2015-09-10 - Japan macht es Flüchtlingen nicht leicht
Geschrieben vonQuelle: japantoday.com
Während Europa gegenwärtig die gewaltige Flüchtlingswelle aufzunehmen versucht, macht Japan das genaue Gegenteil. Nun war Japan auch schon zuvor als eines der Länder bekannt, in denen es weltweit mit am schwersten ist, als Flüchtling Asyl zu erhalten. So nahm Japan im vergangenen Jahr von insgesamt rund 5.000 Flüchtlingen lediglich 11 auf.
Der UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) schätzt die Anzahl der Flüchtlinge in diesem Jahr, die ihren Ausweg in Europa sehen, auf mindestens 850.000 Menschen. Viele von ihnen flüchten im Rahmen des syrischen Bürgerkriegs.
Für Japan hingegen ist ein Bürgerkrieg kein legitimer Grund, Asyl zu beantragen. Seit 2011 sind, laut Regierungsunterlagen, lediglich 63 Flüchtlinge aufgenommen worden.
„Das System ist jetzt schon so kompliziert“, sagt Ali Jafari, ein 54jähriger Iraner, welcher als politischer Flüchtling nach Japan kam. „Es noch strenger zu gestalten ist einfach grausam.“
Genau diese zusätzlich zu erhebende Strenge strebt die Regierung gegenwärtig aber an. Abschiebungen und mehrfache Überprüfungen der Asylbewerber sind Elemente des neu geplanten Systems.
„Wir wollen die Anzahl der Flüchtlinge, die nach Japan kommen, weder erhöhen noch senken, aber wir wollen die Situation wahrer Flüchtlinge schneller bewerten können“, sagte Hiroaki Sato, ein Sprecher des Justizministeriums. Er konnte sich jedoch nicht dazu äußern, wann die geplanten Änderungen in Kraft treten sollen.
„Ein entwickeltes Land wie Japan trägt eine Mitverantwortung, diese Menschen zu beschützen“, sagte Mitsuro Miyasako, Kopf der Schutzorganisation Provisional Release Association in Japan, im Rahmen einer Demonstration am Mittwoch in Tokyo.
