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Am 24.06.2018 durften wir im Werkstattkino in München im Rahmen des Nachtschatten Festival die Dokumentation Boys for Sale sehen. Anschließend stellte sich der Filmemacher Ian Thomas Ash noch den Fragen der Zuschauer. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis für uns.

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Medizinische Hochschule fälscht Prüfungsergebnisse weiblicher Bewerber

Quelle: sg.news.yahoo.com
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Wo anderswo versucht wird, die Frauenquote anzuheben, wurde in einer medizinischen Hochschule in Japan genau das Gegenteil getan: Am vergangenen Donnerstag wurde die Tatsache veröffentlicht, dass seit Jahren die Ergebnisse der Aufnahmeprüfungen weiblicher Bewerber gefälscht wurden, um möglichst wenig Frauen einen Zutritt zu gewähren.

Ans Licht gekommen sind diese Vorfälle, nachdem die Staatsanwaltschaft einen anderen Fall an der Tokyo Medical University (TMU) untersuchte, in welchem eben jener vorgeworfen wurde, den Sohn eines Beamten des Bildungsministeriums illegal aufgenommen zu haben.

Wie die Tageszeitung Yomiuri Shimbun berichtete, hätte die Universität im Jahre 2011 damit begonnen, die Ergebnisse weiblicher Bewerber zu manipulieren und somit weniger Frauen zuzulassen – nachdem im Vorjahr 2010 die Zahl erfolgreicher weiblicher Bewerber spürbar gestiegen war.

Damals waren etwa 40 Prozent der Bewerber, die den Test bestanden, Frauen, was das Doppelte aus dem vorherigen Jahr ausmachte. Anschließend bemühte sich die Universität, die Rate erfolgreicher Frauen nicht über 30 Prozent ansteigen zu lassen.

„Frauen verlassen die Universität oftmals, nachdem sie promoviert haben, und werden Ärzte, sobald sie verheiratet sind und Nachwuchs bekommen“, lautet die anonyme Aussage, die der Zeitung vorliegt und das Handeln der Universität rechtfertigen soll. Weiter heißt es, es gäbe innerhalb der Universität den Konsens, männliche Ärzte unterstützen das Universitätskrankenhaus, wozu unter anderem auch Notfalleinsätze und lange Schichten zählen – Dinge, die Frauen offensichtlich weniger zugetraut werden beziehungsweise die ihnen bei einer Familiengründung erschwert werden (zum Beispiel durch eine nicht ausreichend gestellte Kinderbetreuung).

Zum Vergleich: Im Jahre 2018 betrug der Anteil von Frauen, die die erste Runde der Prüfungen bestanden hatten, 14,5 Prozent, bei den Männern waren es 18,9 Prozent. In der finalen Testphase wurden nur 2,9 Prozent der Frauen zugelassen, bei den Männern hingegen 8,8 Prozent.

Das Problem ist weniger die Bildung an sich, denn Frauen genießen in Japan durchaus einen hohen Bildungsgrad. Jedoch ist die japanische Gesellschaft – trotz Premierminister Shinzo Abes „Womenomics“-Bemühungen – noch immer sehr konservativ geprägt, wenn es um die gesellschaftliche Rollenverteilung bei Mann und Frau geht.

Autor: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 06.08.2018


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