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Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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Lc5 - Lchronicle

Mit ihrem bislang einzigen Album haben Lc5 ihrer Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt. Obwohl von vielen darauf spekuliert wurde, dass das Album sehr rockig und etwas härter ausfallen würde, hat die Gruppe vor allem auf eine wirkungsvolle Mischung aus Rock und Pop gesetzt. 
Künstler
Infobox

Erscheinungstermin
28.03.2012

Anzahl CDs
1

Preis (UVP)
45,00 €

IMPORT

Als unbekannter Act trat die Gruppe Lc5 erstmals beim „NEXUS J-ROCK GOES TO THE WORLD“ im Juni 2010 auf. Das Line-Up war bis zum Konzerttag unbekannt, doch auf die Bühne traten schließlich fünf durchaus bekannte Musiker: An Cafes Sänger Miku, die Gitarristen Reo und Yumeji, Bassist Sato und Drummer Aki, die ihrerseits bei Mello, Guy’s Family und NINJAMAN JAPAN gespielt haben. 
Im September brachte die Gruppe ihre erste und erfolgreichste Single „Loveless“ heraus, gefolgt von zwei weiteren Singles, die „STORY“ und „refrain“ heißen. Knapp ein Jahr lang mussten Fans auf die nächste Single „Only you ~kimi to no kizuna~“ warten, deren Titelsong dem Anime „Beelzebub“ als Openingtheme dient. Einen Monat nach der Veröffentlichung ihrer vierten Single erschien das erste Album der Band: „Lchronicle“.
In der Zwischenzeit konnte man Lc5 vor allem auf Events und Touren mit bekannten Musikern, wie Ayabies ehemaligem Sänger Aoi, 12012, Kra, vistlip oder SuG erleben. 
Im März 2013 ereilte Fans jedoch die Nachricht, dass Yumeji und Sato die Band verlassen würden. 
CD
Beim ersten der elf Songs des Albums handelt es sich um die Singleauskopplung 
„Only you ~kimi to no kizuna~“. 
Der Song beginnt sofort mit dem vordergründigen Gesang Mikus, der momentan einzig von einer nur leicht hörbaren Akustikgitarre im Hintergrund begleitet wird. Erst nach und nach setzen die restlichen Instrumente ein, bis die Melodie des Songs vollends zur Geltung kommt. 
Diese gestaltet sich als stark und positiv, was durch die recht hohe Gitarrenlinie, aber auch den unaufdringlichen, dennoch stetigen Bass generiert wird.
Die Instrumentalmelodie kommt vor allem während der Gesangspausen und des Refrains zum Tragen, während die restlichen Passagen eindeutig auf vordergründigen Gesang setzen und während derer bloß einzelne Gitarreneinwürfe zu hören sind. Beide Melodien ergänzen und unterstützen sich gegenseitig sehr gut, sodass das Lied schnell ins Ohr geht, was den Song zu einer passenden Wahl für ein Anime-Opening („Beelzebub“) macht. 
 
Härter geht es da schon im nächsten Song „Angel or Devil!?“ zu. Hier trägt vor allem der Rhythmus zur Stimmung und zur Wirkung des Liedes bei. Immer wieder folgen auf schnell gesungene, manchmal fast gesprochene Passagen kurze Pausen, nur um das Schema bald zu wiederholen. Teilweise übernimmt Gitarrist Yumeji Parts des Gesangs nach gleichem Muster oder wechselt sich beinahe im Dialog mit Miku ab. 
Die Instrumentalmelodie spielt im Gegensatz zum Gesang eine untergeordnete Rolle und kommt daher mit einfachen Riffs und Beats aus. 
 
Als nächstes folgt das wohl härteste Lied des Albums, „breakthrough“. Sehr harsche, roh klingende Fetzen werden von Gitarre und Schlagzeug gespielt, um anschließend mit schrillen und verzerrten Elektroklängen gekoppelt zu werden. 
Der Bruch kommt mit dem Gesang, in dem sich die Melodie hintergründig aus härteren Rockelementen zusammensetzt und einen Kontrast zur anfänglichen Melodie bildet. 
Im Refrain hingegen wird das anfängliche Schema in etwas abgeschwächter Form erneut aufgegriffen, um den Gesang ebenfalls etwas härter klingen zu lassen. 
 
Mit „starting“ liegt ein recht neutraler Song vor, der weder übermäßig harte noch rührselige Passagen aufweist. Die Instrumente treten eher in den Vordergrund, um eine abwechslungsreiche und doch einheitliche Melodie zu spielen. Manche Parts sind eher basslastig und klingen hierdurch ernster, werden insgesamt jedoch immer wieder im leichter klingenden Refrain aufgelöst, in dem vor allem die Gitarren präsent sind. 
Der Gesang passt sich dem Stimmungsfeld an und klingt entsprechend entweder härter oder sanfter, sodass das Lied insgesamt positiv ausfällt. 
 
Auch Lc5s Debutsingle „Loveless“ ist auf dem Album enthalten. Der Song hat einen recht dunklen und melancholischen Klang, bleibt dabei aber äußerst melodisch. Ein relativ langes Instrumentalsolo mit Pianoeinwürfen bildet hierbei den Anfang, bis Miku schließlich mit dunkler und tiefer Stimme zu singen beginnt. 
Gerade der Refrain ist erstaunlich ausdrucksvoll, da der Gesang von melancholisch und verletzt bis ins Starke hineinreicht, wobei die Gefühle sich manchmal innerhalb kürzester Zeit abwechseln.
Durch die Vielzahl an Variationen im Gesang klingt der Song sehr emotional und unterstützt die Lyrics, die von einer gescheiterten Liebe erzählen, dahingehend sehr passend. 
 
„refrain“, eine weitere Singleauskopplung, schließt unmittelbar an ihren Vorgänger an. 
Nach einem abrupten Anfang und dem folgenden Gitarrensolo sind Gesang und Instrumentierung sehr langsam, steigern sich zum Refrain hin jedoch erneut auf das anfängliche Niveau. 
Insgesamt spielt der Song mit einer verzweifelten Atmosphäre, die durch das immer gleiche Melodienmuster in den Vordergrund tritt. Durch die ständigen Wiederholungen der anfänglichen Passage im Refrain ist der Titel passend gewählt und soll wohl ausdrücken, dass die Verzweiflung ebenfalls immer wiederkehrt. 
 
Mit der letzten Singleauskopplung „STORY“ wird die Liebesgeschichte, die in „Loveless“ aus der Sicht eines Mädchens erzählt wurde, nun aus der männlichen Perspektive erzählt. 
Die einzige Ballade des Albums beginnt mit einem emotionalen Klaviersolo, dessen Melodie kurz darauf von einer Gitarre übernommen wird. Stiller und langsamer Gesang legt sich über die nun hintergründig gespielte Melodie, das Schlagzeug treibt den Song merklich voran. 
Bislang wurde der Fokus erneut vor allem auf den Gesang gesetzt, doch im Refrain sind sowohl Vokal- als auch Instrumentalmelodie ebenbürtig und kreieren zusammen einen gefühlvollen und melancholischen Klang. 
 
Das achte Lied des Albums, „Brand new way“, kann man durchaus als sanften Rockpop-Song mit balladeskem Charakter beschreiben. Durch die sanfte und schwingende Melodie denkt man unweigerlich an den Strand, der melodische und wippende Rhythmus unterstützt diesen Vergleich. 
Der leichte Klang dieses Songs leitet allmählich das Ende des Albums ein und wirkt durch seine Kürze fast wie ein Intermezzo, fügt sich jedoch nahtlos in das Gesamtbild des Albums ein. 
 
Ähnlich wie schon „starting“, ist auch „decision“ ein neutraler Song. Mit einigen Elektroelementen, die anfänglich auftauchen, wird etwas Abwechslung in die sonst eher gleichbleibende Melodie gebracht. 
 
„Ichibyoukan no aishikata“ ist der vorletzte Song des Albums. Der helle Sound und ein angemessen schnelles Tempo sorgen dafür, dass der Song sehr nett und lieblich klingt, dennoch nicht überzogen süß ist. Da die Gitarren immer wieder die gleichen Tonfolgen spielen, bestimmt einzig der Gesang die Richtung des Songs und variiert die Melodie. 
 
Mit „Dream & You“ wird das Album mit einem sehr ausdrucksvollen letzten Song geschlossen. 
Ein voller und starker Klang wird sowohl von Sänger als auch Instrumenten geboten, ohne jedoch hart zu klingen. 
Gerade die spannungsaufbauende Steigerung zum Refrain hin ist der Band gut gelungen, welcher seinerseits mit einem hohen Instrumentaltempo aufwartet. 
Durch den runden Klang bleibt der Song lange im Gedächtnis und schließt das Album sehr positiv ab. 
 

Ausstattung
Die Limited Edition „Lchronicle“s kommt in einem weitestgehend weißen Pappschuber im DVD-Format. Auf der weiß-grau karierten Front ist ein schwarzes Wappen abgebildet, das mit aufwendigen Ornamenten verziert wurde und in dessen Mitte Bandname und Albumtitel zu lesen sind. Hier beschränkt sich die Farbgebung erneut vor allem auf schwarz-weiß, mit einigen roten Tönen.
Die Rückseite des Schubers gleicht der Vorderseite, das Wappen erscheint nun allerdings als Wasserzeichen. Vordergründig heben sich die Tracklist der CD und DVD in schwarzer Schrift ab, die rote Durchnummerierung der Songs bringt den einzigen Farbakzent mit sich. 
Ebenfalls liegen der limitierten Ausgabe ein 20-seitiges Booklet mit durchgehend farbigen Seiten und einer kleinen „Memberstory“, eine Fahne sowie eine DVD mit sämtlichen PVs der Gruppe und einer 40-minütigen Liveperformance aus dem LIQUID ROOM EBISU bei. 
 
Fazit
Mit „Lchronicle“ haben Lc5 ein gelungenes Album geliefert. Von harten und rockigen Klängen bis hin zur emotionalen Ballade wird die komplette Bandbreite abgedeckt, und das mit einem Umfang von elf Songs. 
Ein bisschen ärgerlich ist es allerdings trotzdem, dass von diesen elf Liedern bereits vier als Singleleadtracks verwendet wurden und somit lediglich sieben neue Lieder auf der CD enthalten sind. Alle Songs sind dafür qualitativ einwandfrei, wie man es von Sony Music Entertainment gewohnt ist. 
 
Die Extras der limitierten Ausgabe rechtfertigen den Preis des Albums, denn unter dem üppigen Bonus-Content befindet sich unter anderem eine 40-minütige Live-Show und auch das liebevoll gestaltete Booklet sieht man sich immer wieder gerne an. 
Für Fans der Band eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, Neueinsteiger werden aber garantiert genauso ihren Spaß am Album haben. 
Tracks
# Name
1 Only you ~kimi to no kizuna~
2 Angel or Devil!?
3 breakthrough
4 starting
5 Loveless
6 refrain
7 STORY
8 Brand new way
9 decision
10 Ichibyoukan no aishikata
11 Dream & You
Songqualität
Songqualität
1

Songauswahl
Songauswahl
2

Verpackung & Extras
Verpackung & Extras
1

Preis/Leistung
Preis/Leistung
1.5

Gesamtnote

1.4
Autor: /  rio
Lektor: Johanna Hohner
Grafiker: Denise Augustin /  Sunny-Ray
Datum d. Artikels: 07.09.2013
Bildcopyright: Lc5


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