2011-12-29 - 2011 ohne Hinrichtung

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Quelle: asiaone news, NHK World News, The Mainichi Daily News

Am Mittwoch gab die japanische Regierung bekannt, dass in diesem Jahr das erste Mal seit 19 Jahren keine Hinrichtung durchgeführt worden wäre. Dem gegenüber stünden diesjährig 34 zum Tode Verurteilte. Dadurch stüge die Anzahl der im Todestrakt Wartenden auf 129. Dies sei die höchste Anzahl seit 1949. Das letzte Mal wurden im Juli 2010 unter Justizministerin Keiko Chiba (Demokratische Partei) zwei Exekutionen vorgenommen.

Gründe für das Unterlassen der Durchführung in 2011 sei die Zurückhaltung des amtierenden Justizministers Hideo Hiraoka (Demokratische Partei). Er forderte eine parlamentarische Diskussion, die sich aufgrund der Katastrophe im März verzögerte. Hiraoka betonte die Todesstrafe sei als letztes juristisches Mittel anzusehen. Daher sei Vorsicht im Umgang gefordert. Letzte Woche wurde mit Experten aus Großbritannien und Frankreich diskutiert. Ziel war es zu erfahren, wie dort die Abschaffung der Todesstrafe umgesetzt wurde. Ein Komittee der japanischen Rechtsanwaltskammer wird nächsten Monat diesen Gedanken weitergehend besprechen.

Abgesehen von den USA ist Japan die einzige demokratische Industrienation, die die Todesstrafe gesetzlich vorsieht. Verhängt wird sie für mehrfachen Mord. Die festgelegte Todesart ist das Hängen. Seit November 1989 bestand ein Moratorium. Es wurde im März 1993 von Justizminister Masaharu Gotoda aufgehoben. Seitdem seien laut Menschenrechtsorganisationen insgesamt 84 Inhaftierte gehängt worden. Die einzigen Jahre, in denen kein Inhaftierter umgebracht wurde, waren 1964 und 1968.