Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Im Zuge einer Single-Show- und Festival-Tour beehrte das Heavy-Metal-Trio GYZE diesen August Deutschland mit drei Konzerten. Wir waren bei ihrem ersten und bisher einzigen Soloauftritt im ‚Backstage‘ in München dabei.

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Aktuell in Japan:
22.09. - 23.09.: Tagundnachtgleiche (o-higan) (landesweit) | 07.10. - 09.10.: Nagasaki – Okunchi Matsuri (regional) | 09.10. - 10.10.: Takayama – Hachiman Matsuri (regional) | 14.10. - 15.10.: Himeji – Fest der Kämpfer (kenka matsuri) (regional) | 17.10.: Nikko - Toshogu-Fest (regional)

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Mine - Höhen und Tiefen

 
Ein karges Plateau, die längste Höhle des Landes und Blumen, die man in Deutschland kaum noch antrifft – alles zu finden in Mine!
Mine ist eine ländliche Stadt mit rund 30.000 Einwohnern mitten in der Yamaguchi-Präfektur im Südwesten Japans. Sie wird von sechs Nachbarstädten umgeben und ist die einzige Stadt der Präfektur, die nicht am Wasser liegt.

Am bekanntesten ist Mine für Akiyoshidai, einem zweihundert Meter hohem Plateau. Die Kalksteine, die überall auf der Anhöhe anzutreffen sind, entstanden vor etwa dreihundertmillionen Jahren, als sich ein Korallenriff, bedingt durch Bewegungen der Erdkruste, aufwärts richtete. Da Kalk im Laufe der Zeit von Regenwasser zersetzt wird, hat jeder der zahlreichen Steine eine sehr individuelle Form und lässt das Landschaftsbild recht rau erscheinen, was jedoch von vielen Naturliebhabern besonders geschätzt wird.




Das Plateau bietet zu jeder Jahreszeit seinen eigenen Charme: Im Frühling, wenn das Gras noch kurz ist, lässt es sich hervorragend wandern und die erwachende Natur erkunden. Mit etwas Glück kann man die Frühlings-Kuhschelle entdecken, eine krautige Pflanze, die in Deutschland als vom Aussterben bedroht gilt.
Im Sommer blühen die Prachtnelken und die beeindruckende Japanische Lilie; Erstere gilt in Deutschland als gefährdet. Außerdem lässt sich aus dieser Perspektive wunderbar der Nachthimmel beobachten.
Der Herbst kann mit vielen, sich im Wind wiegenden Gräsern aufwarten, die ihr ganz eigenes Farbspektrum mitbringen. Nun kommt auch vermehrt Morgennebel auf.
Und selbst im Winter hält Akiyoshidai schöne Aussichten für Besucher bereit. Zudem findet jeden dritten Sonntag im Februar das Mountain Burning Event statt, ein kontrolliert gelegtes Feuer, welches die verdorrten Pflanzenreste verschlingt.




Am südlichen Ende von Akiyoshidai befindet sich der Eingang zur Höhle Akiyoshido. Mit einer Breite von rund 100 Metern und einem Durchgang von rund zehn Kilometern ist dies die längste Höhle Japans und einer der längsten Höhlen im asiatischen Raum. Bereits der Eingang beträgt eine stolze Höhe von 24 Metern und eine Breite von acht Metern. Die übliche Sightseeing-Route beträgt aber nur einen Kilometer, hält dafür aber 26 Sehenswürdigkeiten für die Besucher bereit, wie etwa Koganebashira („Goldene Säule“), eine beeindruckende 15 Meter hohe Tropfsteinsäule, Donaifuji, eine Tropfsteinsäule, die die Form eines sich erhebenden Berges hat, oder Hyakumaizara („Hundert Unterteller“), eine Steinformation die tatsächlich so aussieht, als seien hundert Teller übereinander gestapelt worden.
Die Temperatur im Inneren der Höhle beträgt konstante 17° Celsius, was sie sowohl im Sommer als auch im Winter zu einem angenehmen Aufenthaltsort macht. Zudem ist sie das zu Hause von sechs Fledermausarten, darunter die Östliche Langflügelfledermaus.
Akiyoshido erhielt seinen Namen übrigens von Kaiser Hirohito, welcher die Höhle im Jahre 1926 besuchte.




Eine weitere erwähnenswerte Höhle ist die Kagekiyodo. Zwar ist sie mit einer Gesamtlänge von eineinhalb Kilometern und einer Sightseeing-Route von 700 Metern deutlich kleiner als Akiyoshido, historisch betrachtet dabei nicht minder interessant: Denn hier soll sich vor mehr als 800 Jahren der Samurai Taira no Kagekiyo versteckt haben, nachdem er bei der Seeschlacht von Dan-no-Ura als Unterlegener hervorging.
Und auch Taishodo ist einen Besuch wert. Sie wird alternativ „Rinder-Versteckhöhle“ genannt, da es heißt, Dorfbewohner hätten früher zu Kriegszeiten ihr Vieh in dieser Höhle versteckt, aus Angst, es könnte vom Feind gestohlen werden.

Für Naturliebhaber und ganz besonders Höhlenforscher ist Mine also allemal einen Abstecher wert!
Aufmacher: Julia Kefenhörster
Autor: Kathia Krüss
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 05.07.2015
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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