Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Towada - Wanderparadies im Norden

 
Ein riesiger Kratersee, ein reißender Fluss mit einer Vielzahl von Wasserfällen, jede Menge Onsen und ein eigensinniges Kunstmuseum – dies und vieles mehr gibt es in Towada!
Die Stadt Towada befindet sich in der Präfektur Aomori, im Norden der Tohoku-Region, und liegt im Vorland der Hakkoda Mountains. Früher war Towada ein einziges Ödland und hieß Sanbongihara. Ab 1855 diente es den Samurai des Nanbu-Clans als Kolonisationsgebiet sowie der Landgewinnung. Im späteren Verlauf wurde dieses Vorhaben von der Meiji-Regierung weiter ausgeführt. Zudem wurden hier ab 1885 Kavalleriepferde für die Kaiserlich Japanische Armee gezüchtet. Am 1. September 1910 erhielt Sanbongi den Status einer Gemeinde, am 1. Februar 1955 erhöhte sich dieser zu einer Großstadt, bevor im Oktober 1956 der heute bekannte Name Towada eingeführt wurde. Am 1. Januar 2005 wurde die Stadt Towadako in Towada aufgenommen.



Bekannt ist Towada für den Towada-See: Dieser ist mit einer Wasseroberflächengröße von 61,1 Quadratkilometern der größte Kratersee der Honshu-Insel. Charakteristisch ist auch seine Form, die zwei Halbinseln am Südostufer hervorhebt. Das Küstengebiet des Towada-Sees ist weitestgehend unerschlossen, mit Ausnahme des kleinen Ortes Yasumiya. Hier kann man den Towada-Schrein sowie ein kleines Natur-Museum besuchen. Um den See zu erkunden, empfiehlt sich eine Bootsrundfahrt, bei der man auch einen besseren Blick auf die Halbinseln erhält. Diese finden im Winter aufgrund der niedrigen Temperaturen und teils schweren Schneefällen vor Ort allerdings nicht statt. Es führt jedoch auch eine Straße um den See herum.

Dem Towada-See entspringt der Oirase-Fluss. Dieser bewegt sich durch bewaldetes Gebiet und trägt zu einem malerischen Gesamtbild bei. Zwischen den Ortschaften Nenokuchi und Ishigedo führt ein beliebter Wanderweg am Fluss entlang, welchen mehrere Wasserfälle wie auch Bushaltestellen säumen. Mittlerweile ist dieser Ort ein so beliebtes Ausflugsziel geworden, dass die Straße entlang des Flusses an manchen Tagen im Herbst für Autos gesperrt ist. Denn zu dieser Jahreszeit bietet das bunte Herbstlaub in Kombination mit dem fließenden Gewässer ein noch eindrucksvolleres Bild, welches viele Touristen anlockt.







Bei den Hakkoda Mountains handelt es sich um eine vulkanische Bergkette, die sich zwischen der Stadt Aomori und dem Towada-See entlangzieht. Der höchste Gipfel ist mit 1.585 Metern der Mount Odake. Aufgrund seiner Höhenlage und des kalten Winterklimas sind die Hakkoda Mountains ein Paradies für Wintersportfreunde. Im nördlichen Bereich der Bergkette befindet sich daher das Hakkoda Ski Resort, welches für seine pulverigen Pfade abseits der Piste bei Ski-Fans besonders beliebt ist.
Allerdings hat die winterliche Seite der Hakkoda Mountains auch schon Opfer gefordert: Im Januar 1902 war eine Gruppe der Kaiserlichen Japanischen Armee auf dem Weg zu einem Onsen gewesen. Dabei gerieten sie in einen Schneesturm, in welchem 199 Menschen ihr Leben verloren.

Tatsächlich befinden sich im Bereich der Hakkoda Mountains eine Menge Badegelegenheiten, so zum Beispiel der Sukayu Onsen: Hierbei handelt es sich um ein einzelnes Ryokan (eine Art traditionelle Herberge), welches über einen atmosphärischen Baderaum im alten Stil verfügt, der zu Japans besten zählen soll.
In der Nähe des Ryokan gibt es noch weitere heiße Quellen, ebenso auf dem Weg Richtung Towada-See. Sowohl im nördlichen, wie auch südlichen Vorland der Hakkoda Mountains, befinden sich Moor- und Sumpfgebiete. Während man im Süden auf den vom Moorgebiet umgebenen Suirennuma-Teich stößt, erwartet einem im Norden das Tashirotai-Moor, welches ursprünglich mal ein Kratersee war. Ein Weg aus Brettern führt den Besucher durch das morastige Gelände.







2008 eröffnete in Towada City das Towada Art Center. Dieses ist ein zeitgemäßes Kunstmuseum, dessen Räume durch Glaskorridore miteinander verbunden sind. Die Ausstellungsstücke wurden alle exklusiv für das Museum kreiert und die einzelnen Hallen wiederum auf die Ausstellungsstücke zugeschnitten. Manche der Kunstwerke befinden sich außerhalb der Hallen auf dem Gelände, wie zum Beispiel ein riesiges, rotes Insekt, das an eine Ameise erinnert, oder ein vollkommen aus künstlichen Blumen bestehendes Pferd. Künstler, die zur Sammlung des Towada Art Centers beigetragen haben, sind unter anderem Ron Mueck, Jeong Hwa Choi und Yoko Ono. Für ausländische Touristen werden die Führungen durch das Museum zusätzlich auf Englisch abgehalten.
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 26.11.2014
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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