Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Nemuro - Japans östlichste Stadt

 
Milde Temperaturen und viel Grün: Für Natur- und besonders Vogelfreunde ist Nemuro ein idealer Ort zum Verweilen. Hier gibt es außerdem den frühesten Sonnenaufgang und die späteste Kirschblüte des Landes.
Am östlichsten Zipfel der Nordinsel Hokkaido, in der Unterpräfektur Nemuro, liegt Japans östlichste Stadt Nemuro. Der Name stammt vom Wort „Niomuro“ des Volkes der Ainu ab und steht für einen „Ort mit dichter Bewaldung“.
Im 19. Jahrhundert erfreuten sich die japanischen Siedler eines stets reichen Fischfangs und Nemuro war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der größten Städte des nördlichen Raums Hokkaidos. Doch um 1945 herum musste auch diese Stadt wie viele weitere des Landes unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs leiden und die Bevölkerungszahl nahm zunächst spürbar ab. Der Fischfang war es, der der Gegend erneuten Aufschwung brachte. 1957 vergrößerte sich Nemuro durch die Eingemeindung des Dorfes Wada und 1959 durch die Aufnahme des Dorfes Habomai.



Das Klima in Nemuro ist verhältnismäßig mild: Im Winter fallen die Tagestemperaturen auf durchschnittlich -4° Celsius, im Sommer erreichen sie durchschnittlich 17° Celsius. Durch die Halbinsellage ist es jedoch recht windig, besonders in den Herbst- und Wintermonaten.

Nemuro ist kein klassisches Touristenziel und doch ist die Stadt besonders für Naturfreunde zu empfehlen. Vor allem Vogelfreunde können hier bei einer Anzahl von rund 300 Vogelsorten auf ihre Kosten kommen, unter denen sich auch bedrohte Arten wie der Riesenfischuhu, Seeadler, Schwarzspecht und Gelbschopflund befinden. Der Schwan, der die Wintermonate in Nemuro verbringt, nimmt eine besondere Stellung ein, da er als Symboltier der Gegend zählt. Da die meisten von ihnen am Furen-Teich zu finden sind, wird dieser auch umgangssprachlich „Schwanenteich“ genannt. An diesen grenzt die Shunkunitai-Sandbank mit einer Länge von acht Kilometern und einer Breite von 1,3 Kilometern an, auf der zahlreiche Hamanasu wachsen und gedeihen, die man bei uns besser als Kartoffel-, Apfel- oder Japan-Rose kennt.




Aufgrund seiner geografischen Lage kann man in Nemuro den frühesten Sonnenaufgang in ganz Japan bewundern: Im Juni geht die Sonne bereits gegen 3:30 Uhr auf, rund zwei Stunden früher als in Naha im südlichsten Okinawa. Aus diesem Grund reisen viele Japaner aus dem ganzen Land zu Neujahr nach Nemuro, um am ersten Januartag den ersten Sonnenaufgang des neuen Jahres früher als alle anderen sehen zu können.
Ein weiteres wetterbedingtes „Extrem“ sind die Kirschblüten: Während die Kirschblüte in Tokyo durchschnittlich in der zweiten Hälfte des Märzes beginnt und in der ersten Hälfte des April schon wieder vorbei ist, kann man jene in Nemuro bis Ende Mai bewundern. Die Kirschbäume im Seiryu-Tempel gelten daher als die als letzte verblühenden.

Das Kap Nosappu stellt den östlichsten Punkt Hokkaidos dar – wenn auch nicht den östlichsten Punkt Japans, denn dieser wäre die kleine, unbewohnte Insel Minami-Tori-shima. Am Kap Nosappu steht auch der gleichnamige Leuchtturm, welcher 1872 in Betrieb genommen wurde und der älteste Leuchtturm auf Hokkaido ist.
Am Fuße des Kap Hanasaki lässt sich ein interessantes Steingebilde bewundern: Dort befinden sich die „Nemuro Wheel Stones“, massive Steine, die durch ihre Anordnung mächtigen Rädern ähneln.




Man sieht also: Japan hat nicht nur laute, überfüllte Großstädte zu bieten, sondern auch die entgegengesetzte Seite. Wer sich in der Natur zu Hause fühlt, kann bei seiner nächsten Japan-Reise Nemuro durchaus als Ausflugsziel in Betracht ziehen.
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Christian Glöckner
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 28.07.2014
Bildcopyright: Peter Davis, Robert tdc, Wikimedia Commons


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