2015-03-04 - Aoshima, die Katzen-Insel

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Quelle: japantoday.com

Im südlichen Japan, nahe der Insel Kyushu, gibt es eine kleine Insel namens Aoshima. Auf ihr leben gerade mal eine Handvoll Menschen, überwiegend Rentner – und eine große Schar an Katzen.

 

Um 1945 lebten auf Aoshima noch rund 900 Menschen, von denen die meisten für bessere Arbeitsverhältnisse aufs Festland umsiedelten. Wer geblieben ist, verdient seinen Lebensunterhalt oft mit der Fischerei. Eben Diese war auch ausschlaggebend für die Besiedelung durch Katzen, denn die Fischer hatten zunehmend mit einer regelrechten Mäuseplage auf ihren Booten zu kämpfen. Ein paar Katzen sollten auf natürliche Weise Abhilfe schaffen.

 

Doch aus den paar Katzen sind inzwischen mehr als 120 Stück geworden. Da sie auf der Insel keine natürlichen Feinde haben, können sie sich gegenwärtig ungehindert ausbreiten. Es gibt zwar die Bemühungen der Kastration der Tiere, um eine weiter steigende Anzahl zu verhindern, doch konnte dieser Eingriff bisher gerade mal bei zehn Tieren durchgeführt werden.

 

Für Katzenfreunde hingegen ist Aoshima ein ideales Ausflugsziel, wie zum Beispiel für die 27jährige Makiko Yamasaki: „Es gibt hier tonnenweise Katzen, und dann ist da noch diese 'Katzenhexe', die die Katzen gefüttert hat. Das war lustig!“ Mit der 'Katzenhexe' meinte sie Atsuko Ogata, eine Stadtbeamtin von Ozu.

 

Doch die Anwohner auf Aoshima sehen die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Die meisten von ihnen möchten einfach nur ihre Ruhe haben und die Insel nicht als zukünftiges Touristenparadies wissen. Der 65jährige Hidenori Kamimoto äußerte sich folgendermaßen: „Wenn die Leute hierher auf die Insel kommen und die Präsenz der Katzen als heilsam empfinden, dann ist es eine gute Sache, denke ich. Ich hoffe nur, dass es sich nicht zu einer Belastung für die hier lebenden Menschen entwickelt.