Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Sie erstellt extravagante Frisuren und Accessoires mit Bezug zu den 80er Jahren, ist aber auch ein ebenso großer Musikliebhaber - Julia Lion Hair. Wir haben uns einmal mit ihr zusammengesetzt und uns über eine ihrer größten Leidenschaften unterhalten: japanischer Metal...!

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Stäbchen statt Messer und Gabel

 
Ihre Form wirkt fast schon primitiv – und doch haben sie sich bis heute als massentaugliches Essbesteck durchgesetzt: Stäbchen.
Während in der westlichen Welt das Essen mit Messer, Gabel und Löffel für viele zum Alltag gehört, haben Japaner (beziehungsweise der Großraum Ostasien) ganz andere Utensilien in Gebrauch, um das Essen aus ihren Schüsseln oder von ihren Tellern in ihre Münder zu befördern: Stäbchen.

Der bisher am weitesten zurückgehende Fund der Essstäbchen wird auf das antike China um etwa 1500 vor Christus geschätzt. Anfangs wurden diese jedoch nicht zum essen selbst verwendet, sondern zum kochen und zerteilen der Nahrung. Diese Verwendung haben sie auch heute noch, jedoch sind Stäbchen zum kochen deutlich länger als jene zum essen.
Etwa im 7. Jahrhundert fanden die Stäbchen mit Hilfe buddhistischer Priester ihren Weg nach Korea und schließlich auch nach Japan.

Japanische Essstäbchen sind meist aus Bambus, Holz oder Plastik gefertigt. Während man zu Hause sein eigenes Paar Stäbchen hat, das immer wieder verwendet wird, werden in öffentlichen Kantinen wie in Schulen oder Universitäten und in Restaurants meist Einmal-Stäbchen ausgegeben. Das geht natürlich mit einer gewaltigen Müllproduktion einher: Jährlich werden über 24 Milliarden Einmal-Essstäbchen verbraucht, davon sind rund 90 Prozent Importware aus China. Der jährliche Verbrauch an Stäbchen in der chinesischen Bevölkerung liegt bei etwa 45 Milliarden.
Aufgrund dieses Müllproblems ist man inzwischen versucht, Stäbchen aus Kunststoff und Metall massentauglich zu machen.




Oftmals sind Essstäbchen das alleinige Besteck bei einer Mahlzeit. Feste Bestandteile sind in der Regel beim Servieren bereits soweit zerkleinert, dass ein Messer unnötig ist. In Korea werden die Stäbchen noch zusätzlich durch einen Löffel ergänzt und in Thailand werden lediglich Nudelsuppen mit Stäbchen verzehrt, da sich dort der Gebrauch von vorrangig Gabel und Löffel durchgesetzt hat.

Wie in allen Kulturen gibt es natürlich auch in Japan bestimmte Benimmregeln, die man nicht mutwillig missachten sollte. Zu den Wichtigsten zählen: Die Stäbchen werden auf einem Tablett, dem Schüssel- oder Tellerrand oder einem extra Ablagebänkchen (ähnlich einem Messerbänkchen), dem „Hashioki“, abgelegt; die Ablage auf der Tischfläche gilt als unsauber. Stäbchen gekreuzt abzulegen bringt Unglück. Man sollte es unterlassen, mit den Stäbchen gegen Gläser oder anderem Geschirr zu schlagen, da das die Symbolik der Bettler darstellt. Tunlichst vermeiden sollte man das senkrechte Hineinstecken der Stäbchen in den Reis; dieser Anblick erinnert an Räucherstäbchen bei Gräbern. Ebenfalls mit Tod in Verbindung gebracht werden würde das Weiterreichen von Essen mit den Stäbchen; diese Handlung ist Teil der Zeremonie unter Angehörigen bei einer Totenverbrennung.
Doch auch wenn die Handhabung und Regelungen, mit Stäbchen zu essen, für manch ungeübten Westler zunächst irritierend erscheinen mag, sollte er sich davon nicht abschrecken lassen und es durchaus probieren. Das Erlernen der richtigen Handhabung der Stäbchen ist leichter, als es aussieht, und das Esserlebnis ist ein Ausprobieren definitiv wert! Darüber hinaus gibt es Essstäbchen in einer schier unendlichen Vielfalt stilvoller Lackierungen...!


Autor: Kathia Krüss
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 18.04.2017
Bildcopyright: Wikimedia Commons, tiniiiii (pixabay), IppikiOokami (pixabay), angelie07mejia (pixabay)


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