2012-04-18 - Comeback der arrangierten Ehen

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Quelle: News on Japan

Arrangierte Ehen: hier zu Lande schon lange völlig unüblich, sind sie in Japan nie ganz verschwunden. Waren sie bis zur Zeit des zweiten Weltkrieges noch die übliche Form der Eheschließung, sank ihr Anteil nach 1945 unter amerikanischer Besatzung und verstärkten westlichen Einflüssen bis 1960 auf etwa 70 %. Durch weitere gesellschaftliche Angleichung an den Westen und eine wachsende Selbstständigkeit der japanischen Frauen, wird angenommen, dass 1990 nur noch etwa 30 % aller Eheschließungen arrangiert waren und man könnte meinen heute seien sie ganz aus der modernen japanischen Gesellschaft verschwunden.

 

Doch dem ist nicht so. Im Gegenteil. Zurzeit erleben arrangierte Ehen in Japan ein ungewöhnliches Comeback. „Schuld“ daran, ist die Dreifachkatastrophe, aus Erdbeben, Tsunami und Super-GAU vom März letzen Jahres.
Touristenführerin Sasaki Akiko zu Folge, wurde vielen Japanern nach diesem Unglück klar, dass es niemanden gegeben hätte, der sie vermisst hätte, wenn sie die Katastrophe nicht überlebt hätten, und dass sie dies durch eine Heirat ändern könnten.
Und so suchen ängstliche Mütter wieder sehr viel öfter, meist anhand von in Fotostudios ausgestellten Steckbriefen, passende Heiratskandidaten für ihre Söhne und Töchter, um ihnen ein späteres Leben in Einsamkeit zu ersparen. Oder, geht sie Initiative von dem Heiratswilligen selbst aus, man bitten einen Freund, Kollegen oder eventuell sogar seinen Chef, anhand von solchen Steckbriefen einen geeigneten Partner für einen herauszusuchen.

 

Somit rangiert die Prozentzahl der arrangierten Eheschließungen heute wieder auf einem Hoch von ungefähr 40 %.
So unvorstellbar eine solche Art der Eheschließung im Westen erscheinen mag, Frau Akiko zufolge ist die Zahl der Scheidungen in arrangierten Ehen sogar niedriger als die bei Liebesheiraten, weil man bei einer solchen Form der Lebensgemeinschaftsbildung den Partner nach sehr viel nüchterneren Aspekten auswählen würde und nicht „blind“ sei vor Liebe.