Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

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Akihabara – Wandlungsfähige Elektronikmeile und Otaku-Himmel

 
Akihabara, häufig einfach „Akiba“ abgekürzt, gilt als einer der größten, auf Elektronik spezialisierten, Shopping-Distrikte der Welt und wurde über die Jahre auch immer mehr zum Anziehungspunkt für Manga- und Anime-Fans.
Akihabara ist ein kleiner Bezirk in der Mitte von Tokyo, etwas nördlich der Tokyo Station und südlich des Ueno Parks gelegen, und ursprünglich benannt nach einem lokalen Schrein, der sich einmal hier befand. Doch wenn man heute von Akihabara spricht, denkt man weniger an Tempel und Schreine, sondern meint meistens den bekannten Shoppingbezirk, der sich eigentlich bis in den angrenzenden Bezirk Kanda erstreckt, rund um den gleichnamigen Bahnhof.
Mit der Yamanote-Ringlinie ist der Bahnhof leicht zu erreichen und dort angekommen, weisen Schilder direkt zum „Akihabara Electric Town Exit“, so dass der Shoppingwillige sich sofort auf der Einkaufsstraße wiederfinden kann.
Schon nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich hier der Handel mit Elektronik: Von Radios und Fernsehern bis zu Haushaltsgeräten war hier in kleinen Läden alles zu finden. Seit den 1980ern begann der Siegeszug des PCs und eine weitere Spezialisierung der Läden rund um den Bahnhof begann. Computerteile, Laptops und Videospiele findet man hier heute genauso wie die neueste Unterhaltungselektronik oder Kameras. Bekannte Ketten wie Laox und Sofmap haben eigene Niederlassungen in Akihabara. Am größten ist der Yodobashi Camera Megastore, der sich etwas abseits östlich des Bahnhofs befindet. Die neueste Technik findet man meist entlang der Hauptstraße, doch ein Abbiegen und Erkunden der Nebengassen lohnt sich ebenso, denn hier finden sich Spezialhändler und auch solche, die Gebrauchtwaren anbieten. Sogar auf Roboter spezialisierte Läden kann man hier finden.




Der europäische Technikfan sollte wissen, dass wegen unterschiedlicher technischer Anforderungen nicht alle Geräte für den Gebrauch außerhalb Japans ausgelegt sind. Doch auch darauf haben sich einige Händler spezialisiert und bieten Übersee-Versionen der Geräte an. Duty Free Shops locken Touristen mit, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen, Angeboten.
Etwa seit den 80er Jahren entwickelte sich der Bezirk auch immer mehr zum Anziehungspunkt für Anime- und Manga-Fans. Geschäfte, die sogenannte „Otaku Goods“ anbieten, siedelten sich vermehrt zwischen den Elektronikläden an, um DVDs, CDs und unterschiedlichstes Merchandise zu verkaufen. Akihabara ist besonders die Domäne der männlichen Fans, während die weiblichen Fans eher auf der Otome-Road in Ikebukuro oder in anderen Vierteln fündig werden. Mandarake, der größte in Tokyo ansässige Händler für gebrauchte Manga- und Animeartikel, hat hier genauso einen Laden wie Animate (Merchandise) oder Gamers (Videospiele). Auch aus dem Ausland zieht es immer mehr Fans nach Akihabara, so dass die Akihabara Tourism Promotion Association inzwischen sogar Touren durch das Viertel mit englischsprachiger Führung anbietet, um so das Erkunden des für Unerfahrene unübersichtlichen Shopping-Mekkas zu erleichtern.




Aber nicht nur zum Einkaufen lädt Akihabara ein. Auch Entertainment wird geboten, zum Beispiel im mehrstöckigen Sega Club. Schon wenn sich die Türen öffnen, schallt einem der Lärm der Arkadenspiele entgegen. Auf sechs Stockwerken kann man sich an Greifautomaten versuchen oder die neuesten Sega-Arcadenspiele ausprobieren. Und wer wollte nicht schon einmal wissen, wie es sich anfühlt, einen Gundam oder einen anderen Riesenroboter zu steuern? Auch dies kann man hier erleben, wenn man sich für das richtige Spiel entscheidet und in eine der Pilotenkapseln steigt.
Wer es nach den Anstrengungen des Einkaufens eher etwas ruhiger mag, der kann nach der Tour durch die Straßen und Läden von Akihabara in einem Maid Café Ruhe finden und sich von den kostümierten Kellnerinnen eine Erfrischung servieren lassen. In anderen Cosplay-Restaurants oder Cafés bedienen nicht Maids sondern Catgirls, in wieder anderen ist alles auf eine bestimmte Animeserie ausgerichtet, so wie im 2010 eröffneten Gundam Café. Manga Cafés gibt es hier natürlich auch. Sie sind in etwa vergleichbar mit unseren Internetcafés, nur dass man dort außerdem noch Manga aus der café-eigenen Bibliothek lesen oder auf Spielekonsolen und bereitstehenden DVD-Playern in die neuesten Spiele und Filme hineinschnuppern kann.




In Akihabara steht das Leben nie still und so scheint es nicht verwunderlich, dass es sich weiter verändert. Schon seit 2005 wird modernisiert, um am Puls der Zeit zu bleiben. Teil der Neugestaltung ist das Akihabara Cross Fields, ein neuer Gebäudekomplex, in dem sich auch das Tokyo Anime Center befindet, ein Informationszentrum rund um alte und neue Anime-Werke und die mit Animationen verbundene Arbeit. In den oberen Stockwerken des Akihabara Cross Fields, ausgestattet mit Showrooms und Konferenzräumen, wird daran gearbeitet, den Bezirk in Zukunft auch zu einem weltweit anerkannten Zentrum für die neueste Informationstechnik zu machen, so dass der Name Akihabara auch weiterhin für aktuellste Technologien und Fortschritt steht.

Kurzum: Akihabara ist eine dynamische Shoppingmeile, die Technikenthusiasten und Anime-Fans gleichermaßen begeistert, aber auch bei jedem anderen die Neugier weckt. Man sollte keine Scheu haben, hier nach den jüngsten Trends oder Schnäppchen zu suchen, oder sich einfach von den Dingen überraschen zu lassen, die man entdecken kann.
Autor: Angela Troisi /  avventuriera
Lektor: Kathia Krüss
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 05.04.2015
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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