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2013 rief der Halbamerikaner, Halbjapaner Samuel Kaylor das Musikprojekt „Home Sessions“ ins Leben. Was genau es damit auf sich hat könnt ihr in unserem Interview mit dem sympathischen Künstler erfahren.

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D'erlanger - D'ERLANGER

Verführen und faszinieren – zwei Dinge, die D'erlanger mit ihrer Musik schon immer gut konnten und auch bis heute nicht verlernt haben. Was genau das im Einzelnen bedeutet, erfahrt ihr in diesem Test zu ihrem 2009er Album „D'ERLANGER“...
Künstler
Infobox

Label
cutting edge

Erscheinungstermin
11.11.2009

Anzahl CDs
1

Preis (UVP)
29,00 €

IMPORT

1983 gegründet, erlangten D'erlanger erst fünf Jahre darauf und in finaler Besetzung erheblichen Erfolg mit der Single und dem gleichnamigen Album „La vie en rose“. Dieses war bereits in der Vorbestellung restlos ausverkauft gewesen und es folgten mehrere Nachpressungen. Auch ihr zweites Album „Basilisk“ erlebte ähnlich große Beliebtheit. Doch trotz allen Erfolges, trennte sich das Quartett zum Ende des Jahres 1990 hin.
Sechzehn Jahre später kam es zur unerwarteten Reunion und neben einem obligatorischen Best of-Album erschien mit „Lazzaro“ 2007 nach siebzehn Jahren das erste Studio-Album D'erlangers. Seitdem ist die Band mit diversen Veröffentlichungen und Tourneen wieder gut ausgelastet. Erst im November 2009 erschien mit dem fünften Studio-Album „D'ERLANGER“ ein selbstbetiteltes Album - was bei vielen Musiker-Kollegen bereits zu Anfang ihrer Karriere der Fall ist. Aber D'erlanger waren schon immer irgendwie anders als die Anderen...
CD Eingeführt in das Album wird der Hörer durch ein Instrumental namens „11loss“. Es beginnt zunächst vermeintlich harmlos mit den leise gesprochenen Worten „La bouche de 11 diable“, sowie zwei charakteristisch stark voneinander abweichenden elektronischen Tonfolgen, die sich stets wiederholen. Bald schon stoßen weitere, verstörende Töne ähnlicher Natur und gelegentlich einsetzende Piano-Klänge hinzu, was die Atmosphäre zunehmend düsterer und bedrohlicher erscheinen lässt. Es ist ein typisches D'erlanger-Intro, wie man es auch auf anderen Alben finden kann.

Gleich im Anschluss folgt „Deracine“. Der Rhythmus ist schnell und mitreißend, während die Arrangements der Instrumente und der Gesangspart vom gesamten Aufbau sehr schnell an die alten D'erlanger-Zeiten (1988 – 1990) erinnern.
Als nächstes erklingt „Masquerade“. Hier ist der Rhythmus ein wenig gedrosselt im Vergleich zu seinem Vorgänger, weist aber einen sehr eingängigen Refrain auf.
„Angelic Poetry“ beginnt, passend zum Titel, sehr melodisch und die Melodie ist es auch, die einen gewissen Pop-Charakter beinhaltet. Durch die Spielart von Drums, Bass und Gitarre bewegt sich der Song jedoch im Rock-Genre. Helle, an ein Glockenspiel erinnernde Klänge haben sie dennoch in den Hintergrund eingebaut.

Mit „13danme no tousui“ präsentiert sich dem Hörer eine atmosphärisch dichte Up-Tempo-Nummer, die in den Bridges besonders der Gitarre Aufmerksamkeit schenkt.
Bei dem Intro von „Your funeral my trial“ bekommt man abermals kurzzeitig das Gefühl, in frühere D'erlanger-Zeiten abzutauchen. Das ändert sich jedoch schlagartig, wenn Kyos dunkle aber klare Stimme zur ersten Strophe ansetzt. Ab diesem Punkt wird wieder deutlich, dass es sich um eine jüngere Produktion handelt und die Band ihren charakteristischen Zügen in der Musik zwar treu bleiben, sie jedoch nicht totrecyclen.

Ein fröhliches Schlagzeug ist die Begrüßung des Tracks „Singe et Insecte“, eine Up-Tempo-Nummer mit ebenso fröhlicher Melodie und zeitweiligem Orchester im Hintergrund.
Eine deutliche Spur härter geht es dann mit „Rose of Thanatos“ weiter. Die rhythmusorientierten Strophen gleiten immer wieder in melodiöse Refrains über, ohne sich dabei jedoch gänzlich aufzulösen.

Zunächst mit düsteren Geräuschen, kurz darauf mit einsetzenden, eher seicht gespielten Instrumenten, beginnt „LOVE / HATE“. Kyos Stimme ist anfangs auch eher zurückhaltend, tritt dann aber zunehmend sicherer in den Vordergrund und erhält im Refrain schließlich eine gewisse Aggression. Dieser Wechsel aus Zurückhaltung und Aggression zieht sich durch das gesamte Lied.
Der Gipfel der Aggression des gesamten Albums ist mit dem Song „Easy make, easy mark“ erreicht. Mit den harten Drums, den überschaubaren Gitarrenriffs und Kyos Schreien hat das Lied einen gewissen Punk-Charakter.

Wieder im Up-Tempo-Bereich angelangt, verbreitet „Love me to DEATH“ eine faszinierende, düstere, aber nicht bedrohliche Atmosphäre, die durch den melodiösen Refrain immer wieder etwas aufgelockert wird.
Als abschließender Track erklingt das Instrumental „LOVE me to Death [In the Air]“, mit der gleichen Melodie seines Vorgängers, nur einer völlig anderen Instrumentalisierung und deutlich kürzerer Spielzeit. Statt Gitarre, Drums und Bass spielen nun Piano, Cello und mehrere Violinen. Es stellt den idealen Gegenpart zu seinem rockigen Zwilling dar.



Ausstattung Das Album wurde in einer regulären und einer limitierten Auflage hergestellt. Uns lag die reguläre Edition vor. Diese besteht aus einem einfachen Jewelcase, der Audio-CD und einem 24-seitigen Booklet. Das Booklet beinhaltet alle Songtexte in ihrer Originalsprache, sowie je ein Foto pro Mitglied und ein Gruppenfoto. Zudem sind die Tracklist und Credits abgedruckt.
Die Rückseite des Booklets unterscheidet sich ein wenig von der Rückseite der CD: In beiden Fällen ist ein massives Kreuz am Rande eines Küstenabhangs zu erkennen. Während das Kreuz auf der Booklet-Rückseite in Flammen steht, ist dieses auf der CD-Rückseite noch nicht entfacht (oder schon erloschen).
Fazit Ein gut gelungenes Album, welches den charakteristischen Sound der Band beinhaltet, gleichzeitig aber weiter entwickelt und somit aktuell klingt. Man kann ohne Probleme die Elemente ausfindig machen, für die D'erlanger seit jeher bekannt sind: Von den typischen Spielarten der einzelnen Musiker, über die einfallsreichen Arrangements und die überzeugenden Atmosphären, bis hin zu Kyos eigensinniger aber stets passender Stimme. Und trotzdem sind die vier Jungs in der Auslebung ihrer Musik nicht stehen geblieben.
D'erlanger-Fans ist dieses Album daher bedenkenlos zu empfehlen, aber auch Neulinge können in dieses Werk ohne Scheu reinhören.
Tracks
# Name
1 11loss
2 Deracine
3 Masquerade
4 Angelic Poetry
5 13danme no tousui
6 Your funeral my trial
7 Singe et Insecte
8 Rose of Thanatos
9 LOVE / HATE
10 Easy make, easy mark
11 Love me to DEATH
12 LOVE me to Death [In the Air]
Songqualität
Songqualität
1

Songauswahl
Songauswahl
1.5

Verpackung<br>& Extras
Verpackung
& Extras
1.5

Preis/<br>Leistung
Preis/
Leistung
2

Gesamtnote

1.5
Autor:
Lektor: Anja Kaiser
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 01.01.2013
Bildcopyright: D'erlanger


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