2012-03-03 - Neues Tierschutzgesetz bedroht Katzen-Cafés
Geschrieben vonQuelle: Süddeutsche Zeitung
Sie hatten Tokyo in den letzten Jahren im Sturm erobert: die sogenannten Katzen-Cafés. Innerhalb nur weniger Jahre eröffneten über 50 der beliebten Läden, die nach der Arbeit viele Japaner aufsuchten um Stress abzubauen und in der Gesellschaft der süßen Vierbeiner eine Tasse Tee oder Kaffee zu genießen. Viele Tokyoter kamen auch, weil sie selbst kein Haustier halten konnten oder durften. Das Konzept war überaus erfolgreich.
Doch nun könnte ein neues Tierschutzgesetz den Kuschel-Cafés einen Strich durch die Rechnung machen. Es verbietet Hunde und Katzen nach 20 Uhr öffentlich auszustellen. Genau zu dieser Zeit jedoch, zwischen acht und zehn Uhr abends, haben die Cafés bis jetzt die meisten Gäste empfangen.
Mit dem Verbot will der Gesetzgeber vor allem Tiere schützen, die vierundzwanzig Stunden am Tag in Tierhandlungen unter greller Beleuchtung zum Verkauf feilgeboten werden.
Tokyos neustem Trend, den Rabbit-Cafés, die sich, dem Konzept Katzen-Cafés folgend, seit letzem Jahr immer größerer Beliebtheit erfreuten, dürfte das neue Gesetzt jedoch sehr gelegen kommen.
