stießen.
Viele Japaner waren überzeugt, dass sie durch weitere Expansionen in der Mandschurei ihre wirtschaftliche Krise Anfang der dreißiger Jahre abwenden könnten.

So geschah es, dass am 18. September 1931 zwei Offiziere einer radikalen Fraktion der Kwantung-Armee bei der Stadt Mukden (heute Shenyang) einen Anschlag mit Sprengstoff auf die Südmandschurische Eisenbahn, welche zu Japan selbst gehörte, verübten.
Die Japaner deklarierten diesen Anschlag zum Werk chinesischer Saboteure und nutzten diese Anschuldigung, um weitere Truppen in die Mandschurei zu senden. So folgte der Explosion ein Feuergefecht zwischen Japan und China.
Ohne einen Befehl dafür erhalten zu haben, griffen die japanischen Truppen die chinesischen Kasernen an und eroberten Mukden.

Die japanische Regierung mit Sitz in Tokio wurde von ihrem Militär vor vollendete Tatsachen gestellt und billigte das Vorgehen im Nachhinein. Sie schickte schließlich sogar noch weitere Truppen.
Der Mukden-Zwischenfall sorgte dafür, dass die japanischen Truppen die Mandschurei besetzten und am 1. März 1932 den japanischen Satellitenstaat Mandschukuo, im Japanischen Manshū koku (滿洲國), gründeten. Ein japanisches „Kaiserreich“ in der Mandschurei, welches bis zum 18. August 1945 bestand.

Der Mukden-Zwischenfall führte zu großen Spannungen zwischen Japan und China, welche viele Ereignisse nach sich zogen.
Am 27. März 1933 trat Japan aus dem Völkerbund aus.
Danach, im Jahre 1935, expandierte die japanische Armee unkontrolliert immer weiter.
Im Juli 1937 kam es schließlich zum Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges.
Autor: Bettina Spallek /  Subaru
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 28.05.2014
Bildcopyright: Public Domain


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