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Kannon - Göttin des Mitgefühls

 
Trotz ihres nicht eindeutig geklärten Geschlechts und einer Vielzahl unterschiedlichster Erscheinungsformen, ist Kannon eine der beliebtesten Götter im Buddhismus überhaupt.
Kannon gilt als die Göttin des Mitgefühls und zählt im Buddhismus zu einer der beliebtesten Götter überhaupt. Aber eigentlich heißt sie Avalokiteshvara.

Beschäftigt man sich mit der Religion des Buddhismus, wird man immer wieder auf Kannon treffen, sei es in Texten, auf Zeichnungen oder in Form von Statuen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bodhisattva, also „erleuchteten Wesen“, erscheint Kannon Gläubigen in einer Vielzahl unterschiedlichster Formen: Mal stehend und eine Lotusblüte in der Hand haltend, mal sitzend mit sechs oder alternativ 42 Armen oder in einem weißen Gewand gekleidet und den Mond in der Wasserspiegelung des Meeres betrachtend. Es gibt Kannondarstellungen mit elf Gesichtern als Kopfschmuck oder die zornige Kannon mit einem Pferdekopf. Jedoch, unabhängig davon, wie sie dargestellt wird, handelt es sich stets um ein und dieselbe Kannon.



Ihr ursprünglicher Name Avalokiteshvara ist nicht so einfach zu übersetzen, da er auf verschiedene Art und Weise interpretiert werden kann; es geht jedoch stets um das „Wahrnehmen“. Im ostasiatischen Raum findet der Name Kanzeon oft Gebrauch, was übersetzt soviel wie „Der, der den Klang der Welt erhört“ bedeutet und somit vermittelt, dass Kannon denjenigen erscheint, die sie rufen.

Was denn nun, er oder sie? - Diese Frage ist tatsächlich nicht klar zu beantworten. Schon bei den frühen chinesischen und japanischen Darstellungen ist ein gewisser Anteil von Androgynität nicht von der Hand zu weisen. Besonders in der chinesischen Kunst fand eine zunehmende Verweiblichung Kannons statt. In manchen Sutren wird sie sogar als chinesische Prinzessin gehandelt.
Diese Verweiblichung machte es den Jesuiten im 16. und 17. Jahrhundert leicht, ihre Missionstätigkeiten in China auszuüben, da sie ihren Kult um die Gottesmutter Maria der Verehrung Kannons anlehnten. Eine sehr ähnliche Angleichung fand auch in Japan statt. Dies kam den japanischen Christen besonders während der Christenverfolgung in der Edo-Zeit zu Gute: Sie konnten unerkannt zu Statuen beten, die äußerlich aussahen wie Kannon, tatsächlich aber Maria darstellten.




Eines der Kunstwerke, das im direkten Bezug auf Kannon am meisten beeindruckt, befindet sich in Kyoto im Sanjusangen-do, einem buddhistischen Tempel: Hier ruht eine überdimensional große Kannon und ihr zur Seite gestellt wurden 1.000 lebensgroße, tausendarmige und vergoldete Kannons. Der Name des Tempels bezieht sich sowohl auf seine 33 Nischen wie auch auf die 33 Formen, die Kannon annehmen kann. Sein eigentlicher Name lautet jedoch Rengeo-in-hon-do.


Autor: Kathia Krüss
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 10.06.2014
Bildcopyright: Wikimedia Commons, Jun Takeuchi


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