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Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Tottori - Stadt des Sandes

 
Der Anblick von Sanddünen ist für Außenstehende oft völlig „unjapanisch“. Dennoch hat Japans Küste vor dem Japanischen Meer genau das zu bieten! Aber in Tottori gibt es noch weitaus mehr als nur Sand...
Tottori ist die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur in der Chugoku-Region und befindet sich im Westen des Landes. Hier leben ungefähr 192.800 Menschen (Stand: Februar 2015).
Das Gebiet um den Berg Kyushouzan ist der älteste Teil der Stadt. Zeitzeugen sind die Ruinen der einstigen Tottori-Burg, welche im Jahre 1581 für zweihundert Tage von Toyotomi Hideyoshi belagert wurde. Neben den Ruinen umfasst das Gebiet ebenfalls den Kyusho-Park, der aufgrund seiner vielen Kirschbäume im Frühjahr zur Blütenschau einlädt.

Am berühmtesten ist Tottori wohl für seine Sanddünen. Diese sind rund 100.000 Jahre alt und entstanden durch Sandabtragung der Chugoku Mountains durch den Sendai-Fluss ins Japanische Meer. Durch Meeresströmungen und Windeinfluss gelangte der Sand dann an die Küste. Die Sanddünen von Tottori sind ein Teil des San'in Kaigan Geoparks. Neben verschiedenen Angeboten wie Kamelreiten, Paragliding und Sandboarding gibt es hier auch ein Sand-Museum. Es wurde Ende 2006 eröffnet und ist gegenwärtig Japans einziges Open-Air-Museum (Stand: Juni 2015). Die umfangreichen und sehr detaillierten Skulpturen haben jedoch grundsätzlich eine kurze Lebenszeit, da geformter Sand bekanntlich nicht lange hält. Nichtsdestotrotz eine beeindruckende Kunstform und ein einmaliges Erlebnis für Besucher.







Aufgrund seiner Küstennähe gibt es in Tottori mehrere hervorzuhebende Strände: Zum Beispiel Hakuto Beach, der berühmt für die Legende des „Weißen Hasen von Inaba“ ist. Oder Idegahama Beach, dessen Sand aus Kieselerde besteht und beim Betreten „singende“ Laute von sich gibt. Allerdings ist das Gewässer hier nicht zum Baden freigegeben. Anders sieht dies am Tottori Sakyu Swimming Beach aus, der aufgrund seines flachen Wassers und der Abwesenheit jeglicher Felsen als sehr familienfreundlich gilt.

Im Westen der Stadt befindet sich der Koyama-Teich, der größte Teich des Landes. Seine Größe beträgt stolze vier Kilometer von Ost nach West und knapp zweieinhalb Kilometer von Nord nach Süd. Ursprünglich war er ein Meeresarm des Japanischen Meeres, durch Sandablagerungen des Sendai-Flusses entwickelte er sich mit der Zeit zu einer geschlossenen Lagune. Sechs Flüsse fließen in den Koyama-Teich, der auch den Spitznamen „Kasumi-ko“ („nebliger Teich“) trägt, aufgrund seiner oftmals dunstigen Wetterverhältnisse im Frühjahr. Es befinden sich mehrere Inseln in diesem Gewässer; die größte von ihnen heißt Aoshima. Ein idealer Ort, um Sonnenuntergänge sowie die Kirschblüte zu bewundern.
Wer noch mehr Wasser erleben möchte, muss sich in den Osten der Stadt begeben. Denn dort entspringt der vierzig Meter lange Amedaki-Wasserfall. In seiner unmittelbaren Nähe finden sich noch über vierzig weitere große wie kleine Wasserfälle. Der Amedaki zählt mit zu den hundert ausgewählten Wasserfällen Japans.




Es gibt in Tottori eine Menge Grünanlagen; zu den erwähnenswertesten zählt eindeutig der Garten des Kannon-in-Tempels. Der Tempel wurde während der Edo-Periode (1603 – 1868) erbaut und wie der Name schon vermuten lässt, ist die Göttin Kannon sein Schutzpatron. Die Anlegung des Gartens begann um 1650 und dauerte zehn Jahre. Das Konzept der Gestaltung bezieht sich dabei zum einen auf die besondere Beachtung des Teiches wie auch der Absicht, den Garten von einem bestimmten Punkt aus zu betrachten. Im Falle des Kannon-in-Gartens ist dieser Punkt die Veranda des Sho-in, einer Halle, die für das Studieren buddhistischer Sutras verwendet wurde. Das Ziel ist es, das Gesamtbild des Gartens aus dieser einen Perspektive auf sich wirken zu lassen, anstatt durch ihn hindurch zu spazieren.

Papier hat in Japan einen ganz besonderen Stellenwert und seine Herstellung gilt als Kunst. In der Kaming Saji Paper Gallery wird das landesweit bekannte Inshu-gasen-Papier noch traditionell hergestellt, dessen Prozess man als Besucher verfolgen kann.
Nicht nur Zuschauen sondern selbst mitmachen ist im Aoya Japanese Paper Workshop möglich. Zudem gibt es einen Laden, der verschiedenste Dinge aus japanischem Papier verkauft. Zu finden ist die Anlage nahe der Küste, in der Nähe der Aoya Station.







Wie viele Städte Japans hat auch Tottori seine eigenen kulinarischen Spezialitäten aus dem Meer: Zum Beispiel die Matsuba-Krabbe, den weißen Tintenfisch, die besonders süße Kurozako-Garnele (auch Mosaebi-Garnele genannt), die Felsen-Auster oder den Apothekerskink (auch Shiro Hata oder Hata Hata genannt). Rindfleisch ist hingegen sicherlich bei den wenigsten Touristen der erste Gedanken, wenn es um Speisen aus Japan geht. Dabei gilt das Rindfleisch aus Tottori als eines der Besten landesweit! Und was wir aus unserem heimischen Supermarkt als Nashi-Birne oder Chinesische Birne kennen, stammt ebenfalls aus Tottori: Dort kennt man sie unter dem Namen 20th Century Pear.

Wenn man seinen Japanurlaub im Sommer gebucht hat und einen Abstecher nach Tottori macht, sollte man diesen in den August legen, denn im heißesten Monat des Jahres findet alljährlich das Shan-Shan Festival statt. Tänzer in leichten Sommergewändern ziehen in großen Mengen mit Papierschirmen ausgestattet durch die Straßen. An den bunten Schirmen, die je nach Tanz rasant gedreht werden, sind kleine Metallstücke befestigt, deren Geräusche Namensgeber für das Festival sind. Seinen Ursprung hat die Feier in einem Regentanz, welcher bei der hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zu dieser Jahreszeit mehr als berechtigt ist.
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 19.06.2015
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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