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Vidoll - Bastard

2007 war ein produktives Jahr für die Band Vidoll, da sie neben zahlreichen Singles auch ein Doppelalbum auf den Markt brachten. Da ihnen das nicht reichte, folgte Ende des Jahres auch noch „Bastard“, das schließlich im Juni 2010 den Weg nach Europa fand.
Künstler
Infobox

Label
Gan-Shin

Erscheinungstermin
04.06.2010

Anzahl CDs
1

Preis (UVP)
18,99 €

Die bereits Anfang 2002 gegründete Visual-Kei Band Vidoll bestand nach einigen Wechseln aus den Mitgliedern Jui (Gesang), Shun (Gitarre), Giru (Gitarre), Rame (Bass) und Tero (Schlagzeug). Lange Zeit waren sie bei Kisakis Label „Undercode“ unter Vertrag, bevor sie 2007 zum Label „Sword Records“ wechselten. Kurz darauf traten sie zum ersten Mal außerhalb Japans auf – auf dem JRock Revolution-Festival in Los Angeles, welcher nicht ihr letzter USA Auftritt bleiben sollte.
Ende 2010 gingen sie in eine Pause, der bald die Bestätigung um ihre Auflösung ab Mai 2011 folgte.
„Bastard“ erschien in Japan bereits 2007, stellt auf dem europäischen Markt jedoch die erste Veröffentlichung der Band dar.
CD Zunächst bleibt wohl festzuhalten, dass auf der CD ganz klar Pop-Rock mit starkem Hang zu fröhlichem Pop vertreten ist. Ein Stil also, den Vidoll bereits seit einigen Jahren hegten und pflegten und mit ihren früheren Werken kaum noch etwas gemein hatte. Dabei ist „Bastard“ erschreckend durchschnittlich. Zwar gibt es einige Momente, vor allem bei den Kompositionen, die man nett findet, aber groß abwechslungsreich ist etwas anderes. Obwohl Jui für seine helle und klare Stimme von den Fans geliebt und bewundert wird, schafft er es doch selten sie zu variieren, sodass eine gewisse Eintönigkeit beim Gesang zustande kommt.

Gleich der erste Song „Bastard“ besticht durch einen sehr poppigen Rhythmus, untermalt mit Klängen einer Drehorgel, was vermutlich an barocke Adelszeiten erinnern soll, doch eher den Eindruck von Pierrots erweckt. „At Age 13“ ist einer der wenigen etwas härteren Songs, wo auch leises Shouten aus dem Hintergrund zu hören ist, aber oftmals eher wie ein heilloses Durcheinander wirkt und im Refrain wieder zu den poppigeren Tönen zurückkehrt. In der Ballade „D.J. Hero“ wird sich gar an Rap-Elementen versucht, wenn der Sprechpart im Wechsel mit Juis federleichtem, sanftem Gesang steht. Fast eine Art Klon von „At Age 13“ ist „Cokeheads –under the society-“, das einem ähnlichen Aufbau folgt, wenngleich die Shoutparts etwas deutlicher sind und sich auch hier an Rap versucht wird.
„Neo Cinderella“ ist kompositorisch dagegen weitaus interessanter und in sich sehr abwechslungsreich, wenngleich Jui gesangstechnisch leider nicht ganz mithalten kann. Man muss ihm aber zugutehalten, dass er sich im Song doch sehr steigert, wenn man von dem Refrain absieht. Ein Song, bei dem es sich lohnt einmal reinzuhören und der auch durchaus Spaß macht.
„Sarah“ beginnt ebenfalls ganz interessant mit einem starken Bass und Bassdrum-Anteil. Auch auf Jazz wird zurückgegriffen und mit eingebettet, was in Abwechslung mit dem Bass durchaus seine Momente hat und interessant klingt, doch leider plätschert der Song die meiste Zeit eher dahin, obwohl er großes Potential birgt.
„Tree“ ist zwar fröhlicher Pop-Rock in Reinform, aber von all dieser Art von Songs auf dem Album gefällt er mir doch kompositorisch am besten. Das Album schließt mit „Cloud“, einer dahin plätschernden Ballade, ab. Es vermittelt zwar wirklich das Bild von einer Sommerwiese unter einem strahlend blauen Himmel in dem kleine Schäfchenwolken vorbei ziehen, aber nach einigem Hören nervt es doch ein wenig.

Ausstattung Die CD kommt in einer normalen CD-Hülle daher, das Cover ist jedoch sehr künstlerisch gestaltet. Die Farbe Blau ist das dominierende Element in verschiedenen Farbabstufungen, zusammen mit einem verdorrten weißen Baum, der sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Im Hintergrund sieht man einen Menschen, der etwas in der Hand hält und an einem Grabstein steht, der sich ebenfalls im Wasser widerspiegelt. Ergänzt wird die Szenerie durch schwarze kunstvolle Muster. Die blaue Farbe und das schwarze Muster finden sich auch auf dem Backcover wieder, wo allerdings Vogelkäfige das Bild beherrschen. In dem einen ist ein Mensch in ein weißes Tuch eingehüllt, der zweite daneben scheint mittels eines Tuches halb verdeckt zu sein. Die CD selbst ist in einem schlichten Grau gehalten, jedoch sind auch hier die Muster des Covers zu finden. Beim Herausnehmen der CD kommt ein Foto der Band zum Vorschein, die auf einer Treppe vor einem alten Steingebäude posiert, das Bild ist vor allem in bräunlichen Tönen gehalten und rundet die Farben der Outfits der Band ab.

Das 26-seitige Booklet beinhaltet zunächst Fotos der einzelnen Bandmitglieder, sowie die Lyrics zu den einzelnen Songs der CD. Diese sind allerdings wie bei fast allen Gan-Shin Veröffentlichungen im japanischen Original gelassen worden, lediglich Textstellen oder Texte die auch im Original auf Englisch sind, sind ebenfalls auf Englisch, eine vollständige englische oder deutsche Übersetzung liegt der CD nicht bei.
Fazit So künstlerisch und schön die CD auch gestaltet ist, kommt der Inhalt da leider nicht ganz ran, sondern wirkt eher so, als ob die Band selbst nicht recht wüsste, was sie nun eigentlich musikalisch aussagen will. Pop-Rock Fans werden hier sicher eine gute Scheibe vorfinden, wenngleich es auch in diesem Bereich weitaus bessere geben dürfte. Mir selbst hat mehr die zweite Hälfte des Albums zugesagt, vor allem ab „Neo Cinderella“ sind die Kompositionen doch um einiges schöner. Auch wer Bass mag wird eher von den letzteren Songs eingenommen sein. „Bastard“ ist eine nette, aber durchschnittliche CD, man macht mit dem Kauf sicher nicht viel verkehrt, aber erwarten sollte man dann auch nicht allzu viel.
Tracks
# Name
1 Bastard
2 At Age 13
3 D.J.
4 Innocent Teens
5 Hatsuyuki
6 Cokeheads –under the society-
7 Lost Voice
8 Neo Cinderella
9 Sarah
10 Worst
11 Tree
12 Cloud
Songqualität
Songqualität
1

Songauswahl
Songauswahl
3

Verpackung & Extras
Verpackung & Extras
2.5

Preis/Leistung
Preis/Leistung
2

Gesamtnote

2.1
Autor: /  TonaradossTharayn
Lektor: Christine Schäffer
Grafiker: Rebecca Bertram /  Reh-Baecker
Datum d. Artikels: 14.03.2011
Bildcopyright: Vidoll, Gan-Shin


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