Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Am 24.06.2018 durften wir im Werkstattkino in München im Rahmen des Nachtschatten Festival die Dokumentation Boys for Sale sehen. Anschließend stellte sich der Filmemacher Ian Thomas Ash noch den Fragen der Zuschauer. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis für uns.

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Toro - Japanische Steinlaternen

 
Sie spenden nicht nur Licht, sondern verleihen ihrer unmittelbaren Umgebung auch eine ganz besondere Stimmung: Toro, die japanischen Steinlaternen.
Fast jeder wird sie sicherlich schon einmal irgendwo gesehen haben. Ob in japanischen Gärten, in der Nähe von Tempeln und Schreinen oder beim Online-Händler für Garten-Deko: Toro, die traditionellen japanischen Laternen. Die Bekanntesten sind wohl jene aus Stein, es gibt aber auch Exemplare aus Metall und Holz.

Toro sind schon sehr alt und kamen, wie viele Elemente der heutigen japanischen Kultur, im siebten Jahrhundert mit der Einführung des Buddhismus aus China ins Land. Daher waren sie zu Beginn fast ausschließlich in buddhistischen Tempelanlagen zu Beleuchtungszwecken zu finden. Ab der Heian-Zeit (794 – 1185) traf man sie zunehmend in schintoistischen Schreinen an und während des 16. Jahrhunderts schließlich auch in den Gärten großer Teemeister, die sie als Dekorationselement aufstellten. Irgendwann etablierte sich die Toro in der japanischen Gartenlandschaft und ist heute aus jener gar nicht mehr wegzudenken.


Der Aufbau solch einer Laterne besteht in der Regel aus acht Teilen, wobei es immer wieder Exemplare gibt, die auf einzelne Teile verzichten. Der klassische Aufbau sieht folgendermaßen aus: Ganz oben kommt eine rundliche Spitze, die in ihrer Form an eine Zwiebel erinnert - die Hoju oder auch Hoshu. Jene sitzt auf einem Sockel, welcher der Form einer Lotosblüte nachempfunden wurde, dem Ukebana. Darunter kommt nun das eigentliche Dach oder der Schirm, der Kasa. Jener bedeckt die Lichtkammer, den Hibukuro, wo die Lichtquelle – in der Regel eine Kerze – hineingestellt wird. Der Hibukuro sitzt wiederum auf einer Platte, genannt Chudai. Nun folgt der Sao, ein steinerner Pfahl, der entweder direkt im Boden versenkt wird oder auf einem Sockel steht, dem Kiso. Je nach Laternenart ist der Kiso auf einer Steinplattform angebracht, dem Kidan.




Die Stile der Toro sind so vielfältig, dass sie in verschiedene Gruppierungen eingeteilt werden. Davon ist unter anderem auch die Art der Aufstellung abhängig. Zu den bekanntesten Vertretern der Steinlaternen gehört die Tachi-doro. Hier endet der Pfahl im Sockel, es fehlt quasi der „Kidan“. Exemplare dieser Art lassen sich problemlos auf jedem ebenen Grund aufstellen. Die Ikekomi-doro haben keinen Sockel, enden ergo mit dem Pfahl und werden daher im Erdboden eingegraben, um einen festen Stand zu gewähren. Die Yukimi-doro wiederum hat häufig mehr als ein Bein; oftmals drei, es gibt aber auch Exemplare mit bis zu sechs Beinen. Diese Laternenart findet man nicht selten in Wassernähe. Die Nozura-doro besteht, im Gegensatz zu allen anderen Varianten, aus nur grob bearbeitetem Stein, was ihr Äußeres rau erscheinen lässt. Tsuri-doro gehören zu den kleineren Vertretern der japanischen Laternen: Sie werden in der Regel am Dachsims aufgehängt, man kann sie aber auch auf den Boden oder einer kleinen Erhöhung aufstellen. Zudem werden Tsuri-doro meist aus Metall statt aus Stein gefertigt.

Toro gehören definitiv mit zu den japanischen Elementen, die trotz ihres hohen Alters immer wieder neuen Enthusiasmus bei Jung und Alt entfachen können – bei Japanern und Japan-Fans ebenso wie bei Leuten, die sich einfach für schöne Gartendekoration begeistern.


Autor: Kathia Krüss
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 02.05.2017
Bildcopyright: Alexander Stein (pixabay), muecke (pixabay), shamosan (pixabay), Wikimedia Commons


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