2014-10-06 - Bilder der verstorbenen Vulkanopfer
Geschrieben vonQuelle: japantoday.com
Vor etwas mehr als einer Woche berichteten wir von dem Vulkanausbruch des Mount Ontake. Die Zahl der Todesopfer beträgt gegenwärtig 51, ein dutzend Menschen wird noch immer vermisst. Die meisten Toten wurden auf dem Gipfel gefunden, einige wenige hingegen auf Wanderwegen.
Neben großer Trauer der Angehörigen hinterließ manch Verstorbener aber noch etwas anderes: Fotos aus den letzten Minuten seines Lebens.
So zum Beispiel Hideomi Takahashi, ein 41-jähriger Mitarbeiter einer Versicherungsfirma. Er war mit neun Kollegen auf einer Klettertour gewesen. Nur drei von ihnen überlebten. Das iPhone des verstorbenen Herrn Takahashi überstand das Unglück und präsentierte Familie und Freunden sechs Bilder der Tour: eine zuckerwatteartige Wolke, die am blauen Himmel am Berg vorbei schwebt, das heilige Tor eines Schreins sowie Bilder seiner kletternden Kollegen. Das letzte aufgenommene Foto zeigt Takahashi selbst, wie dieser mit hochgestrecktem Daumen neben der Berggipfelmarkierung steht. Er sieht auf dem Foto glücklich aus, doch er lächelt nicht besonders viel. „Vielleicht hat er Anzeichen der Eruptionen wahrgenommen“, vermutet sein bester Freund Hiroyuki, welcher Probleme hat, den Tod Takahashis zu akzeptieren.
Izumi Noguchi, ein 59-jähriger Mitarbeiter einer Baufirma, war alleine unterwegs, als das Unglück geschah. Für gewöhnlich kletterte er gemeinsam mit seiner Frau Hiromi, doch diese musste am besagten Tag arbeiten. Er machte rund 100 Fotos, um seiner Frau zu Hause das zeigen zu können, was sie durch ihre Abwesenheit nicht selbst erleben konnte. Die Kompaktkamera selbst wurde zwar zerstört, der Memory-Chip hingegen funktionierte noch einwandfrei. Das letzte geschossene Foto zeigt eine gewaltige Aschewolke, die hinter einer Berghütte aufsteigt. „Das ist ein erstaunliches Bild. Aber ich wünschte, er wäre lieber geflohen anstatt zu fotografieren. Ich möchte ihn lieber zurück haben“, sagt Hiromi. „Ich hoffe, eines Tages selbst dort wandern zu können, vielleicht in zehn Jahren. Ich möchte sehen, was mein Mann sah.“
Yasuo Ito, 54, hatte nicht einmal mehr die Gelegenheit gehabt, seine Mahlzeit zu essen, bevor er starb. Er war mit einem halben Dutzend freiwilliger Naturschützer unterwegs gewesen, von denen nur drei überlebten. Seine Frau, die ebenfalls Hiromi heißt, fand in seinem Rucksack seine Lunchbox. Als sie Diese öffnete, fand sie seine selbstgemachten Eiersalat-Sandwiches unberührt vor. „Armes Ding, er hätte sie essen sollen“, meint Hiromi und fügt noch hinzu: „Er muss nun hungrig sein.“
