2015-10-03 - Forderung für mehr Unterstützung der Fukushima-Opfer
Geschrieben vonQuelle: japantoday.com
Die Stimmen in Japan, die eine größere Unterstützung der Opfer der Nuklear-Katastrophe von Fukushima fordern, werden lauter. Vergangenen Freitag drängten Rechtsanwälte die japanische Regierung dazu, die gesundheitliche Betreuung der Betroffenen zu verbessern. Betroffen sind rund 110.000 Menschen, die aufgrund der erhöhten Strahlenbelastungen ihre einstigen Behausungen verlassen mussten. Ob sie je wieder zurückziehen können, gilt bis heute als ungewiss.
„Der Staat sollte regelmäßig und fortwährend kostenlose medizinische Untersuchungen durchführen für jene, die in verstrahlten Gebieten leben oder lebten“, forderte die JFBA (Japan Federation of Bar Associations) während ihrer jährlichen Menschenrechts-Konferenz. „Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollten weit verbreitet werden, mit Berücksichtigung der Privatsphäre, so dass Experten die Ergebnisse für Untersuchungen verwenden können um die Wirkungen geringer Strahlenbelastungen herauszufinden. Dadurch könnten Gegenmaßnahmen ausgearbeitet werden.“
Von den rund 110.000 Betroffenen leben etwa 45.000 Menschen außerhalb des Nordostens Fukushimas, dem Bereich, in welchem das beschädigte Kernkraftwerk steht. Die JFBA fordert sowohl Unterstützung bezüglich der Behausungen sowie psychologische Hilfe. Denn manch ein ehemaliger Bewohner des betroffenen Gebiets hat nicht nur die Kosten für seine neue Unterkunft zu tragen, sondern zusätzlich auch jene für die alte.
Aber auch der psychologische Aspekt ist größer, als er anfangs vermuten lässt: Die Ungewissheit vieler Betroffener darüber, was mit ihrem alten zu Hause geschieht, sowie die entstandene Isolation durch die Evakuierung nagt bei vielen an der Psyche. Zudem ist zu beobachten, dass die Fälle von Diabetes stetig zunehmen.
Außerdem wächst die Kritik an der japanischen Regierung, dass diese die lokalen Anwohner nicht ausreichend in ihre Pläne eingeweiht hat, was eigentlich konkret mit den Massen an entstandenem Atom-Müll passieren soll. Denn dieser sollte eigentlich in den Städten Shioya und Kami gelagert werden, wogegen sich die jeweiligen Bürgermeister, Kazuhisa Mikata und Hirobumi Inomata, jedoch deutlich aussprachen.
