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Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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Izanagi und Izanami - Die Schöpfergottheiten

 
Izanagi (伊邪那岐) no mikoto und Izanami (伊邪那美) no mikoto sind Götter der Shinto-Religion und in dieser für die Schöpfung zuständig.
Sie gelten als Schöpfer der irdischen Welt, nicht jedoch des Universums.
Das Götterpaar wird sowohl als Geschwister, wie auch als Ehepaar dargestellt.
Izanagi bedeutet „einladender Mann“ und Izanami „einladende Frau“, was auf die Liebeserklärung der beiden Götter beim Hochzeitsritus zurückgehen soll.
Mikoto (命) ist ihr religiöser Titel und bedeutet, dass sie Götter sind.

In der Welt herrschte zu Beginn Chaos. So berichten es die ältesten Chroniken Japans: Kojiki (古事記), die Chronik alter Begebenheiten und Nihon shoki (日本書紀), die Chronik Japans.
Alles war eins, eine chaotische Masse in Form von Eis. Schließlich traten die Götter in die Welt und in der siebten Generation auch Izanagi und Izanami. Sie bekamen von den Gottheiten den Auftrag, aus dem Chaos ein bewohnbares Land zu schaffen. Dafür erhielten sie eine mit Juwelen geschmückte himmlische Lanze. So stieg das Paar vom Himmel auf die himmlische Schwebebrücke herab und Izanagi rührte mit dem Speer im Meer herum.
Als er die Lanze schließlich wieder aus dem Wasser hob, tropfte von der Spitze Salz herab, welches zu einer Insel gerann. Die beiden Götter stiegen auf Onogoroshima (淤能碁呂島), die von selbst geronnene Insel, herab und errichteten sich einen wunderschönen Palast und einen himmlischen Pfeiler.
Die darauf folgende geschlechtliche Vereinigung brachte neben anderen Gottheiten auch die acht großen Inseln Japans hervor, die Ōyashima (大八島).




Das erste Kind, welches die beiden Götter zeugten, war eine Missgeburt. Izanami hatte beim Hochzeitsritual einen Fehler begangen und dies herbeigeführt.
Nach einigen weiteren Kindern gebar Izanami schließlich den Feuergott, bei dessen Geburt sie jedoch starb und in die Yomi, die Unterwelt (黄泉) einkehrte.
Izanagi war so wütend über den Tod von Izanami, dass er den Feuergott zerschlug, aus dem neue Gottheiten entstanden und er seiner Frau in die Unterwelt folgte.
Izanagi konnte Izanami zwar dort finden, verstieß jedoch gegen das Gebot sie nicht ansehen zu dürfen und floh nach ihrem grausamen Anblick aus der Unterwelt.
Izanami folgte ihm. Sie wurde jedoch von einem Felsen, mit dem ihr Mann die Yomi versperrte, aufgehalten. So kam es zur Trennung zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Außerdem wurde Izanami so auch die Göttin der Unterwelt.




Nach seiner Flucht aus der Yomi vollzog Izanagi ein Misogi (禊), eine rituelle Waschung mit Wasser, um sich von der Unreinheit der Unterwelt zu befreien.
Hierbei entstanden beim Waschen seines linken Auges die Sonnengöttin Amaterasu (天照), beim Waschen seines rechten Auges der Mondgott Tsukiyomi (月読尊) und beim Waschen seiner Nase der Sturmgott Susanoo (須佐之男).
Amaterasu bekam die Aufgabe, über den Himmel zu herrschen. Tsukiyomi bekam die Herrschaft über die Nacht und Susanoo sollte über das Meer herrschen.
Unter diesen drei Kindern teilte Izanagi also sein Erbe auf und zog sich aus dem Geschehen der Welt zurück.



Im Altjapanischen wird die Urmutter Izanami als Imo (妹) bezeichnet, was sowohl „Ehefrau“ als auch „jüngere Schwester“ bedeuten kann. Demnach ist man sich nicht sicher, ob Izanagi und Izanami Ehepaar, Geschwister oder gar beides waren.
Geschwisterheirat oder geschwisterliche Zeugung gibt es in den Mythen der Götter des Öfteren. So auch bei den Menschen im sechsten und achten Jahrhundert. Hier war dies in der Dynastie der Tennō ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Beinahe regelmäßig gab es Ehen zwischen Halbgeschwistern. Vermutlich kommt das Motiv für die Göttererzählungen daher.

Autor: Bettina Spallek /  Subaru
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Denise Augustin /  Sunny-Ray
Datum d. Artikels: 18.09.2014
Bildcopyright: commons.wikimedia.org / bifrost.it / mundo-nipo.com


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