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Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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D.T.R - Dirty Trashroad~Acoustic

Eigentlich waren D.T.R stets für handfesten, westlich klingenden Hardrock bekannt. Doch wahre Cowboys können auch anders! Das bewiesen die Jungs eindrucksvoll auf „Dirty Trashroad~Acoustic“, womit sie eine Seite von sich präsentierten, die zwar nicht minder dem westlichen Rock angelehnt war, jedoch oftmals ins Melancholische abdriftete.
Künstler
Infobox

Label
Polydor

Erscheinungstermin
01.07.1994

Anzahl CDs
1

Preis (UVP)
0,00 €

IMPORT

D.T.R gründeten sich 1994 und bestanden damals aus Sänger Mitsuo Takeuchi, Gitarrist Taiji Fujimoto, Bassist Taiji Sawada, Drummer Toshihiko Okabe und den Support-Mitgliedern Ichiro an der Gitarre und Shigeo Komori am Keyboard. Die ersten Veröffentlichungen in Form des Albums „Dirty Trashroad“ und des Mini-Albums „Dirty Trashroad~Acoustic“ folgten noch im selben Jahr. Kurz darauf änderte sich das Line-Up: Tomoyuki „Tomo” Kuroda stieß als zweiter Gitarrist hinzu und Kazuhisa „Roger“ Takahashi übernahm fortan die Drums. Kenji Shimizu wurde zudem der offizielle Keyboarder.
1995 erschien das zweite Album „Daring Tribal Roar“, ein Jahr darauf das Live- und Remix-Album „Drive to Revolution“, dann war es auf einmal auch schon wieder vorbei mit D.T.R. Einen Grund nannte die Band seinerzeit nicht.
Erst 2006 fanden sich alle Jungs wieder zusammen und veröffentlichten 2007 die Doppel-Single „Wisdom/Lucifer“ im Eigenvertrieb. Ende 2009 kam es jedoch aufgrund rechtlicher wie auch privater Gründe zum erneuten Bruch.
CD Eine sich stets wiederholende Melodie, gespeist durch zwei Akustikgitarren, ist das Erste, was uns beim Starten der CD begrüßt. Diese beiden Gitarren, im klassischen Verhältnis Rhythmus und Lead, beweisen Ausdauer, denn sie kommen ohne weitere Begleitung das ganze fünfminütige Stück aus. Lediglich Händeklatschen mischt sich im Laufe der Zeit noch bei. Während die Rhythmusgitarre sich mit ihrer kurzen Akkordfolge stets im Kreis zu bewegen scheint, hat die Leadgitarre mehr Spielraum, ohne dabei jedoch zu sehr aus dem Rahmen zu fallen. Passenderweise lautet der Titel des Stücks „Circle of Nations“.

Als nächstes folgt mit „Empty Room“ eine sehr gefühlvolle, melancholische Ballade. Auch hier steht wieder eine Akustikgitarre im Mittelpunkt, jedoch nicht alleine, denn Mitsuo leistet ihr mit seinem Gesang Gesellschaft. Im Hintergrund ertönt sogar dezent eine Violine. Der ganze Song vermittelt eine gewisse einsame Lagerfeuer-Atmosphäre.
Heller und aufmunternder wird es anschließend mit dem lebensbejahenden Track „Running with the Wind“. Hier sind mit Bass und Congatrommel neben den Gitarren nun auch weitere Instrumente vertreten. Dennoch hat das Lied eine weiche Stimmung im uptempo-Stil, dessen positivem Charme man sich nur schwer entziehen kann.

„First Small Song“ ist wirklich „small“ (also „klein“), ist er doch gerade mal 1:14 Minuten lang. Eine kleine ruhige, anmutende Melodie, von einer einzelnen Akustikgitarre vorgetragen.
„Towards Red Earth“ hingegen beginnt in einem etwas nachdenklicherem Ton und das Ziel der Gitarre, die wortlos eine Geschichte zu erzählen scheint, ist zunächst nicht eindeutig erkennbar. Erst gegen Mitte des Stücks folgt sie einer klaren Melodienspur, bis sie plötzlich ganz abrupt ihren letzten Ton verlauten lässt.

„Voiceless“ enthält, entgegen der Behauptung des Titels, sehr wohl eine Stimme. Ähnlich wie auch schon in „Empty Room“ trägt Mitsuo hier wieder eine sehr melancholische Ballade vor, die fast schon im Herzen weh tut. Abermals weiß die Akustikgitarre den Hörer zu verzaubern, besonders in der Bridge. In der zweiten Hälfte gesellt sich wieder, wenn anfänglich auch etwas verhalten, die Violine hinzu.
Mit Melancholie schließt das Mini-Album auch ab, und zwar in Form des kleinen Instrumentals „Remind“. Eine Akustikgitarre und ein sanftes Pfeifen, von mehr wird der Song nicht getragen – und doch vermittelt diese einfache Kombination eine so tiefe Sehnsucht, als wäre sie in Stein gemeißelt.



Ausstattung Die CD befindet sich in einem schmalen Jewel Case und bringt ein ausklappbares, achtseitiges Booklet mit. In diesem befinden sich alle Songtexte in ihrer Originalsprache sowie mehrere stimmungsvolle Fotos und die Credits.
Sonstiges Die hier vertretende Version von „Circle of Nations“ ist praktisch eine längere Version des gleichnamigen Tracks auf „Dirty Trashroad“, allerdings mit anderem Intro und Outro. Auch „Empty Room“ ist auf „Dirty Trashroad“ vertreten.
X Japan-Fans werden „Voiceless“ wahrscheinlich wiedererkannt haben: Es handelt sich hierbei um eine abgewandelte und neu vertextete Version des ursprünglichen Songs „Voiceless Screaming“, den Taiji Sawada damals mit Sänger Toshi geschrieben hatte und der auf dem Album „Jealousy“ (1991) zu finden ist.

Obwohl Taiji Sawada offiziell als Bassist von D.T.R eingetragen ist, spielte er auf diesem Album zusätzlich alle Akustikgitarren, abgesehen von „Circle of Nations“ und „Empty Room“, wo er sich diesen Job mit Taiji Fujimoto teilt.
Fazit Ein wunderschönes Akustik-Mini-Album, an das heranzukommen nur leider etwas schwer ist. Entgegen der vielen rockigen, fetzigen Nummern, für die D.T.R eigentlich bekannt waren, zeigt diese Zusammenstellung, dass die Jungs auch eine ganz andere Seite von sich präsentieren konnten – und das ergreifend wie überzeugend. Wie ein stolzer aber einsamer Cowboy auf staubigem Sandweg stehend.
Tracks
# Name
1 Circle of Nations
2 Empty Room
3 Running with the Wind
4 First Small Song
5 Towards Red Earth
6 Voiceless
7 Remind
Songqualität
Songqualität
1

Songauswahl
Songauswahl
1

Verpackung & Extras
Verpackung & Extras
2

Preis/Leistung
Preis/Leistung
0

Gesamtnote

1.3
Autor:
Lektor: Hannah Hohmann
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 12.07.2014
Bildcopyright: Polydor


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