Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Aomori - Feiern zwischen blauen Tannen und Nokkedon

 
Aomori ist eine der nördlichsten Städte der Honshu-Insel. Doch wer glaubt, dass es hier aufgrund der Lage, abseits der Touristenmagnete, nichts zu erleben gibt, hat sich geirrt. Neben einem der größten Fundorte der Jomon-Periode und der landesweit größten Buddha-Statue, hat die Stadt auch eines der größten Feste der Tohoku-Region zu bieten.
Die Großstadt Aomori ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Präfektur und liegt an der Bucht von Aomori, ganz im Norden von Japans Hauptinsel Honshu. Der Name bedeutet „blauer/grüner Wald“, was auf das bewaldete Gebiet außerhalb des Stadtkerns hinweist. Zudem ist dieses Gebiet einer der wenigen Orte weltweit, in der die Maries-Tanne zu Hause ist – diese ist in ihrer natürlichen Form ausschließlich im nördlichen und zentralen Bereich Honshus zu finden. Da sich die Farbe der Tanne im blaugrünen Farbspektrum bewegt, ist es nicht verwunderlich, dass sie der Landesbaum Aomoris ist.




Durch die Lage der Stadt war der Schiffverkehr zur benachbarten Insel Hokkaido lange Zeit selbstverständlich gewesen. Seit der Inbetriebnahme des Seikan-Tunnels 1988, der Aomori mit Hokkaido unterirdisch verbindet, hat sich ein Großteil des Verkehrs zum Überqueren auf eben diesen verlagert. Der Seikan-Tunnel ist ein 53,85 Kilometer langer Eisenbahntunnel, der sich 23,3 Kilometer lang unter dem Wasser erstreckt. Er gehört damit zu den längsten Tunnel der Welt.
Auch über einen Flughafen verfügt die Stadt. Der Aomori Airport öffnete seine Pforten 1964 und unterhält seit 1995 ebenfalls Flüge ins asiatische Ausland.
Nach den, im Verhältnis langsamen, Schiffsreisen fragen seither nur noch wenige.

Wofür Aomori mit am bekanntesten ist, ist das Nebuta Matsuri, ein Festival, welches jährlich vom 2. bis 7. August abgehalten wird. Mit dem Kanto Matsuri in Akita und dem Tanabata in Sendai gehört das Nebuta Matsuri zu den größten Festivals der Tohoku-Region. Hierbei bewegen sich jeden Abend vom 2. bis 6. August bunte Umzüge mit bis zu fünf Meter hohen, beleuchteten Papierfiguren durch die Straßen des Stadtzentrums. Am letzten Tag, dem 7. August, beginnt die Parade bereits am Nachmittag und endet mit einem zweistündigen Feuerwerk. Die Tänzer laden jeden Zuschauer dazu ein, mitzumachen. Einzige Bedingung hierfür ist das Tragen des traditionellen Kostüms des Haneto-Tanzes.
Dem Festival wurde sogar ein Museum gewidmet, das Nebuta Warasse, welches sich in Hafennähe befindet. Hier kann man unter anderem die großen Papierfiguren des jeweils letzten Umzuges bestaunen und am Wochenende und in den Ferien finden gelegentlich Vorführungen von Tänzern statt, die den Haneto-Tanz näher erläutern.







Beim Sannai Maruyama-Fundort handelt es sich um das landesweit größte und einem der am besten erhaltenen Dörfer der Jomon-Periode (13000 – 300 v.Ch.). Es wurde 1992 während der Bauarbeiten eines ursprünglich geplanten Baseballstadiums entdeckt. Auf dem für Besucher zugänglichen Gelände können verschiedene Hütten und Häuser besichtigt werden. Außerdem können die Besucher die Kleidung des alten Jomon-Volkes anprobieren und sich mit Hilfe von Werkzeugen aus besagter Ära in der Herstellung kleiner Gegenstände wie zum Beispiel Spielzeug versuchen.
Seit dem Jahre 2000 gilt Sannai Maruyama als besondere Nationale Historische Stätte, da sie Forschern einen ungewöhnlich tiefen und vielfältigen Einblick in das frühere Leben an diesem Ort gewährt.

Die größte Buddha-Statue ganz Japans findet man im Seiryu-Tempel: Showa Daibutsu hat eine stolze Größe von rund 21 Metern und wurde 1984 erbaut. Sein Schöpfer Ryuko Oda war der Ansicht, dass die Japaner, die heute ein gut situiertes Leben führen, vergessen haben, dass sie den heutigen Reichtum ihren Landsleuten zu verdanken haben, die im Krieg für ihr Land gefallen sind. Inspiriert von den umstrittenen Besuchen des Yasukuni-Schreins des damaligen Premierministers, ließ Ryuko Oda die Statue errichten, da er glaubte, dies ermögliche den Menschen für die Kriegsgefallenen zu beten ohne sich den Kontroversen auszusetzen, die mit dem Yasukuni-Schrein einhergehen.




Im Stadtzentrum, nahe des Hafens, befindet sich der Furukawa Fischmarkt, ebenso bekannt als Aomori Gyosai Center. Hier gibt es eine Vielzahl an lokalen Fischspezialitäten und Gemüse. Das Besondere an diesem Markt ist die Tatsache, dass sich Kunden ihr ganz individuelles Donburi (eine Schale mit Reis, welchem verschiedenste Zutaten beigefügt werden) zusammenstellen können, welches „Nokkedon“ genannt wird. Man kauft sich eine Schale mit essfertigem Reis und kann damit quer über den Markt wandern, sich die Angebote der verschiedenen Händler ansehen und spontan entscheiden, was man sich auf seinen Reis servieren lassen möchte. Man darf mit seinem Nokkedon den Markt nicht verlassen, was aber kein Problem darstellt, da für Sitzgelegenheiten gesorgt ist. Der Furukawa Fischmarkt hat jeden Tag geöffnet.
Ein weiterer Fischmarkt ganz in der Nähe ist der Auga Fischmarkt, welcher im Untergeschoss des Auga Festival City Shopping Centers untergebracht ist. Auch hier findet man eine reiche Auswahl dessen, was die Fischer auf dem Meer gefangen haben, unter anderem Tintenfische und Aomoris berühmte Muscheln.
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 12.12.2014
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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