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Und auch dieses Jahr hat unsere Redaktion keine Mühen gescheut, euch ihre Highlights des ausklingenden Jahres 2018 zu präsentieren und damit dem einen oder anderen vielleicht einen Denkanstoß zu geben, was er seinen Liebsten zu Weihnachten unter den Baum legen könnte...!

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Clanfamilien – Die Taira

 
In der Heian-Zeit wurden zahlreiche Nachkommen der Kaiser, die keine Ämter am Hof übernehmen konnten, zu Untertanen gemacht, indem sie einen Nachnamen erhielten. Diese Prinzen erhielten Land oder Ämter in Provinzen außerhalb der Hauptstadt. Drei dieser sogenannten Clanfamilien jener Zeit waren die Taira, die Fujiwara und die Minamoto.
Im 9. Jahrhundert wurde zum ersten Mal der Name Taira an die Nachfahren des 50. Kaisers Kammu (桓武, 781–806) verliehen. Im Laufe der Zeit entstanden aus dieser ursprünglichen Tairafamilie auch einige Nebenzweige, wie zum Beispiel die Hōjō oder die Miura. Sie verstreuten sich über ganz Japan.
Diese Abkömmlinge des Kaisers bauten bald private Armeen in ihren Provinzen auf, um ihren Landbesitz gegen Nachbarn zu verteidigen. So wurde die Taira bald zu einer Kriegermacht, deren militärische Kraft außerdem gerne vom Kaiserhof in Anspruch genommen wurde, wenn es Rebellionen gegen die Regierung gab.

Die internen Streitigkeiten unter den Adligen im 11. Jahrhundert begünstigte schließlich den Aufstieg der Bushi, der Kriegerfamilien, wie auch die Taira eine war.
Das damalige Oberhaupt Taira no Kiyomori bevorzugte eine geschickte Politik und sein Ehrgeiz begründete den Erfolg der Taira-Familie. Unter seiner Führung kämpften die Taira zusammen mit Minamoto no Yoshitomo, dem Oberhaupt des Minamoto Clans und Heerführer in dieser Zeit, für Tenno Go-Shirakawa, der somit gegen den Ex-Tenno Sutoku gewann und beiden Familien mehr Macht bescherte.

Durch diese politische Macht entzweiten sich die Taira und die Minamoto und wurden Rivalen. Das ging letztendlich soweit, dass beide Clans mit Waffengewalt aufeinander losgingen und im Zuge der Heiji-Rebellion (1159-1160) ihre Macht ausfochten.
Die Taira gewannen und töteten Yoshitomo und seine ältesten Söhne, während die drei Jüngsten ins Exil geschickt wurden.




Für die nächsten zwei Jahrzehnte hatten sich die Taira gegen die Minamoto durchgesetzt und konnten ihre Macht noch weiter ausbauen.
Taira no Kiyomori nahm als eine Art Kanzler, als Daijo Daijin, direkten Einfluss auf die Politik und enthob die Fujiwara-Familie ihren hohen Ämtern, um sie mit Familienmitgliedern und Verbündeten der Taira zu ersetzen. Er schaffte es sogar durch einen geschickten Schachzug die Linie der Taira mit der Kaiserfamilie zu vereinen, um seine Machtposition abzusichern.
Als Kiyomori schließlich 1180 Kaiser Takakura zum Abdanken zwang und seinen zweijährigen Sohn Antoku auf den Kaiserthron setzte, blieben erneute Auseinandersetzungen nicht länger fern.
Der „Gempei-Krieg“ (源平合戦, Gempei no kassen), also der „Minamoto-Taira-Krieg“, erstreckte sich über fünf Jahre und endete mit der entscheidenden Seeschlacht von „Dan no ura“ (壇ノ浦の戦い, Dan-no-Ura no tatakai) im März 1185. Die Minamoto siegten.
Um das Land wieder zu ordnen, gründete der siegreiche Minamoto no Yoritomo in den darauffolgenden Jahren das erste Shogunat in Kamakura.
Trotz der Niederlage und großer Verluste wurden die Taira nicht vollständig vernichtet und ihr politischer Einfluss nicht komplett zerschlagen. Selbst im Kamakura Shogunat leitet ein Zweig der Taira die Politik aus dem Hintergrund. Ihre Macht endete erst als der Ashikaga (足利氏) Clan, eine Zweigfamilie der Minamoto, 1333 das Kamakura-Shogunat stürzte.
Autor: Bettina Spallek /  Subaru
Lektor: Leonie Schultz
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 05.10.2014
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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