Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

Weiterlesen

Aktuell in Japan:
15.09.: Tag der Verehrung der Ahnen (keiro no hi) (gesetzlich) | 14.09. - 15.09.: ôsaka – Danjiri Matsuri (regional) | 14.09. - 17.09.: Kamakura - Hachiman Matsuri (regional) | 22.09. - 23.09.: Tagundnachtgleiche (o-higan) (landesweit) | 07.10. - 09.10.: Nagasaki – Okunchi Matsuri (regional)

Twittern Auf Facebook teilen
Biei - Japans Bilderbuch

 
Eine Landschaft, die aussieht wie gemalt – das ist Biei. Wer einen Sinn für Ästhetik hat und sich gerne in der Natur aufhält, dem wird es schwerfallen, dem Charme dieser Kleinstadt zu widerstehen.
Bei Biei handelt es sich um eine Kleinstadt in der Unterpräfektur Kamikawa auf der Nordinsel Hokkaido. Biei erstreckt sich auf einer Fläche von 677 Quadratkilometern und beherbergt etwa 11.000 Einwohner. Die nächste größere Stadt ist Asahikawa im Nordwesten.
Wie für viele Orte auf Hokkaido typisch, stammt auch der Name Biei ursprünglich vom alten Volk der Ainu ab: Diese nannten ihn „piye“, was soviel wie „ölig“ oder „unklar“ bedeutet. Die japanischen Siedler verwendeten einen Namen aus ihrer Sprache, der dem Ainu-Wort vom Klang her ähnlich war, jedoch etwas völlig anderes bedeutet: Biei heißt übersetzt in etwa „wunderschön und glänzend wie ein König“.




Diese Übersetzung ist heute äußerst zutreffend und der Grund für rund 1,2 Millionen Touristen jährlich, denn Biei ist eine wahre Bilderbuchlandschaft! Sanfte Hügel, auf denen Felder mit Blumen in den unterschiedlichsten Farben blühen, dominieren das Stadtbild und geben zahlreiche Postkartenmotive ab. Farbenprächtige Streifen aus Sonnenblumen, Mohnblumen, Cosmeen, Salbei und Lavendel ergeben einen patchworkartigen Farbteppich der Natur. Passenderweise wird die Gegend nordwestlich der Stadtmitte auch „Patchwork Road“ genannt - obwohl sie aus mehr als nur einer Straße besteht. In den Siebzigerjahren erlangte diese Gegend bei Werbeleuten große Beliebtheit, was die Produktion verschiedener Werbespots vor Ort zur Folge hatte. Möchte man die Umgebung von einer erhöhten Position aus bewundern, kann man das pyramidenförmige Hokusei Hill-Observatorium aufsuchen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Zerebu Hill, ein Blumenpark.

Am Fuße des Tokachidake-Vulkans erstreckt sich die „Panorama Road“, ebenfalls ein Gebiet, das nicht nur aus einer einzelnen Straße besteht und zudem weitläufiger als die „Patchwork Road“ ist. Auch hier gibt es kunterbunte Blumenfelder, eines schöner als das andere. Bei Touristen besonders beliebt und daher stets gut besucht, ist der Shin'ei Hill Observatory Park, welcher aufgrund seiner Position auf einer Hügelspitze eine gute Aussicht bietet. Ebenfalls nennenswert sind der San'ai Hill Observatory Park sowie der etwas weiter entfernte aber nicht minder schöne Shikisai Hill.
In einem ehemaligen Schulgebäude befindet sich heute die Takushinkan-Fotogallerie des Landschaftsfotografen Shinzo Maeda. Maeda war von der Umgebung Bieis so beeindruckt, dass er die Stadt viele Jahre lang in seine Arbeiten mit einfließen ließ und zu ihrer heutigen Beliebtheit beitrug.







Die sogenannte „Refresh Line“ führt an der Shirakaba-Straße entlang. „Shirakaba“ bedeutet Birke und eben diese Bäume stehen entlang der Straße auf einer Strecke von etwa vier Kilometern. Zudem ist die Birke, um genau zu sein die mandschurische Birke, der Symbol-Baum von Biei. Fährt man die Shirakaba-Straße stadtauswärts, begegnet einem schließlich das Shirogane Hot Spring Resort. Es liegt am Fuße des Tokachidake-Vulkans und besteht aus mehreren Unterkunftsmöglichkeiten und Heißen Quellen.

Im Grunde ist Biei zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Im späten Frühling und während der Sommermonate locken scheinbar endlose Weiten mit farbenprächtigen Blumenfeldern; im Herbst stellen die Bäume leuchtendes Laubwerk zur Schau, was das Bild einer harmonischen Landschaftsidylle abrundet und im Winter laden die schneebedeckten Hügel zum Wintersport ein.
Für Naturfreunde und Künstler jeglicher Art, die sich von malerischen Landschaften inspirieren lassen, ist Biei auf jeden Fall zu empfehlen. Die Gegend lässt sich gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Auto erkunden, als Alternative kann man sich auch ein Taxi mieten.



Autor: Kathia Krüss
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 28.03.2015
Bildcopyright: Wikimedia Commons; Foto-Rabe, takemigi/pixabay.com


X